"Die
Türken
stammen aus einer anderen, einer eigenen Hochkultur. Und die
Türken
sind ebenso nicht integrationsfähig und auch im übrigen nicht
integrationswillig."
Helmut Kohl, Hessischer Rundfunk, 22.8.1982
6. Februar 1998
Der Krefelder CDU-Fraktionsvorsitzende W. Fabel
fordert in einer Presseerklärung die in der Stadt lebenden
bosnischen
Bürgerkriegsflüchtlinge auf, in ihre Heimat
zurückzukehren.
23. Februar 1998
Die Krefelder CDU beschließt die Verfassungsbeschwerde gegen
das NRW-Flüchtlingsaufnahmegesetz zu unterstützen.
26. Februar 1998
Die ev. Kirchengemeinde Oppum verabschiedet eine bosnische Familie,
die in die USA emigriert. In Krefeld stand sie vor der
Zwangsrückführung.
13. März 1998
Ein 19jähriger Krefelder Schüler wird vom Amtsgericht wegen
Verwendung von Nazisymbolen zu 500,- DM Geldstrafe verurteilt. Er hatte
in einer Gruppe von 30 bis 40 Skinheads unter Hakenkreuz- und
Reichskriegsflaggen
Nazilieder gegrölt und den Hitlergruß gezeigt.
28. März 1998
Bei einer CDU-"Wanderung" durch den Krefelder Südbezirk
äußert
die CDU-Ratsfrau Karin Meinecke bemerkenswertes. Sie erklärte, sie
wolle ihren Stadtteil nicht schlecht reden lassen: "Hier ist nicht
der
höchste Ausländeranteil in Krefeld".
11. April 1998
"Krefeld sparte bei Flüchtlingen", ist ein Artikel in der WZ
überschieben.
Darin wird berichtet, daß die Ausgaben für die
Gewährung
von Asyl gegenüber der Haushaltsplanung etwa dreimal stärker
zurückgegangen sind, als alle anderen Aufwendungen für
Sozialhilfe
zusammen.
7. Mai 1998
Der Krefelder Polizeidirektor Allhorn referiert beim Bürgerverein
Tackheide zur Sicherheitslage. Wir wissen nicht ob er die Statistik
ausgeführt
hat, nach der Krefeld im Vergleich mit anderen Städten gut
dasteht.
Jedenfalls meinte er, die Gewalt eskaliere immer mehr: "Ich habe
Angst,
daß wir eines Tages von der Schußwaffe Gebrauch machen
müssen."
Keine Drohungen!
13. Mai 1998
In der "Deutschen Wochenzeitung" des DVU-Chefs Frey schreibt ein
Krefelder
REP-Funktionär: "Als Funktionsträger der Republikaner lese
ich von dem Kooperationsangebot der DVU an die Rep. Sollte auch dieses
Mal das Angebot in den Wind geschlagen werden, dann habe ich genug!"
20. Mai 1998
Die Krefelder Stadtverwaltung befürchtet eine Trübung des
guten Verhältnisses zu den Kirchen. Wieso? Weil eine
Krefeld-Oppumer
Gruppe
sich nach langem Ringen entschlossen hat, am landesweiten
Kirchenwanderasyl
teilzunehmen.
25. Mai 1998
Die Krefelder CDU und die Stadtverwaltung mißbilligen, daß
die Schutzengelpfarre in Krefeld-Oppum 30 kurdische Flüchtlinge
für
14 Tage aufnehmen will. Die Gemeinde beteiligt sich am landesweiten
Kirchenwanderasyl.
"Die Aktion bedeutet für mich Rechtsbruch, den ich nicht billige",
erklärte dazu CDU-Ratsherr Werner Siebertz.
27. Mai 1998
Der Krefelder CDU-Fraktionsvorsitzende W. Fabel warnt öffentlich
die Oppumer Christen, die sich am landesweiten Kirchenasyl beteiligen
wollen.
Fabel: "Wir leben in einem Rechtsstaat. Ein Widerstandsrecht gibt es
nur gegen Unrechtsregime. Auch für Kirchenmitglieder und
Sympathisaten
von Asylbewerbern gibt es keinen rechtsfreien Raum und kein Sonderecht.
Das sogenannte Kirchenasyl ist deshalb ein Rechtsbruch und
unzulässig."
(Was sind übrigens "Sympathisanten von Asylbewerbern"? Bisher
kannte
ich das Wort von "RAF-Sympathisanten".)
27. Mai 1998
Die Vorsitzende des Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine,
Brigitte Reich, "informiert" in der Presse darüber, daß im
ehemaligen
Postamt neben dem Hauptbahnhof wahrscheinlich ein türkisches
Jugendzentrum
für rund 500 junge Leute geplant sei. B. Reich meint, der
Krefelder
Südbezirk sei schon genug belastet. Es gebe viel Krach, Probleme
und
bereits zwei islamische Gebetshäuser. Ein weiteres Zentrum sei den
Bewohnern nicht zuzumuten. (Kann ein solches Zentrum mehr Krach machen,
als der Hauptbahnhof und die Züge?)
30. Mai 1998
Ein afrikanischer Asylbewerber rast offenbar in heller Panik mit einem
gestohlenen Audi über die Nieper Straße in Krefeld. Verfolgt
wird er u.a. von einem Polizeihubschrauber. Der Asylbewerber ist zwecks
Abschiebung zur Festnahme ausgeschrieben. Beim einbiegen in den
Fünnertzdyk
rammt der Asylbewerber ein Baufahrzeug und wird von einem folgenden
Polizeiwagen
festgesetzt. Der Afrikaner warf sich nun auf den Boden und wurde dann
von
der Polizei abgeführt.
7. Juni 1998
Etwa um Mitternacht wurde eine kurdische Familie auf der
Westparkstraße
in Krefeld durch dreimaliges lautes Knallen aus dem Schlaf gerissen.
Mit
drei Steinwürfen waren die Fensterscheiben zerschmissen worden.
Die
Polizei geht von einer "Sachbeschädigung ohne politischen
Hintergrund"
aus.
10. Juni 1998
Wilfried Fabel, Vorsitzender der Krefelder CDU-Ratsfraktion,
protestiert
mit einem offenen Brief heftig dagegen, daß die Volkshochschule
zu
einer Podiumsdiskussion auch Gregor Gysi eingeladen hat.
16. Juni 1998
Den Fußball-WM-Sieg der deutschen Mannschaft über die USA
nutzten wieder einige Krefelder als Anlaß, um die
Deutschlandfahne
aus dem Fenster zu hängen (z.B. auf dem Westwall).
19. Juni 1998
Zwischen den Fußballzeitschriften im Zeitungsregal des Krefelder
Einkaufmarkts "real" steckten Exemplare des Naziblattes
"National-Journal".
Unbekannte hatten sie wohl dorthin gesteckt. Es handelt sich bei dem
Blättchen
um eine offen faschistische Propagandaschrift. Balkenschrift auf der
Titelseite:
"Im Gedenken an den ungesühnten Völkermord an 10 Millionen
Deutschen (1939-1946)". Die Schrift bevorzugt übrigens
Schröder
vor Kohl bei der Wahl. Zitat: "Schröder hat in den letzten
Monaten
durchblicken lassen, daß er nicht länger der Mann der
'Multikultur'
sein möchte. Er hat mit der Heirat einer jungen, nordisch-blonden
Frau ein Zeichen gegen die von Kohl geförderte Misch-Rassen-Ehe
gesetzt."
19. Juni 1998
Ungekannte zünden in der Nacht das Transparent "Kein Mensch ist
illegal" im Vorgarten des Pfarrheims in Krefeld-Oppum an. In der
dortigen
Pfarrgemeinde sind zu dieser Zeit Kurden im landesweiten Kirchenasyl.
20. Juni 1998
Im Krefelder Lokalteil der WZ ist eine ganzseitige Anzeige der
"Initiative
Pro D-Mark". Sie will bei der Bundestagswahl als Partei antreten und
argumentiert
nationalistisch gegen den EURO. Z.B.: "Die Folgen des Euros für
Deutschland faßt die französische Zeitung 'Figaro' ehrlich
zusammen:
'In Versailles bluteten die Deutschen nur einmal, in der
Währungsunion
für alle Zeiten.'"
04. Juli 1998
Infostand der Republikaner auf dem Südwall in Krefeld
unter
dem Motto "Deutschland zuerst".
08. Juli 1998
Die WZ berichtet im Lokalteil über eine kurdische Familie deren
Vater mit sechs Kindern in die Türkei ausgewiesen werden soll. Die
Mutter und eine schwerstbehinderte Tocher erhalten Bleiberecht und
können
in Krefeld-Fischeln bleiben. Denn die schwerstbehinderte Tocher ist
nicht
transportfähig. Dabei ist auch unklar, wie die Mutter -
Analphabetin
und der deutschen Sprache nur wenig mächtig - die komplizierte
Versorgung
ihrer Tocher schaffen soll. In Krefeld-Fischeln wurden bisher schon
1433
Unterschriften gesammelt, damit die kurdische Familie nicht
auseinandergerissen
wird.
01. August 1998
Der Krefelder Wahlausschuß läßt für die
Bundestagswahl
den REP Uwe Qualmann als Direktkandidat zu.
03. August 1998
Der kurdische Häftling Kazim Ötztürk begeht in seiner
Zelle im Gefängnis Viersen-Anrath Selbstmord durch Erhängen.
Er sollte dort wegen PKK-Aktivitäten und "Anstiftung zur
Brandstiftung"
eine dreijährige Strafe absitzen.
06. August 1998
Nachdem in Krefeld der Selbstmord von Kazim Ötztürk
bekannt wurde, demonstrieren etwa 300 Kurden durch die Stadt.
