DKP Krefeld/Viersen - unsere Vorkämpfer


Lenin

Unsere Vorkämpfer

Wir erinnern hier an verstorbene Genossen der DKP Krefeld/Viersen, die unseren Kreis besonders geprägt haben. Sie sind nicht vergessen. 

  1. Peter Tümmers
  2. Aurel Billstein
  3. Hans Hülskemper
  4. Willi Schulte
  5. Georg Tomschak
  6. Käthe Scheulen

Peter Tümmers

Am 1. Januar 1996 starb unser Genosse Peter Tümmers. Peter stammte aus einer revolutionären Arbeiterfamilie. Sein Vater war ein bekannter Anarchosyndikalist und gerne erzählte Peter davon, wie er als Kind auf den Knien von Erich Mühsam geschaukelt habe. Mit dem Kapitalismus hat Peter nie Frieden gemacht. Nach seinen Erlebnissen im Weltkrieg und in der folgenden sowjetischen Gefangenschaft schloß er sich der Kommunistischen Partei an, in der er dann bis zum Ende seines Lebens aktiv war. Zeitweise war er stellvertretender DKP-Bezirksvorsitzender. Die Arbeit in Betrieb und Gewerkschaft war aber stets Peters Lebensinhalt. Sein Handeln war stets geprägt vom Einsatz für die Interessen der Arbeitenden. So war er viele Jahre lang Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei der Textilfabrik TAG und über 30 Jahre lang gehörte er dem DGB-Kreisvorstand Krefeld an, zuletzt als Ehrenmitglied. Auch der Einsatz für die Abrüstung war ihm eine Herzensangelegenheit. Er gehörte zu den Initiatoren des millionenfach unterzeichneten "Krefelder Appells" gegen die atomare Hochrüstung. Ihm zu Ehren hat der DGB Anfang 1998 den Filmraum im DGB-Haus Krefeld in "Peter-Tümmers-Raum" umbenannt.
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Aurel Billstein

Am 12. Februar 1996 verschied unser Genosse Aurel Billstein. Aurel war gelernter Schlosser und bereits in früher Jugend in der Arbeiterbewegung aktiv. Bereits seine Eltern und Großeltern waren überzeugte Sozialisten. 1920 und 1923 beteiligte er sich aktiv an Streikbewegungen bei denen es um die Wiedereinstellung entlassener Betriebsräte und den Acht-Stunden-Tag ging. 1924 trat er mit seiner ganzen Familie von der SPD zur KPD über und von 1931 bis 1933 war er KPD-Stadtverordneter in Krefeld.1933 kandidierte er für die KPD zum Landtag. Nach der Machtergreifung der Nazis wurde er gleich verhaftet und ins KZ überstellt. Im KZ Sonnenburg hatte er Kontakt mit Carl von Ossietzky und Erich Mühsam, den er später beschrieb, als "ein alter, zäher Mann, der jede Nacht von den Nazis brutal zusammengeschlagen wurde". Aus dem KZ im September 1933 entlassen, nahm er wieder Kontakt zur Untergrund-KPD auf und war dann sozusagen der zweite Mann am Niederrhein, der organisatorische Leiter. Im Juni 1934 wurde er dann mit weiteren 25 Leuten verhaftet. Mit vorgehaltener Pistole war er am Arbeitsamt empfangen worden und in der alten Husarenkaserne in Krefeld, dem damaligen Gefängnis, wurde er im Keller - vor der ersten Vernehmung - mit einer Nilpferdpeitsche zusammengeschlagen. Er kam ins Zuchthaus und wurde später in das berüchtigte Strafbataillon 999 gesteckt. Dort gelang es ihm im April 1945 zu fliehen und er kam in sowjetische Kriegsgefangenschaft. 1947 zurückgekommen beteiligte er sich sofort wieder an der Arbeit der KPD und war Parteisekretär in Krefeld, Verlagleiter einer Parteizeitung und von 1948 bis 1952 wieder KPD-Stadtverordneter in Krefeld. Auch gewerkschaftlich war er aktiv und ab 1961 Betriebsratsvorsitzender und bis 1972 Mitglied der IGM-Ortsverwaltung Krefeld. Im Rentenalter begann er damit systematisch die Krefelder Geschichte der Nazi-Zeit aufzuarbeiten. Die gewonnenen Informationen faßte er in zwei Büchern und 11 Broschüren zusammen, die vor allem in Krefeld weit verbreitet wurden. Weiter Broschüren existieren als Script. Seine Konzeption war es, den ganzen antifaschistischen Widerstand in seiner Breite und Alltäglichkeit darzustellen, um so dem zu entgehen was er "Heldenverehrung" nannte, da man Helden nicht nachfolgen kann. Für diese Arbeit wurde er u.a. 1990 von der Stadt Krefeld zum Krefelder Ehrenbürger ernannt. Die im Frühjahr 2000 beantragte Benennung einer Straße in "Aurel-Billstein-Weg" wurde jedoch mit der CDU-Mehrheit in der zuständigen Bezirksvertretung abgelehnt.