20. August 1998
Auf einer internen Veranstaltung des Einzelhandelsverbandes wurde eine
"Ordnungspartnerschaft" von Stadt Krefeld, Polizei und
Einzelhändlern
vorgestellt, die ein "Modell für NRW" sei. Der Krefelder
Polizeichef
meinte, man habe zu lange "bei Ordnungsbelästigungen weggeguckt".
Das sei vorbei, eine "Bequemlichkeitstoleranz" gebe es nun nicht mehr.
Das richtet sich vor allem gegen Obdachlose, Drogenkranke, Ladendiebe
...
Die Stadt Krefeld erklärte, man werde noch in diesem Jahr die
Truppe
der "Blauen Sheriffs" um zwei Mann verstärken.
26. August 1998
Das Krefelder Ausländeramt berichtet der Presse über die
Arbeit einer installierten Arbeitsgruppe, die Jagd auf unter falscher
Identität
hier lebende Kurden macht. In den letzten beiden Jahren habe man in
Zusammenarbeit
mit der türkischen Polizei und dem türkischen Konsulat 70
kurdische
Personen "entschleiern" können, die mit falschen libanesischen
Pässen
hier gelebt hätten. Diese wurden dann umgehend in die Türkei
abgeschoben.
27. August 1998
Ratssitzung der Stadt Krefeld. Die Grünen bringen eine Antrag
ein, die kurdische Familie Bahci (siehe 8. Juli) nicht
auseinanderzureißen,
sondern weiter in Krefeld zu dulden. Die SPD unterstützt den
Antrag,
mit der Stimmenmehrheit der CDU wird er abgelehnt.
29. August 1998
Großformatige und mehrfarbige (schwarz-rot-gold) Anzeige der
rechten "Initiative Pro D-Mark" in der WZ.
31. August 1998
Prozeßbeginn gegen einen 33jähigen wegen Brandstiftung und
versuchtem Mord. Ihm wird vorgeworfen im April und Dezember 1996 zwei
von
Türken bewohnte Häuser in Viersen angezündet zu haben.
Dazu
kommt eine Brandstiftung im Februar 1997 in Düsseldorf. Sein Motiv
ist laut Anklage Fremdenfeindlichkeit. Bei der Polizei erklärte
er:
"Ich habe einen Haß auf türkische Mitbürger, weil
die
hier nach Deutschland kommen und uns die Arbeit wegnehmen. Mit unserem
Geld ziehen sie sich dann wieder in die Türkei zurück."
Zudem
würden Türken bei Ämtern bevorzugt behandelt,
bekämen,
was sie wollten.
05. September 1998
Wieder ein großformatige und schwarz-rot-goldne Zeitungsanzeige
der rechten "Initiative Pro D-Mark" in der WZ.
05. September 1998
Wahlkampfveranstaltung der CDU auf dem Platz vor der Brauerei Gleumes.
Nach einem Zeitungsbericht hatte der Krefelder CDU-Kandidat
Pützhofen
"den meisten Beifall nach seiner Kritik an Verstoßen gegen das
Asylrecht und seiner Forderung, daß 'wir die
Schwerkriminalität
von Durchreisenden in den Griff kriegen müssen'." Genau so
hatten
wir uns die Veranstaltung auch vorgestellt.
07. September 1998
Die REPs verteilen ihre Plakatständer in der Stadt, mit Parolen
wie "Deutsche Interessen zuerst" und ähnlichem Schrott.
08. September 1998
In weiten Teilen Krefelds und des Kreises Viersen steckt ein DVU-Blatt
(Deutsche Wochenzeitung extra) in den Briefkästen.
10. September 1998
Über 50 PDS-Wahlkampfplakatständer werden gleich in der
ersten
Nacht von Unbekannten gestohlen, oder es werden die Plakate
vollständig
herabgerissen.
12. September 1998
Und wieder eine großformatige und schwarz-rot-goldne
Zeitungsanzeige
der rechten "Initiative Pro D-Mark" in der WZ.
13. September 1998
Zum "Tag der Heimat" gibt es eine gemeinsame Veranstaltung von Stadt
Krefeld, Verein für Heimatkunde, Verein Niederrhein, Kreisbeirat
für
Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen, Bund
der
Vertriebenen und den vereinigten Landsmannschaften. Es spricht der
Krefelder
CDU-Vorsitzende W. Schittges zum Thema "Heimatrecht - Fundament
für
Europa". (Damit ist natürlich nicht gemeint, das hier
aufgewachsene
Türken eine zweite Staatsangehörigkeit bekommen o.ä.
Vielmehr
wird Anspruch auf "Heimat"gebiete in Osteuropa erhoben.)
16. September 1998
Etliche gemietete Plakatwände in Krefeld mit DVU-Wahlpropaganda.
17. September 1998
Und noch eine ganzseitige Anzeige der rechten "Initiative Pro D-Mark"
in der WZ.
19. September 1998
Schon wieder eine großformatige, schwarz-rot-goldne Anzeige der
rechten "Initiative Pro D-Mark" in der WZ.
26. September 1998
Noch einmal eine großformatige, schwarz-rot-goldne Anzeige der
rechten "Initiative Pro D-Mark" in der WZ.
27. September 1998
Bei der Bundestagswahl stimmten 3072 Menschen aus Krefeld und 3819
aus dem Kreis Viersen für Parteien rechts von der CDU.
"Wir
dürfen
nicht mehr so zaghaft sein bei ertappten ausländischen
Straftätern.
Wer unser Gastrecht missbraucht, für den gibt es nur eins: raus
und
zwar schnell ..."
Gerhard Schröder, 20.7.1997 in Bild am
Sonntag
30. September 1998
Der Krefelder Zoo wirbt mit dem Reklamespruch "Zisch ab in den
Dschungel!"
10. Oktober 1998
Der Krefelder städtische Haushalt liegt zur Genehmigung vor.
Einsparungspotential
sieht der haushaltspolitische Sprecher der CDU, H.H. Hauser, vor allem
bei den Leistungen an asylbegehrende Ausländer.
21. Oktober 1998
16.44 Uhr Hauptbahnhof Krefeld, Gleis 2. Ein Schwarzafrikaner kommt
kurz vor Abfahrt zum Zug geeilt und möchte im Zug einen Fahrschein
kaufen. Einen Geldschein hält er griffbereit. Doch der
Bahn-Mitarbeiter
weigert sich, er solle hinunter in die Halle zum Automaten. Als der
Afrikaner
lauter wird, ruft der Zugführer die Polizei wegen "Randalierens".
Verschiedene Fahrgäste steigen aus, einige bieten an, die Karte
des
vermeintlichen Schwarzfahrers zu bezahlen, nur damit der Zug endlich
abfahre.
Mit einer Verspätung von einer halben Stunde geschieht dies dann.
5. November 1998
Es nutzte nichts, daß die Schüler der Krefelder Gesamtschule
Kaiserplatz Briefe und Eingaben schrieben: ihre Mitschülerin Maja
und ihre Familie wurden nach Bosnien abgeschoben. Auch das Bruder Damir
mitten in einer Koch-Ausbildung ist und die Familie in Bosnien keine
Verwandte
hat, war für das Ausländeramt kein Argument.
12. November 1998
Der Chemieindustrielle und Krefelder CDU-Multifunktionär Dr. Dolf
Stockhausen erklärt öffentlich ins "Exil" gehen zu wollen.
"Wir
sind betroffen, von dem Haß und Neid, der uns von der Seite der
Regierenden
entgegenschlägt." Und es falle ihm schwer in einem "von SPD,
Grünen
und PDS regierten Land" zu leben. (Die PDS Regierungsbeteiligung haben
wir wohl verschlafen.) Deshalb "flüchtet" er in ein
Steuerparadies.
03. Dezember 1998
Ein kurdischer Asylbewerber, der in Viersen-Grefrath lebt, zündet
sich vor dem Düsseldorfer Generalkonsulat der Türkei an. Die
Flammen können gelöscht werden. Der Kurde erklärt
später,
er habe mit seiner Tat auf die "Probleme in Kudistan aufmerksam machen
wollen".
05. Dezember 1998
Der ehemalige CDU-Bezirksverordnete und Kirchenvorstandsmitglied Rudolf
Brinks tritt öffentlich aus der katholischen Kirche aus. Brinks
hatte
gegen die Oppumer Kirchengemeinde Stafantrag gestellt, da sie im Sommer
einigen Asylbewerbern im Rahmen des Wanderasyls Kirchenasyl
gewährt
hatte. Die Ermittlungen wurden eingestellt. Auch die Forderung von
Brinks
an den Bischof gegen die Gemeinde vorzugehen fanden kein Gehör.
10. Dezember 1998
Der Kurde Veysi Demir wird in Abschiebehaft genommen. Er soll samt
seiner Familie abgeschoben werden. Er war in der Türkei aus der
Armee
desertiert, um einem Einsatz gegen seine kurdischen Landsleute zu
entgehen.
Obwohl er in der Türkei keine Angehörigen mehr hat (ein Teil
lebt in Krefeld) und seine vier Kinder hier geboren sind, soll er in
die
Türkei zurück.
05. Januar 1999
Der Kurde Ali Kilic wird in die Türkei abgeschoben. Da er eine
nervenfachärztliche Behandlung benötigt, hatte der
Petitionsausschuß
des Landtages eine weitere Aufenthaltserlaubnis befürwortet. Doch
das kümmerte die Krefelder Ausländerabteilung nicht. Der
Dezernet
B. Gansauer (CDU) schrieb: "Der Empfehlung des Petitionsausschusses
kann
in keinem Fall gefolgt werden. Die Aufenthaltsbeendigung wird durch
mich
eingeleitet."
27. Januar 1999
Die CDU im Kreis Viersen setzt groß auf die Unterschriftensamlung
gegen die doppelte Staatsbürgerschaft. 20.000 Unterschriften hat
sie
sich als Ziel gesetzt.