Aurel Billstein (4. von rechts, obere Reihe) im KZ Sonnenburg

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Hans Hülskemper

Unser Genosse Hans Hülskemper starb am 25. Dezember 2001, nachdem er bereits längere Zeit durch einen Schlaganfall gelähmt war. Er hatte ein langes, aktives politisches Leben hinter sich. Aus einer Arbeiterfamilie kommend schloss er sich bereits in früher Jugend den von den Nazis verfolgten "Edelweißpiraten" an. Dort war er aktiv und hatte so manche Auseinandersetzung mit der HJ. Er erlebte auch Schikanen und Prügel durch die Organe des Nazisystems. Die "Edelweißpiraten"-Bewegung im Ruhrgebiet hatte auch bereits Kontakte zur Untergrund-KPD und so schloß sich Hans nach 1945 den Kommunisten an. Er war zunächst in der Jugendvertretung von Thyssen in Oberhausen tätig. Später engagierte er sich in der frühen Friedensbewegung. Als dann die Friedensbewegung anwuchs und ein Verbot der KPD zu erahnen war, verlegte er seine politische Tätigkeit ganz in die Friedensarbeit. Dort war er dann Jahrzehnte lang tätig, über Jahre auch hauptamtlich. So unterstützte er auch wesentlich Josef Weber, einen der Initiatoren des KREFELDER APPELL. Ja, durch ihn kam der Appell erst nach Krefeld, denn nachdem Josef Weber keinen Saal für die Gründungsveranstaltung hatte, besorgte er ihm einen Raum in Krefeld. Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Staaten im Osten, besann sich Hans auf das Kommunistische Manifest und seine politischen Anfänge in der Jugend. Er unterstützte dann mit seiner noch vorhandenen Kraft als Rentner unsere DKP-Gruppe in Krefeld.

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Willi Schulte

Anfang Oktober 2003 verließ uns unser Genosse Willi Schulte im Alter von 90 Jahren für immer. Willi Schulte kam aus einer Arbeiterfamilie und entwickelte bereits in seiner Jugend, während der Weimarer Republik, sein politisches Interesse. Die Machteinsetzung der Nazis verfolgte er mit Abscheu. Im Laufe des Krieges wurde seine junge Familie in Düsseldorf ausgebombt, er mußte als Soldat durch die Welt ziehen und wurde schwer verwundet. Er fand mit seiner Familie dann Aufnahme bei Verwandten in Willich (Kreis Viersen). Der Ort wurde ihm nun zur zweiten Heimat. Nach dem Krieg engagierte er sich in Willich für die KPD, er wurde zum aktiven Haupt der Partei vor Ort und war längere Zeit Ratsmitglied in Willich. Arbeit fand er bei der Bahn in Krefeld. Auch dort setzte er sich für die Interessen seiner Kollegen ein und wurde von ihnen zum Betriebsrat gewählt. Seine wenige Freizeit nutzte er für sein großes Hobby Fußball. Gern erzählte er, wie er in der Jugend in einer Freizeitmannschaft einmal mit Fritz Walter gespielt hatte. Willi Schulte gehörte bis zu seinem Tode der DKP an. Wir werden sein Andenken bewaren.