16. Februar 1999
Erster Prozeßtag gegen der 75jährigen Rentner Ernst J. wegen
Volksverhetzung. Der Krefelder hatte eine Veranstaltung mit Michael
Friedmann
gestört und dort behauptet, die Gaskammern in Dachau seien erst
nach
1945 von den Allierten errichtet worden. 10 Zeugen traten auf, die sich
in Krefeld mit dem Angeklagten zu "politischen Diskussionsabenden"
treffen,
und die zu seinen Gunsten aussagten. Kein Wunder, daß sich ihre
Aussagen
fast wie ein Ei den anderen glichen.
18. Februar 1999
Zweiter Prozeßtag gegen den Rentner Ernst J. Der Angeklagte
versuchte
einen Zeugen, der gegen ihn aussagte ins Verhör zu nehmen, wurde
jedoch
von Richter gestoppt.
19. Februar 1999
Bombenalarm bei der Krefelder Moschee auf der Viersener Straße.
Das Gebäude wurde geräumt, aber es wurde kein Sprengstoff
gefunden.
Aufgrund der Art der eingegangenen Bombendrohnung geht die Polizei
nicht
von Kurden als Täter aus, sondern vermutet einen
"Trittbrettfahrer".
19. Februar 1999
Prozeß gegen einen 20jährigen Kurden aus Krefeld. Ihm wurde
zur Last gelegt, 1996 bei einer Demo in Düsseldorf für einen
Polizisten deutlich hörbar "Es lebe die PKK!" gerufen zu haben. Er
wurde zu 3 Wochen Haft verurteilt und soll danach in die Türkei
abgeschoben
werden.
20. Februar 1999
CDU-Infostand auf dem Krefelder Neumarkt zur Unterschriftensammlung
gegen die doppelte Staatsbürgerschaft.
07. März 1999
CDU-Infostände in Vorst und St. Tönis zur
Unterschriftensammlung
gegen die doppelte Staatsbürgerschaft.
08. März 1999
Neuer Verhandlungtag gegen Ernst J. wegen Volksverhetzung. Hierbei
wurde ausgeplaudert, daß das "Krefelder Freie Forum" über
die
Taktik der Vortragsstörung bei der Veranstaltung mit M. Friedmann
und die zu erwartende Anzeige ausgiebig gesprochen hatte.
11. März 1999
Abschluß des Prozesses gegen Ernst J. der wegen Volksverhetzung
und Verharmlosung der Judenvernichtung zu sechs Monaten Freiheitsstrafe
verurteilt wurde. Strafverschärfend war hinzugekommen, daß
der
Angeklagte bereits nicht unerheblich vorbestraft war.
18. März 1999
Prozeß gegen den Krefelder Hans-Werner D. Er hatte Anfang
September
1998 auf der Dionysiusstraße in Krefeld, nahe seiner Wohnung, ein
Motorrad und einen Roller umgetreten, der ausländischen Nachbarn
gehörte.
Dann stellte er seine Boxen in das Fenster und beschallte die
Straße
mit rechtsradikalen Liedern und Nazi-Parolen. Es war noch in über
100 Meter Entfernung zu hören. Einige Wochen später bedrohte
er einen jungen Ausländern in einem Supermarkt mit der Pistole. Er
hatte ihn versehentlich mit seinem Einkaufswagen angestoßen. "Hau
ab oder ich bring dich um", rief er ihm zu. Da er bereits
einschlägig
vorbestaft war, verurteilte ihn das Gericht zu einem Jahr
Gefängnis.
20. März 1999
Gegen ca. 23 Uhr tummeln sich rund 20 - 30 Stiefelfaschisten auf dem
Krefelder Neumarkt. Ein zufällig vorbeikommender Genosse der
Jugendantifa
wird mit "Zecke" und "Rotfront verrecke" begrüßt und gleich
verfolgt. Unser Freund entkam zum Glück.
26. März 1999
Um ca. 22.30 Uhr griffen am Krefelder Hauptbahnhof 6 Nazischläger
zwei Antifas, davon ein Punk, an. Sie schlugen sie brutal zusammen und
ein Nazi stach dem Punk ein Messer in die Brust und kam bis zur Lunge
durch.
Zum Glück lebt der Freund noch.
19. April 1999
Die Lokalausgabe der WZ diskutiert über den Plan eine neue Moschee
an der Viersener Straße in Krefeld zu errichten. Die
Bezirksparteien
sind dagegen. Petra Schneppe (SPD): "Wir werden den Bau der Moschee
nicht mittragen, denn damit ist ein großes islamisches Zentrum
verbunden.
Das ist aus verkehrstechnischen Gründen nicht machbar." Auch
Werner
Wingender (CDU) war dagegen und meinte: "Beten können Sie doch
überall." Ob das wohl auch so ausgefallen wäre, ginge es
um eine katholische Kirche?
09. Mai 1999
Einige DVU-Anhänger treffen sich am Krefelder Hauptbahnhof um
gemeinsam mit einem Bus zu einer DVU-Veranstaltung zu fahren.
06. Juni 1999
Die REP's behängen die Stadt Krefeld mit Plakattafeln zur
Europawahl.
01. Juli 1999
Zwei Nazi-Skins aus Kempen (Kreis Viersen) überfallen auf dem
Kempener Bahnhof einen 34jährigen Mann aus Geldern. Sie schlagen
und
treten ihn so zusammen, daß er schwer verletzt ist und einen
Augenhöhlenbruch
erleidet.
02. Juli 1999
Nach der Verschleppung des PKK-Vorsitzenden Öcalan in die
Türkei
forciert die Stadt Krefeld die Abschiebung von Kurd/inn/en. Immer mehr
Kurd/inn/en tauchen deshalb ab in den Untergrund. Die WZ berichtet
über
den Kurden A. Sönmez der mit einer Deutschen verheiratet ist und
abgeschoben
werden soll. Das Ausländeramt behauptet, er würde angeblich
eine
Scheinehe führen. Seine Frau berichtet in der Zeitung, wie sie
selbst
gesehen hat, wie das Ausländeramt bei einer Antragstellung die
Tür
verschlossen hat und den Mann bis zur Abholung gefangengehalten wurde.
12. August 1999
Zur Krefelder Kommunalwahl kandidieren in zwei Wahlkreisen auch die
rechtsextremen "Republikaner".
28. August 1999
Ein 15jähriger aus Krefeld nutzt die Abwesenheit seiner Eltern
zu einer lautstarken Party. Als Nachbarn die Polizei rufen, wird der
Polizeiwagen
mit einer Flasche beworfen. Darauf folgt ein Großeinsatz der
Polizei.
Die Polizei geht aggressiv vor, sperrt einen Teil der Jugendlichen bis
zum Vormittag ein oder setzt sie in einer einsamen Gegend am Stadtrand
aus. Ein Jugendlicher wird so sehr mit dem Gummiknüppel
geschlagen,
daß er mit dem Verdacht auf Knochenbrüche geröngt
werden
mußte. Mehrere Eltern stellten Anzeige gegen die Polizei.
29. August 1999
Der "Tag der Heimat" wurde wieder gemeinsam von der Stadt, dem
Kreisbeirat
für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen
und dem Bund der Vertriebenen begangen. Redner war der CDU-OB
Pützhofen.
In der "Deutschen Umschau" der rechtsextremen DVU wurde danach
über
diese Veranstaltung unter "KV Krefeld" ausführlich berichtet.
03. und 04. September 1999
Infostände der "Republikaner" in der Krefelder
Fußgängerzone.
12. September 1999
Bei den Kommunalwahlen im Krefeld erreichen die "Republikaner" im
Bezirk
Krefeld-Süd 3,0 % und 1 Sitz in der Bezirksvertretung. Der REP
Jakob
Ixkes wird nun dort vertreten sein.
16. September 1999
Die Lokalausgabe der WZ berichtet über folgenden Fall: Ein
Krefelder
lernt in Bangkok einen in den USA aufgewachsenen Thai kennen und die
beiden
werden ein gleichgeschlechtliches Paar. Doch als dieser Thai nach
Krefeld
ziehen will, bekommt er vom Krefelder Ausländeramt keine
Aufenthaltsgenehmigung.
Auch als sein Krefelder Freund eine Krankenversicherung für ihn
abschließt
und sich verpflichtet jedes finanzielle Risiko (selbst eine etweilige
Fahnung
durch die Polizei) zu übernehmen, bleibt das Ausländeramt
hart.
Alle Eingaben und Versuche über Kommunalpolitiker etwas zu
erreichen
bleiben ohne Ergebnis. Inzwischen haben die beiden das Problem
gelöst:
Der Krefelder nahm einen Wohnsitz in einer Nachbarstadt und innerhalb
von
4 Wochen war dort die Aufenthaltsgenehmigung da.
22. September 1999
Die Lokalpresse berichtet über eine Schlägerei vorm
Hauptbahnhof.
BGS-Beamte hätten zwei Farbige kontrolliert. Im Verlauf der
"Kontolle"
sei es zu einer Schlägerei gekommen. Wieso und von wem dies
ausging
bleibt im Dunkeln. Schließlich habe die Polizei die beiden
Farbigen
festgenommen. Bemerkt wurde noch, daß die Zuschauer empört
gewesen
wären.
2. Oktober 1999
Zum "Tag des Flüchtlings" kritisiert der Flüchtlingsrat die
Stadt. Zitat: "Immer noch leistet sich Krefeld als einzige Stadt
Nordrhein-Westfalens
und entgegen den Beschlüssen des eigenen Stadtrats in der
ehemaligen
Kaserne auf der Georg-Marshall-Straße ein Großlager mit 400
Menschen. Sogar Familien mit Kindern sind dort untergebracht. Die
sozialen
und hygienischen Zustände sind inhuman und sollen offensichtlich
zur
Abschreckung dienen."
16. Oktober 1999
Ausländerfeindlicher Leserbrief in der WZ. Ein Peter S. aus
Krefeld
verbreitet darin den Quatsch, allen Ausländern mit
Aufenthaltserlaubnis
stände ein kostenloses Handy zu, mit dem sie in der Welt
herumtelefonieren
könnten. Den Deutschen würde aber der Gürtel immer enger
geschnallt. Wird eigentlich jeder Blödsinn geglaubt?