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 Georg Tomschak

Am 22. Juli 2004 starb unser Genosse Georg Tomschak mit 79 Jahren. Georg war ein bekannter Kommunist in Kreis Viersen, vor allem an seinem Wohnort Vorst.
Aus den Erfahrungen des Weltkriegs war sein Thema der Friede. 1949 kam er aus sowjetischer Gefangenschaft zurück, wurde Bergmann im Ruhrgebiet und politisch aktiv. Er engagierte sich in der Jugendbewegung, vor allem bei der Volksbefragung gegen die Remilitarisierung, schließlich trat er der KPD bei. Hier lernte er seine Christel kennen und nach der Heirat siedelte er über nach Vorst, wo Christels Vater ein bekannter KPD-Verordneter war. Er arbeitet nun  als Einschaler und als aktiver Gewerkschafter wurde er schnell Zahlstellenvorstand bei der IG Bau. Hier am Niederrhein beteiligte er sich vor allem aktiv an den Aktionen gegen Sprenglöcher. Damals, in der 50ern hatte die US-Armee hier am Niederrhein an etlichen Stellen Sprengschächte angelegt. Sie sollten kleine Atombomben aufnehmen, die im Kriegsfall gezündet werden sollten, um so den Rhein aufzustauen und eine künstliche Sumpflandschaft zu erzeugen, die für Panzer usw. nicht zu überwinden wäre. Dagegen gab es Aktionen. Gruppen schütteten die Spenglöcher mit Schutt und Beton zu. Hierbei war auch Georg aktiv.
Nach dem Verbot der KPD wurde Georg mehrfach inhaftiert. Aber seine Überzeugung konnte das nicht brechen. Bei der Gründung der DKP war er einer der Ersten und er wurde Vorsitzender der DKP-Gruppe Tönisvorst. Bis zu seinem Tode blieb Georg in der DKP aktiv.
Wir werden ihn nicht vergessen.

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Käthe Scheulen
Unsere Genossin Käthe starb am 1. Mai 2005 im Alter von 84 Jahren. Sie hat es im Leben nicht leicht gehabt. So war sie die Jüngste von 10 Kindern eines Briefträgers aus Kempen (heute Kreis Viersen). Das war damals, wie heute, kein gut bezahlter Job. Zwei ihrer Brüder wurden bereits in der Weimarer Republik Mitglieder der KPD, in der Familie wurde viel politisch diskutiert. Entsprechend war die Familie zur Naziherrschaft oppositionell eingestellt und vielerlei Verfolgungen ausgeliefert. Ihr Bruder Franz war Mitangeklagter im Billstein-Prozeß wegen Fortführung der Arbeit der KPD. Er kam in KZ-Haft und später ins Strafbatallion 999, aber er überlebte all dies, wenngleich seine Gesundheit angeschlagen war. Ihr Vater verlor in dieser Zeit seinen Arbeitsplatz, da er sich geweigert hatte den Hitlergruß zu zeigen. Insgesamt waren sie damals, sage und schreibe, 99 mal Ziel von Hausdurchsuchungen.
Direkt nach 1945 wurde auch Käthe KPD-Mitglied und war aktiv in Kempen, wo sie zeitweise auch KPD-Stadtverordnete war. Nach dem KPD-Verbot 1956 wurde auch sie wieder von Hausdurchsuchungen betroffen und schließlich angeklagt wegen der Aktion „Frohe Ferien für alle Kinder". Der Prozeß wurde aber schließlich niedergeschlagen. In dieser Zeit wurde sie Betriebsrätin in der Textilfabrik Verseidag. Sie zog um nach Krefeld.
Mit Gründung der DKP war sie Mitglied in Krefeld. Sie wohnte damals in der Wohnung über dem Krefelder DKP-Büro auf der St.-Anton-Strasse. Als 1971 NPD-Mitglieder einen Brandbombenanschlag auf dieses Büro verübten, konnte Käthe sich glücklicherweise auf das Dach flüchten. Da die Feuerwehr schnell vor Ort war, wurde sie von dort unverletzt gerettet.
Als Rentnerin hat Käthe noch viele Jahre, solange es ihre Gesundheit zuließ, in der Karl-Liebknecht-Schule der DKP mitgeholfen. Die letzten beiden Jahre lebte sie in einem Altenheim in Rostock, da sie nahe bei ihren Enkeln und Urenkeln sein wollte. Sie bleibt unvergessen.

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