2. November 1999
Die Bezirksvertretung Krefeld-Süd wählt einen neuen
Bezirksvorsteher.
Das Rennen macht Dieter Lundström (CDU). Gewählt wird er mit
den Stimmen von CDU, Grünen und Republikanern.
19. Dezember 1999
Der Krefelder CDU-Fraktionvorsitzende Fabel wendet sich in einer
Presseerklärung
gegen die Krefelder SPD, die eine Härtregelung für
Flüchtlinge
gefordert hatte, die länger als 5 Jahre hier leben. Als besonderen
Erfolg der CDU stellt er heraus, daß die Zahl der Asylbewerber in
Krefeld von 1992 bis heute sich von 2292 auf 1300 verringert
hätte.
11. Januar 2000
In Willich (Kreis Viersen) werden nun an der Kochstraße
jüdische
Familien aus der ehemaligen UdSSR untergebracht. Zuvor war geplant
gewesen,
dort Asylbewerber aus dem Irak und Iran wohnen zu lassen, wogegen es
heftige
Proteste der Nachbarn gegeben hatte.
14. März 2000
Zwei Männer aus Viersen werden von der Polizei dabei
überrascht,
wie sie Hauswände in der Viersener Innenstadt mit Hakenkreuzen
bemalen.
Sie versuchen zwar noch Farbtöpfe und Pinsel zu verstecken, geben
aber schließlich die Schmierereien zu.
27. März 2000
Bei einem Eishockey-Spiel in der Krefelder Rheinlandhalle kommt es
fast zu einer Massenschlägerei. Die Situation geht aus von einer
Gruppe
von 15 bis 20 Skinheads, droht aber auf etwa 100 Sympathisanten
überzugreifen.
Die Polizei kann gerade noch schlimmeres verhüten.
3. April 2000
Konzert der Krefelder Skin-Band "Barking Dogs" im Raum Stuttgart
gemeinsam
mit den Skinhead-Bands "Volkstroi", "Radikahl" und "Propaganda". Die
genannten
Bands gehören zur klar rechtsextremen Szene. Das Konzert fand wohl
unter halb "illegalen" Indianerspiel-Bedingungen statt, da nach "Rock
Nord"
die Konzerhalle am Vortag gekündigt worden war.
3. April 2000
Prozeß gegen den Krefelder Uwe D. der im letzten September in
die Fraktionssitzung der Grünen geplatzt war. Nachdem er des
Raumes
verwiesen wurde, beschimpfte er den Pförtner Ridvan S. als
"Sch...-Ausländer,
Kanaken und Kümmel". Da der Angeklagte in einem zweiten Fall wegen
Verleumdung und Körperverletzung vor Gericht stand, wurde eine
Gesamtgeldstrafe
von 1875 DM verhängt. Der Verurteilte tritt bei den Landtagswahl
als
"freier Kandidat" an.
3. April 2000
Der Krefelder Wahlausschuß läßt zur Landtagswahl auch
die beiden REPs Jakob Ixkes und Peter Orczechowski als Kandidaten zu.
8. April 2000
Zwei als polizeibekannte Rechtsradikale geltende Krefelder gröhlen
in ihrer Wohung braune Parolen. Als die Polizei anrückt, wurde den
Beamten noch das Horst-Wessel-Lied vorgetragen.
13. April 2000
Veranstaltung der Krefelder CDU mit J. Rüttgers. Der bekannte
Rechtsextreme Dr. Höfs versucht durch rassistische Sprüche
die
Veranstaltung zu beeinflussen.
20. April 2000
Auftritt der braunen Musikgruppe "Sol Invictus" in der Krefelder
Kulturfabrik.
(Hitlers Geburtstag!) Das "Nationale Infotelefon" der NPD ruft zum
Besuch
der Veranstaltung auf. Zu einer Demo der Krefelder Antifa kommen etwa
90
Personen.
24. April 2000
Zwei Skinheads aus Krefeld und Willich (Kreis Viersen) pöbeln
einen 17jährigen Türken in Mönchengladbach an. Sie
stoßen
ihn zu Boden und treten ihn mit Springerstiefeln. Der junge Türke
kann sich befreien und die Polizei anrufen.
05. Mai 2000
Die rechtsextremen Republikaner bestücken die Stadt mit hunderten
Stellschildern zum Landtagswahlkampf. Parole: "Kinder statt Inder".
04. Juni 2000
Einige DVU-Anhänger treffen sich am Krefelder Hauptbahnhof um
gemeinsam mit einem Bus zu einer DVU-Veranstaltung zu fahren.
06. Juni 2000
Das Krefelder Ausländeramt will eine kurdische Mutter mit
fünf
Kindern in die Türkei abschieben. Obwohl die Kurden eine Duldung
haben,
über einen Rechtsanwalt Widerspruch eingelegt hatten und obwohl
der
Fall im Petitionsausschuß des Landtags zur Behandlung steht. Der
Landtag hatte der Stadt Krefeld bis zum 30. Juni Zeit zur
Stellungsnahme
gegeben. Nun soll die kurdische Mutter mit ihren Kindern am 20. Juni
abgeschoben
werden. Selbst der Petitionsreferent des Landtags erklärte in der
Presse: "Solche Vorgehensweisen sind nicht okay, aber gesetzlich
erlaubt."
21. Juni 2000
Der REP Jakob Ixkes gibt aus "persönlichen Gründen" sein
Mandat in Bezirksvertretung Krefeld-Süd zurück. Der 2. auf
der
REP-Liste, Peter Orczechowski, will auch nicht in die BV
einrücken,
wodurch die REPs dort nun nicht mehr vertreten sind.
26. Juni 2000
Ein Antrag der Grünen über die geplante Abschiebung der
kurdischen
Familie Manaz im Stadtrat zu reden, wird von der CDU-Fraktion
abgelehnt.
29. Juni 2000
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Fabel meint
in einer Presseerklärung Kirchenasyl wäre Rechtsbruch. Es
geht
dabei um die kurdische Familie Manaz, die sich ins Kirchenasyl
geflüchtet
hat. Fabel hält das für einen Rechtsbruch, da es in der BRD
angeblich
eine "weltweit einmalige gewissenhafte Prüfung jedes Einzelfalles"
gebe. Deshalb müßten rechtskräftig abgelehnte
Asylbewerber
auch konsequent in ihre Heimat abgeschoben werden.
05. Juli 2000
In einem Leserbrief an die WZ zum Fall Manaz schreibt eine Frau Plewka
von "Asylbetrug ohne Ende" etc.
10. Juli 2000
Ein Dr.-Ing. Hanns Gert Bitter schreibt in einem Leserbrief an die
WZ von "betrügerischen Missbrauch des liberalsten Asylrechts
dieser
Welt" und davon, daß "dem anachronistischen Kirchenasyl ein
schnelles
Ende bereitet" werden müßte.
12. Juli 2000
Leserbrief eines Thomas Jereczek aus Meerbusch in der Krefelder WZ,
der die Haltung der CDU-Politiker im Fall Manaz lobt. Jereczek betreibt
zugleich eine rechtsextremistische Homepage im Internet.
13. Juli 2000
In Rheurdt, einem kleinen Dorf am linken Niederrhein, beschimpften
Neonazis einen türkischen Jungen mit "Kanacke"-Rufen. Dafür
haben
sie sich - nachdem der Fall in der örtlichen Presse für
Wirbel
sorgte - öffentlich entschuldigt und beteuern, sie seien keine
Nazis.
In diesem Zusammenhang geht es um eine "Gotcha"-Gruppe aus der Stadt
Moers,
die in dem Dorf ein großes Gelände gepachtet hat und dort
ihre
Wehrsportübungen veranstaltet. Aus dem Gelände wurde ein
Sammelbecken
für militante Nazis. Der Anführer dieser Truppe,
Schützenkönig
und Bundeswehr-Reservist, geht mit der Gemeinde auf Konfrontationskurs:
Die Auflagen der Behörde, die Einzäunung des Geländes
wieder
rückgängig zu machen, werden nicht erfüllt.
18. Juli 2000
Leserbrief von Dipl.-Ing. Paul Kesseler (Stadtbaudirektor) in der
Krefelder
WZ zum Fall Manaz. Er bewert sich darüber, daß die
Behörden
verunglimpft würden und schlägt vor: "Sie - die Gutmenschen -
schließen einen per Bankbürgschaft abgesicherten
öffentlich-rechtlichen
Vertrag, indem sie - die Gutmenschen - die Kosten des Aufenthaltes und
des Lebensunterhaltes dieser Frau und ihres gesamten Aufenthaltes
übernehmen
und tragen." Der Hetzbegriff "Gutmensch" wurde von Adolf Eichmann
geprägt,
dem SS-Obersturmbannführer und Leiter des Judenreferats im
Reichshauptsicherheitsamt
und verantwortlich für die Transporte von Millionen Menschen in
die
KZ's. Laut Eichmann waren "Gutmenschen nur zu einem gut, nämlich
zur
Vernichtung".
29. Juli 2000
Leserbrief der Krefelder FDP-Politikerin Irmingard Stockhausen zum
Fall Manaz. Sie wendet sich gegen ein Asyl und fragt: "Wer weiß
denn,
ob die Kinder Manaz später einmal Steuerzahler sein werden?"
31. Juli 2000
In Kaldenkirchen (Kreis Viersen) überfallen fünf Skins zwei
Schwarzafrikaner nahe bei Eiscafe "Zalivani" in der
Fußgängerzone.
Die Schläger kamen aus der benachbarten Kneipe, die als Treffpunkt
der rechten Szene gilt.
1. August 2000
Gegen 23.30 Uhr bewegt sich eine größere Gruppe von Skins,
mit Eisenstangen und Knüppeln bewaffnet, in Richtung des
Asylbewerberheimes
in Kaldenkirchen. "Heil Hitler"-Rufe sollen zu hören gewesen sein,
so Anwohner. Die Polizei stoppt die Gruppe und verhaftet drei Skins.
Einer
der drei Verhafteten war im Mai wegen Volksverhetzung zu eineinhalb
Jahren
ohne Bewährung verurteilt worden. Ein weiterer der Verhafteten war
gerade erst aus dem Jugendarrest entlassen worden. Er war verurteilt
worden
wegen Diebstahl und der Herstellung von Raubkopien von CD's mit rechtem
Liedgut.
2. August 2000
Die Scheiben der Bezirksverwaltungstelle Krefeld-Mitte und des
Stadttheaters
werden mit ausländerfeindlichen Parolen beschmiert.
5. August 2000
Leserbrief eines Dietrich Hennes aus Krefeld der sich gegen das
Asylrecht
für die Familie Manaz stark macht. Er bekagt sich, "dass die
Leute,
die das Wort 'Menschlichkeit' ständig im Munde führen, so
'unmenschlich'
mit denen umgehen, die unserem Gemeinwesen mit der Umsetzung der
Rechtsnormen
dienen."
12. August 2000
Interview im Lokalteil der WZ mit dem Vorsitzenden der jüdischen
Gemeinde Krefeld. Er erklärt u.a.: "Trotzdem wissen wir, dass es
eine
rechtsradikale Konstante gibt. Wir bekommen schon häßliche
anonyme
Anrufe und Briefe."
15. August 2000
An diesem Dienstag wurde bei einem Genossen der DKP, wir nennen ihn
mfg, eine Fensterscheibe eingeworfen. mfg wohnt im zweiten Stock eines
Miethauses im Zentrum Krefelds. Die Täter, zwei Jugendliche wurden
gefasst. Sie wurden offenbar für die Tat bezahlt.
18. August 2000
Mehrere Neonazis treffen sich am Krefelder Hauptbahnhof, die offenbar
in Richtung Hamburg unterwegs sind. Dort sollte am 19. August ein
NPD-Aufmarsch
stattfinden.
20. August 2000
In der Nähe des Flughafen Mönchengladbach werden von der
Polizei sieben 17- bis 21-jährige überprüft. Sie stammen
aus Mönchengladbach, Krefeld und Willich (Kreis Viersen). Zuvor
hatten
sich Anwohner über rechtsgerichtete Parolen beschwert. Bei den
Jugendlichen
wurde fremdenfeindliche Schriften sichergestellt.
21. August 2000
In der Krefelder Lokalausgabe der WZ zeigt sich der Pfarrer Schmidt
entsetzt über Unterlagen in der Akte der im Kirchenasyl lebenden
Familie
Manaz. Es geht um einen Schriftwechsel zwischen dem Ex-CDU-Ratsherrn
Theo
Rangs und dem Generalkonsul der BRD in Izmir. Darin äußert
sich
Rangs in deftiger Sprache über das Verhalten derjenigen, die sich
für die Familie einsetzen und belegt vor allem die Geistlichen mit
einem Schimpfwort.
27. August 2000
Zwei Lieferwagen der "Krefelder Tafel" werden auf dem Parkplatz mit
Hakenkreuzen, sowie "DVU", "Sieg Heil", "Kraftschlag" u.ä.
beschmiert.
Die "Krefelder Tafel" sammelt Lebensmittel und verteilt sie an
Sozialschwache,
Rentner, Obdachlose und Asylbewerber.
31. August 2000
Gespräch der WZ-Lokalausgabe mit dem Krefelder
Polizeipräsidenten
Dieter Friedrich (CDU), der erklärt das Aktionsprogramm des
NRW-Innenministers
gegen Rechtsextremismus werde in Krefeld nicht umgesetzt.
"Glücklicherweise
sind Rechte bei uns nicht das Problem", meint Friedrich. Auch rechte
Schmierereien,
wie unlängst am Theaterplatz oder am Arndt-Gymnasium, seien -
seiner
Meinung nach - sicherlich nicht politisch motiviert. Zwar gebe es in
Krefeld
"wie in jeder Großstadt" eine rechte Szene, der auch der
"Krefelder
Gesprächskreis" zuzurechnen sei. Dieser Gruppe, die auch im
Verfassungsschutzbericht
NRW erwähnt wird, gehörten rund 40 Personen an "zumeist aus
rechtsextremistischen
Organisationen, wie REP, NPD und DLVH". Sie trifft sich zweimal im
Monat
in einer Gaststätte in Krefeld-Uerdingen.
01. September 2000
Aufruf "Ja zu Deutschland - Ja zur NPD" in der NPD-Zeitung "Deutsche
Stimme" (9/00), initiiert von Horst Mahler. Erstunterzeichner ist auch
Dr.
Hans-Ulrich Höfs aus Krefeld, Chemiker bei BAYER und
Organisator
des "Krefelder Gesprächskreis".
01. September 2000
WZ-Bericht über die Ermittlungsgruppe "Fremdenfeindliche
Straftaten"
im Kreis Viersen. Die Anzahl dieser Straftaten hätte sich in den
ersten
acht Monaten des Jahres 2000 verdoppelt. Im Kreis Viersen habe es in
dieser
Zeit 28 "rechte" Straftaten gegeben.
07. September 2000
Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Krefelder Rat, Wilfried
Fabel, erklärt in einer Presseerklärung: "Der Aufenthalt
von Obdachlosen auf dem Theaterplatz ist inakzeptabel". Er wendet sich
gegen eine Duldung der Stadtverwaltung und meint: "Es ist kein Beitrag
zur Attraktivierung des Theaterplatzes, wenn diese Personen auf grund
einer
amtlichen Anordnung ausgerechnet in der 'guten Stube' der Stadt
geduldet
werden." Er fordert "dass die Duldung unverzüglich aufgehoben
wird."
08. September 2000
Großbrand auf der Gladbacherstr. in Krefeld. Dabei wird ein seit
25 Jahren in Krefeld lebendes jugoslawisches Ehepaar obdachlos. Die
Stadt
will sie zuerst in das Asylbewerberlager einweisen. Als der Frau die
Tränen
kommen, bot man ihnen eine Wohnung auf dem deutschen Ring an:
Unmöbliert,
ohne Heizung und Tapeten, mit nacktem Estrichboden. Das Paar wurde
schließlich
von Krefelder Bekannten aufgenommen.
08. September 2000
Die Krefelder Familie Eren lebt seit einiger Zeit in Unna im
Kirchenasyl.
Mutter Besra erhielt nun vom Bundesamt aufgrund eines
fachärztlichen
Gutachtens die Aufenthaltsduldung. "Damit ist wohl der Verdacht der
Krefelder
Behörde 'sie simuliere nur den sterbenden Schwan', widerlegt",
erklärt
Guido Brühl, der Anwalt der Familie Eren. Als Antwort aus Krefeld
erhielt Brühl den einen Satz: "Ich bin bereit, nur Frau Eren eine
Duldung zu erteilen." Brühl: "Ich bin erschüttert." Mann und
Kinder können weiter abgeschoben werden.
09. September 2000
Interview im WZ-Lokalteil mit Werner Hox, Leiter des Polizeilichen
Staatsschutzes Krefeld. Auf die Frage "Gibt es NPD-Mitglieder in
Krefeld?"
antwortete er: "Es ist dem Staatsschutz in Krefeld derzeit keine
organisierte
Ortsgruppe der NPD bekannt. Versuche Einzelner, eine Ortsgruppe zu
bilden,
sind bisher immer gescheitert." Seit Monaten ist in der
NPD-Landeszeitung
eine Kontaktadresse eines Krefelder NPD-Kreisverbandes abgedruckt.
10. September 2000
Auf Einladung des Oberbürgermeisters Pützhofen (CDU), des
Vereins für Heimatkunde, des Kreisbeirats der Vertriebenen und des
Bundes der Vertriebenen - Vereinigte Landsmannschaften wurde in Krefeld
wieder der "Tag der Heimat" gefeiert. Zu den "Feierlichkeiten" waren
rund
300 Besucher gekommen und es sprach u.a. Rüdiger Goldmann, stellv.
BdV-Landesvorsitzender. Goldmann ist ein ehemaliger Funktionär des
weit rechts stehenden "Witikobundes". Es sang dann noch ein Chor
"ostdeutsche
Volkslieder" und die Nationalhymne. So störte es nur am Rande,
daß
Antifaschisten gegen die Veranstaltung protestierten.
12. September 2000
Prozess gegen einen 29-jährigen Krefelder. Er hatte 1998 auf der
Gladbacher Ecke Neustraße ein älteres türkisches
Ehepaar
angegriffen. Der türkischen Ehemann wurde gewürgt und ihm
wurde
ein Ringfinger gebrochen. Seine Frau wurde von der Lebensgefährtin
des Angeklagten mit dem Schuh malträtiert. Bei ihr wurde eine
Augenoperation
erforderlich. Dabei rief der Angeklagte "Türken raus!" Er wurde zu
9 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.
14. September 2000
Der Stadtrat der Stadt Unna verabschiedet eine Resolution, mit der
die Stadt Krefeld aufgefordert wird, "an einer humanitären
Lösung
der menschlich schweren Probleme, in der sich die kurdische Familie
Eren
befindet, konstruktiv mitzuarbeiten". Weiter "sollten Rat und
Verwaltung
der Stadt Krefeld berücksichtigen, dass durch die Durldung von
Besra
Eren eine neue Gesamtsituation für die siebenköpfige Familie
entstanden ist." Es geht um die seit vielen Jahren in Krefeld
lebende
Familie Eren die sich nach Unna ins Kirchenasyl gefüchtet hat.
16. September 2000
Die 67jährige Jüdin Dr. Ruth Frank beschwert sich in der
Lokalausgabe Krefeld der WZ darüber, daß das Krefelder
Mahnmal
zum Gedenken an den sechsmillionenfachen Mord an den Juden völlig
verdreckt ist. Auch auf dem Friedhof läge einiges im Argen. Da
wuchert
Unkraut am Ehrenmal für die 25 im I. Weltkrieg gefallenen Juden
und
auch um das Ehrengrab des jüdischen Kinderarztes Hirschfelder ist
es nicht gut bestellt. Frank: "Mit meiner Freundin kümmere ich
mich
häufig darum. Aber wir werden alle ja auch nicht jünger."
Anrufe
bei der Stadt hätten nichts bewirkt.
27. September 2000
Prozeß gegen eine 24-jährigen vor dem Krefelder Amtsgericht
wegen Volksverhetzung. Der Mann ist Mitglied eines großen
Sportvereins,
bei dem das ständige Senden von SMS-Mails per Handy in Mode ist.
Im
April 2000 hatte er einen extrem ausländerfeindlichen Vierzeiler
an
eine junge Frau geschickt, die Anzeige erstattete. Der 24-jährige
wurde zu 1500 DM Geldstrafe verurteilt.
29. September 2000
Eine 18-jährige Schwarzafrikanerin aus Siera Leone wird gegen
23 Uhr im Bereich Rheinstraße/Ostwall von 3 Unbekannten
überfallen
und mit einer abgebrochenen Flasche schwer verletzt. Die junge Frau
erlitt
eine tiefe Schnittverletzung knapp unterhalb der Lunge. Die Krefelder
Polizei
geht nicht von Ausländerhass als Tatmotiv aus.
31. September 2000
Abschlußveranstaltung zur "Woche des ausländischen
Mitbürgers"
in Krefeld. Die Bürgermeisterin Karin Meinke (CDU) meinte in ihrer
Rede, Ausländerfeindlichkeit sei in Krefeld kein Thema.
10. Oktober 2000
Die Vorsitzende der Kinderkommission des Deutschen Bundestages
appelliert
in einem Schreiben an den Krefelder OB Pützhofen der Familie Manaz
ein Bleiberecht zu gewähren. Nach dem Studium der Unterlagen hat
sie
den Eindruck gewonnen, die Stadtverwaltung Krefeld sei sich nicht
darüber
im Klaren gewesen, daß sie "einen erheblichen Ermessensspielraum
zugunsten von Frau Manaz und ihren fünf Kindern hat".
14. Oktober 2000
Nach einer Szene-Feier in Krefeld wollte eine angereiste
Skinhead-Gruppe
mit dem Zug nach Hause fahren. Vor dem HBF kam es zu einer heftigen
verbalen
Auseinandersetzung mit türkischen Männern, die in einem Auto
vorbeifuhren. Nachdem die Skinheads feststellten, daß sie den
letzten
Zug verpasst hatten, verliessen sie den Bahnhof am Südausgang.
Dort
wurden sie von einer Gruppe Türken erwartet und es kam zu einer
Schlägerei.
Die Polizei nahm sieben türkische Männer und fünf
Skinheads
vorläufig fest.
17. Oktober 2000
Bericht im Krefelder Lokalteil der WZ über die Tochter eines
Juden,
die nach Ostafrika- und England-Aufenthalt mit 65 Jahren nach Krefeld
zurückgekehrt
ist. Ihr Vater und mehrere Verwandte wurden während der
Naziherrschaft
ermordet. Ihre Mutter und ihre Geschwister konnten wie sie fliehen. Nun
ist sie in ihre Heimatstadt zurückgekehrt und hat einen Antrag auf
einen deutschen Pass gestellt. Ihr wurde gesagt, daß das
fünf
Jahre dauern würde. Ihre Vergangenheit zählt für die
Behörde
nicht.
20. Oktober 2000
Prozeß gegen einen 18-jährigen Krefelder. Er hatte, zusammen
mit 20 Freunden, einen 19-Jährigen massiv beschimpft weil dieser
eine
Bekannte des Angeklagten als "Nazi" bezeichnet hatte. Als der
19-Jährige
davonfahren wolle, trat er gegen seinen Neuwagen. Außerdem hatte
der 18-jährige Krefelder von seinem Handy an fünf Personen
eine
SMS-Mail mit dem Text "Mit diesem Knopfdruck haben sie soeben ein
Asylantenheim
in die Luft gesprengt" geschickt. Die Empfänger fanden das nicht
lustig
und zeigten ihn an. Er wurde zu 300,- DM Geldstrafe verurteilt.
31. Oktober 2000
Gerichtstermin zwischen dem Vorstand der "Adelbert-Stiftung" und ihrem
Stifter Paul Kleinewefers. Kleinewefers
wirft
dem Stiftungs-Vorstand finanzielle Unregelmäßigkeiten vor,
der
Vorstand hat plötzlich die NS-Vergangenheit des Stifters entdeckt.
Das Urteil wurde auf Dezember verschoben.
03. November 2000
Bericht im Lokalteil der WZ über eine jüdische Familie in
Krefeld. Wünschen würden sie sich, mal wieder einen Feiertag
ohne Polizeischutz zu feiern. So entgingen sie nur knapp einem
Bombenanschlag
auf eine Synagoge und auch ihre Privatwohnung wird wegen diverser
Anrufe
regelmäßig von der Polizei kontrolliert.
14. November 2000
Eine "Gemeinschaft Nationales Deutschland" (GND) mit Postfach in Kempen
(Kreis Viersen) plant für Sonntag, den 19.November die
Durchführung
eines "Heldengedenkens" in Mönchengladbach. Die bislang unbekannte
neofaschistische Gruppe, die auch eine eigene Internetseite betreibt,
wirbt
derzeit massiv mit Aufklebern für diese Veranstaltung.
17. November 2000
In einem Leserbrief an den Krefelder Lokalteil der WZ beschwert sich
ein Helmut Ramroth aus Krefeld darüber, daß für kranke
Deutsche kein Geld da sei, aber kriminelle Kosovo-Albaner, ein
türkischer
Drogenring sowie verletzte Palästinenser würden "auf Kosten
des
deutschen Steuerzahlers" bezahlt.
18. November 2000
Die NPD verteilt in der Viersener Fußgängerzone
Flugblätter.
19. November 2000
Die "Gemeinschaft Nationales Deutschland" verteilt in der Kempener
City ein Flugblatt "Wer wir sind".
21. November 2000
Das extrem rechte "Krefelder Forum Freies Deutschland" versendet eine
ausländerfeindliche "Krefelder Erklärung" per eMail an
verschiedene
Adressen.
27. November 2000
Die neofaschistische GND verteilt ein Flugblatt mit dem Titel
"Liberalismus
- Freimauererei" in Briefkästen in St. Tönis (Kreis Viersen).
Eine Anwohnerin erstattet Anzeige.
08. Dezember 2000
Zwei deutsche Mädchen ärgern sich darüber, daß
zwei junge Türkinnen zu lange in einer Telefonzelle an der
Drießendorfer
Straße in Krefeld telefonieren. Sie reißen die
Zellentür
auf und eine der Türkinnen an den Haaren zu Boden. Sie schlug mit
dem Gesicht so hart aufs Pflaster, daß sie mit einer blutenden
Wunde
im Krankenhaus behandelt werden mußte. Auch ihre Brille ging
kaputt.
"Scheiß Türken!" soll eine der deutschen Mädchen
gebrüllt
haben.
11. Dezember 2000
Die Stadt Duisburg möchte in Duisburg-Hohenbudberg (nahe der
Stadtgrenze
zu Krefeld) eine forensische Klinik errichten. Der Krefelder OB
Pützhofen
(CDU) erklärt daraufhin, daß er sich mit allen zur
Verfügung
stehenden Mittel gegen diese Klinik für suchtkranke
Straftäter
wenden wird.
19. Dezember 2000
Der Krefelder WZ-Redaktionsbus notiert in Uerdingen Meinungen zur
geplanten
Klinik für drogenkranke Straftäter. "Schickt die Kriminellen
in die Wüste", ist der Bericht überschrieben und so waren
denn
auch viele Meinungen.
14. Januar 2001
In einer Telefonzelle am Karlsplatz in Krefeld wird ein
Schwarzafrikaner
durch mehrere Messerstiche schwerverletzt gefunden. Über die
Motive
der Tat kann die Polizei keine Angaben machen.
18. Januar 2001
Brand in einem Haus auf der Stepfanstr. in Krefeld. Die Bewohner werden
von der Feuerwehr über die Drehleiter gerettet. Das Haus wurde zum
Teil von Ausländern bewohnt. Der Sachverständige geht von
Brandstiftung
aus. Die Polizei schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund
aus.
19. Januar 2001
Prozeß gegen eine 19-jährige Frau aus Togo wegen Widerstand
gegen die Polizei. Amnesty International sieht die Frau jedoch als
Opfer
einer Menschenrechtsverletzung. So kam es zwischen der Frau und einem
Verkaufer
in einem Geschäft zu einer lautstarken Auseinandersetzung. Als die
Frau aus Togo sich weigerte den Laden zu verlassen rief der Besitzer
die
Polizei. Diese legte der Frau Handschellen an und trug sie aus dem
Geschäft.
Die 19-jährige behauptet dabei misshandelt worden zu sein. So war
die Frau zur Zeit der Vorfall schwanger und wurde von der Polizei ins
Krankenhaus
gebracht. Die Handschellen behielt die Frau aber dort die ganze Zeit
an.
Als für eine Untersuchung die Handschellen gelöst werden
mussten,
rief der Arzt die Polizei, die eine halbe Stunde später vor Ort
war.
19. Januar 2001
Zwei junge Türken geraten in Streit mit deutschen Neo-Nazis. Einer
der beiden wird von den Nazis verprügelt. Am Tag darauf sannen die
beiden auf Rache. Sie suchten in der Krefelder Innenstadt nach
Nazi-Skins.
Fustriert von der erfolglosen Suche spielte einer der beiden mit seiner
Gaspistole und verletzte sich dabei schwer. Der Polizei versuchten sie
zuerst zu erzählen, sie seinen von Nazis beschossen worden. Die
Geschichte
flog jedoch schnell auf.
25. Januar 2001
Das kirchliche Jugendzentrum in Krefeld-Uerdingen wendet sich mit
Projekten
und Aktionen gegen den zunehmenden Rechtsextremismus. Diese Projekte
wurden
initiert da das Zentrum in der Vergangenheit durch eine "rechte Gang"
von
der Schließung bedroht war.
26. Januar 2001
Prozeß gegen sieben Jugendliche aus Nettetal (Kreis Viersen)
wegen versuchter Körperverletzung. Es ging um einen versuchten
Überfall
auf das Asylbewerberheim in Kaldenkirchen. Die beiden Haupttäter
wurden
zu Haftstrafen verurteilt. Obwohl diese beiden Täter wegen bereits
wegen Volksverhetzung und anderen rechten Straftaten vorbestraft waren
und obwohl bei ihnen Propagandamaterial der NPD gefunden wurde, ging
das
Gericht davon aus, es handele sich nicht um eine durchstrukurierte
rechtsradikale
Bewegung.
30. Januar 2001
Prozeß gegen eine Mann aus Krefeld der den 2-jährigen Sohn
seiner Ex-Freundin zu Tode geprügelt hatte. Der Vater des Kindes
war
ein Türke. Das Gericht ging dabei nicht von einem
ausländerfeindlichen
Motiv aus, obwohl Zeugen aussagten, sie hätten zur Tatzeit Worte
wie
"Türkenbastart" und "Türkenkind, du bist Schuld" gehört.
21. Februar 2001
Prozeß wegen Meuterei gegen den 30-jährigen Mirko B. Er
hatte in der JVA Willich (Kreis Viersen) die Gitterstäbe mit
mehreren
Brotmessern durchgesägt und danach zu flüchten versucht.
Zuvor
hate er noch auf die abgesägten Gitterstäbe eine
Deutschlandfahne
gesteckt. Dazu erklärte er vor Gericht: "Ich bin zwar ein wenig
rechts orientiert, aber kein Skinhead."
28. Februar 2001
Gerichtsverhandlung gegen zwei 18- und 19-jährige aus Krefeld.
Den beiden wird vorgeworfen einen türkischen Asylbewerber
zusammengeschlagen
zu haben und Volksverhetzung. So hatten sie in ihrer Wohnung laut
braune
Parolen gegrölt und als die Polizei kam das Horst-Wessel-Lied
angestimmt.
Bei einer "Hitler-Gebursttagsfeier-Feier" hatten sie ebenfalls
rechtsradikale
Lieder gesungen und bei einer Fahrt zu einer NPD-Versammlung in Essen
war
es zu einer Zurückweisung durch die Polizei gekommen.
7. März 2001
Hausdurchsuchung der Polizei bei einem 25-Jährigen in Kempen
(Kreis
Viersen). Es wird umfangreiches rechtsextremes Propagandamaterial
gefunden.
Der 25-Jährige betrieb auch die Internetseiten der GND
(Gemeinschaft
Nationales Deutschland).
10. März 2001
Unbekannte dringen auf das Gelände der action medeor in Vorst
(Kreis Viersen) ein und beschmieren ein Plakat neben dem Eingang mit
einem
Hakenkreuz.
13. März 2001
Ein mit Kampfhose, Bomberjacke und Stiefeln bekleideter
37-jähriger
Krefelder skandiert in einem Mönchengladbacher Verbrauchermarkt
rechtsextreme
Parolen und geht in aggessiver Weise gegen Kunden vor. Zeugen riefen
die
Polizei, die dann wegen Volksverhetzung ermittelte.
15. März 2001
Leserbrief eines Dieter Plewka in der Lokalausgabe Krefeld der WZ.
Er fordert: "Keine neue Moschee in Krefeld! Und auch keine weitere
Moschee
mehr in ganz Deutschland."
17. März 2001
Kreisparteitag der CDU Krefeld. "Ich bin stolz ein Deutscher zu
sein", erklärt Winfried Fabel,
CDU-Fraktionsvorsitzender
unter dem Beifall der Delegierten. Und "wer nicht stolz darauf ist,
kann Deutschland auch nicht als Minister vertreten."
"Jeder
erbärmliche
Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz seyn könnte,
ergreift
das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz
zu
seyn."
Arthur Schopenhauer
12. April 2001
Dem Künstler Wolfram Schobel-Gundhardt aus Kaldenkirchen (Kreis
Viersen) werden nachts gegen 23.30 Uhr drei Fensterscheiben seines
Ateliers
eingeworfen. Der Künstler hatte im letzten Jahr mit einem Werk
"Giga-Art
gegen Rechts" auf sich aufmerksam gemacht. Nachdem in der Nacht die
gerufene
Polizei gerade wieder abgefahren war, knallte es wieder. Die
Windschutzscheibe
seines PKW's war eingeworfen worden. Der Künstler geht von einem
rechtsradikalen
Anschlag aus.
14. April 2001
Auf der Straße "Hinter Schönhausen" in Krefeld-Bockum werden
mehrere PKWs beschädigt. Die Reifen werden zerstochen und in den
Lack
Hakenkreuze eingeritzt. Einen rechtsextremen Hintergrund vermag die
Polizei
nicht zu erkennen.
28. April 2001
Leserbrief eines Dr.-Ing. Hanns Gert Bitter im Lokalteil Krefeld der
WZ. Ironisch nimmt er die Forderung nach mehr Sozialhilfe auf um am
Ende
zu schreiben: "Nur ich bin ein unbelehrbarer Deutscher, der von
Politik
und den staatlichen Organen eine wirkungsvolle Bekämpfung des
Missbrauchs
unseres liberalen Asylrechts durch cirka 95 Prozent aller Asylbewerber
verlangt und die konsequente Abschiebung von Asylbetrügern und
kriminellen
Ausländern erwartet!"
15. Mai 2001
Brandanschlag auf ein Ausländerheim auf der
Philadelphiastraße
in Krefeld. Das Feuer war im Treppenhaus gelegt worden. 32
Ausländer
wurden von der Feuerwehr über zwei Drehleitern gerettet.
Schlimmeres
wurde dadurch verhindert, daß die Feuerwehr sehr schnell eintraf.
Die Kripo erklärt keine Hinweise auf mögliche Täter zu
haben.
18. Mai 2001
Die Lokalausgabe der WZ informiert über 2 Asylbewerber die aus
Krefeld abgeschoben werden sollen. Dabei geht es einmal um einen
Bosnier
dessen in Deutschland geborener Sohn an einer gefährlichen
Knochenkrankheit
leidet. Ein weitere wichtige Untersuchung soll Ende August im
Krankenhaus
stattfinden. Die Ausländerbehörde teilte mit, daß "es
nicht beabsichtigt sei, den Aufenthalt .. bis Ende August 2001 zu
ermöglichen."
Dei dem zweiten Fall handelt es sich um ein schwer psychisch krankes
kurdisches
Ehepaar. Der Ehemann war in der Türkei wegen Aktivitäten
für
die PKK verhaftet und schwerstens gefoltert worden. Darauf beruht die
psychische
Krankheit. Im letzten August bescheinigte das Gesundheitsamt, daß
von einer vorgetäuschten Krankheit nicht die Rede sein könne,
und sie nicht reisefähig sei. Im April 2001 nun hieß es,
daß
"
vom Körperlichen her Reisefähigkeit" bestehe, Aufsicht
und Begleitung während des Fluges zur "Vermeidung
augenblicksgebundener
Handlungen" aber "dringend geboten" seien und für "weitere
fachärztliche und psychotherapeutische Behandlung ind der
Türkei
gesorgt" sein müsse. Davon kann man aber gerade in der
Türkei
nicht ausgehen. Doch das Krefelder Ausländeramt will abschieben.
19. Juni 2001
In Willich (Kreis Viersen) wird das Gasthaus am Park mit Hakenkreuzen
und dem Spruch "Arbeit macht frei" beschmiert.
22. Juni 2001
Prozeß am Amtsgericht gegen einen 75-jährigen Krefelder
wegen Volksverhetzung. Dem Mann wurde vorgeworfen, Ausländerkinder
grundlos beschimpft und verprügelt zu haben. Der Prozeß
wurde
gegen eine Geldstrafe von 1200 DM eingestellt, da der Mann psysisch
krank
sei.
29. Juni 2001
Wegen Volksverhetzung steht der 29-jährige Krefelder Frank B.
vor Gericht. Er hatte eine im gleichen Haus wohnende türkische
Familie
laufend beschimpft und auch in einem Fall versucht, den Sohn mit einem
gefährlichen Stoß zu verletzen. Eine andere türkische
Familie
bedrohte er mit: "Dich stech ich auch noch ab, ihr Dreckskanaken.
Einmal
knallen bei Euch Benzinbomben." Der bereits wegen des gleichen
Deliktes
Vorbestrafte wurde zu 300 Sozialstunden verurteilt.
3. Juli 2001
Die kurdische Familie Sahin soll abgeschoben werden. Das
ex-PKK-Mitglied
war in der Türkei stark gefoltert worden und ist dadurch schwer
traumatisiert.
Da ein früherer Kameramann des türkischen Fernsehen, der ihn
in der Türkei gepflegt hatte, nun in Deutschland ist, hatte I.
Sahin
Hoffnung auf ein neues Verfahren. Er tauchte unter. Die Vertreter des
Krefelder
Ausländeramtes erschienen bei der Wohnung der Sahins, wo nur die
Kinder
und eine Tante anwesend waren. Sie brachen mit Brachialgewalt die
Wohnungstür
auf und beschimpften die Anwesenden. Es sei mehrfach das Wort
"Arschloch"
gefallen, berichtete die WZ. Ein Anruf des Anwalts von I. Sahin hatte
das
Ausländeramt wohl nicht erreicht, da zu der Zeit niemand im
Büro
war. Das Ausländeramt behauptete in einer Erklärung, alles
wäre
ganz normal und ohne Gewalt abgelaufen, obwohl doch der zerbrochene
Türrahmen
und die herausgerissene Türklinke auf Photos in der Zeitung zu
sehen
waren.
10. Juli 2001
Prozeß gegen zwei 50 und 59 Jahre alte Männer vor dem
Krefelder
Amtsgericht wegen Volksverhetzung. Sie hatten auf dem Krefelder
Frankenring
in Höhe Blumenstrasse gemeinsam mit drei Jugendlichen betrunken
Naziparolen,
antisemitische Hetzsprüche und deutschtümelnde Lieder von
sich
gegeben. Das hatten sie auch fortgesetzt als eine Zivilstreife der
Polizei
auftauchte. Es wurde ein Geldstrafe von 3000,- DM verhängt.
14. Juli 2001
Bericht in der Lokalausgabe der WZ über einen Krefelder dessen
kenianische Ehefrau nicht nach Krefeld darf. Er hatte im März 2000
in Kenia eine Frau geheiratet, die er bereits seit 10 Jahren kennt. Das
Krefelder Ausländeramt erteilte jedoch keine Aufenthaltserlaubnis
für seine Frau, da es darauf beharrt, daß es sich um eine
Scheinehe
handelt. Um zu beweisen, daß das nicht so ist, legte Hermann P.
sogar
die Überweisungen für seine freiwillig nach Kenia geleisteten
Unterhaltszahlungen dem Ausländeramt vor. Auch das nutzte nichts.
Ohne sein Wissen verlangte Ausländeramts-Abteilungsleiter
Hans-Josef
Thißen von der Sparkasse Auskunft darüber, ob die
Überweisungen
echt wären. Erst durch den Einsatz des Krefelder SPD-MdB Bernd
Scheelen
konnte Hermann P. überhaupt erreichen, daß seine Frau ein
dreimonatiges
Touristenvisum für Krefeld erhielt. Die gut deutsch verstehende
Kenianerin
wurde auf dem Ausländeramt nicht gerade freundlich empfangen. Ihr
Mann durfte herein und "Die bleibt draußen", bekam sie zu
hören. Hermann P. wird nun in eine andere Stadt umziehen. Dort
soll
die Aufenthaltsgenehmigung kein Problem sein.
16. Juli 2001
Seit Herbst 2000 wird der Kindergarten Legionstraße im Krefelder
Stadtteil Gellep-Stratum immer wieder mit Nazi-Symbolen beschmiert. Der
Höhepunkt war am 16. Juli als Unbekannte ein begehbares Gitter,
das
einen Kellerschacht abdeckt, entfernten, worauf eine Erzieherin, die
zur
Arbeit kam, mit ihrem Wagen in das Loch fuhr. Gleichzeitig wurde das
Klingelschild
mit einem Hakenkreuz und "Adolf Hiltler" beschmiert.
30. Juli 2001
Zwei städtische Außendienst-Mitarbeiter versuchen einen
28-jährigen Kurden abzuholen, der abgeschoben werden soll. Da sie
in seiner Wohnung niemand antreffen, fahren sie zur Wohnung seines
Schwagers
in Krefeld-Traar. Als sie klingeln flüchtet der Kurde halb nackt
aus
dem Fenster. Ein großes Polizeiaufgebot wird gerufen, sogar ein
Polizei-Hubschrauber
sucht nach dem flüchtigen Kurden, der jedoch nicht gefunden wird.
06. August 2001
Ein 20-jähriger Krefelder und ein 21-jähriger Willicher
stehen
vor dem Krefelder Jugendgericht. Ihnen wurde vorgeworfen, sie
hätten
volksverhetzende Lieder in der Öffentlichkeit gegrölt,
verfassungswidrige
Schriften und CD's besessen und mehrfach in der Öffentlichkeit den
Hitlergruß gezeigt. Besonders zu Hitlers Gebursttag kam es zu
einem
besonderen Exzess bei dem auch ein gefährlicher Schlagstock, ein
sogenanntes
Würgeholz, in Spiel kam. Sie wurden zu 6 Monaten Jugendstrafe bei
2 Jahren Bewährung verurteilt.
01. September 2001
Am Abend tauchen im Uerdinger Bahnhof drei Naziskins auf. Nachdem sie
einiges an Alkohol konsumiert haben rempeln sie einen Türken an,
der
sich aber zur Wehr setzt. Danach machen auch andere Gäste den
Naziskins
unmißverständlich klar, daß sie unerwünscht sind.
02. September 2001
Am Hinterausgang des Krefelder Hauptbahnhofes treffen sich
DVU-Anhänger,
um mit einem Bus zu einer Frey-Veranstaltung zu fahren.
02. September 2001
Eine offensichtlich rechtsexteme Band "aus der Umgebung von Krefeld"
sucht im Internet nach einem Sänger. Probenraum ist vorhanden,
wird
erklärt, und zur Musik gesagt "natürlich mit nationalen
Texten,
also 100 % WP "(White Power)" und kein
"Es-tut-uns-leid-das-wir-leben"-Gesülze!".
Unterzeichnet wurde mit "88!" was in Nazi-Code für "Heil Hitler"
steht.
09. September 2001
Wieder einmal feiern die Vertriebenenverbände den "Tag der
Heimat".
Es spricht die Krefelder Bürgermeisterin Karin Meincke (CDU) zum
Thema
"Im Zentrum - Vertreibung ächten".
12. September 2001
Die Islamische Gemeinschaft Krefeld erklärt, sie fühle sich
von der Stadt wieder einmal getäuscht. Den die CDU hatte
angekündigt,
die Bauvoranfrage für eine Moschee erneut abzuschmettern.
14. September 2001
Das rechtsextreme "Krefelder Forum Freies Deutschland" berichtet auf
seiner Homepage über ein an diesem Tage geführtes
Gespräch
mit der politischen Polizei. Dort heit es: "Hans-Ulrich Höfs
und
Rainer H. führten ein mehrstündiges Gespräch für
das
Krefelder Forum mit dem Ersten Kriminalkommissar Hox, Führer des
sogenannten
Staatsschutzes in Krefeld, und seinem Mitarbeiter Kriminalkommissar
Klaaßen.
... Hauptthema des Meinungsaustauschs waren die verfassungsfeindlichen
Aktivitäten der linksextremistischen Antifa. Unvermittelt bot Hox
an, das Forum nicht mehr im Landesverfassungsschutzbericht zu
erwähnen.
Höfs und H. müßten eindringlich bitten, davon Abstand
zu
nehmen."
01. Oktober 2001
Die Krefelder Lokalausgabe der WZ macht eine Internet-Umfrage mit der
Frage: Ronald Barnabas
Schill,
besser bekannt als Richter "Gnadenlos", hat in Hamburg mit fast 20
Prozent
die politische Landschaft auf den Kopf gestellt. Unsere Frage: Braucht
unser Land eine neue "Law and Order" Partei, die knallhart durchgreift?61,2
% stimmten mit JA (bei insgesamt 139 Teilnehmern).
15. Oktober 2001
Der Krefelder CDU-MdL Winfried Schittges schreibt an den Bund der
Vertriebenen
und erklärt, er werde bei den anstehenden Haushaltsberatungen den
BdV unterstützen. Wörtlich: "Die CDU-Landtagsfraktion
bekennt
sich nachdrücklich zur gesamtdeutschen Geschichte und Kultur. Sie
setzt sich in den laufenden Beratungen des Haushalt 2002 dafür
ein,
daß die Vertriebenen auch weiterhin ihre wertvolle
Brückenfunktion
in einem zusammenwachsenden Europa wahrnehmen können."
22. Oktober 2001
Prozeß gegen den 49-jährigen Krefelder Werner D. der
während
einer Straßenbahnfahrt von Krefeld nach St. Tönis einen
dunkelhäutigen
Somalier attackiert hatte. Er hatte den eine Stulle essenden Farbigen
angeranzt:
"Heh, Bimbo, kannst du das nicht zu Hause fressen?" Der
Beleidigte
blieb ruhig: "Ich hab das bezahlt und kann es essen, wo ich will."
Darauf versetzte der angetrunkene Krefelder dem Somalier einen
Faustschlag
ins Gesicht. Werner D. erhielt eine Geldstrafe von 4800 DM.
25. Oktober 2001
FDP-Veranstaltung in Krefeld zum Thema "Kampf der Kulturen". Nach einem
WZ-Bericht fühlte sich dabei die Vorsitzende der
Arbeitsgemeinschaft
Krefelder Bürgervereine, Brigitte Reich, von den toleranten
Tönen
einer FDP-Politikerin provoziert und erklärte: "Muß ich
jetzt
Türkisch lernen? Wie kann man von uns erwarten, daß wir uns
für den Glauben Anderer interessieren? Sie müssen sich uns
annähern."
27. Oktober 2001
Leserbrief von Brigitte Reich in der Lokalausgabe der WZ. Darin
beschwert
sie sich scharf darüber, daß man sie in der WZ falsch
wiedergegeben
hätte und meint gleichzeitig: "Den Moscheebau mit
angeschlossener
Koranschule in Krefeld-Süd lehne die Arbeitsgemeinschaft Krefelder
Bürgervereine ab, weil sie, in einem so eng besiedelten Gebiet,
den
Bürgern nicht zuzumuten ist. Was in den Koranschulen gelehrt wird,
ist für uns nicht kontrollierbar, da wir kein türkisch
sprechen".
Kontrollieren die Bürgervereine etwa z.B. den katholischen
Religionsunterricht?
10. November 2001
Ein Obdachloser "überfällt" ein Geschäft an der
Hubertusstr.
in Willich (Kreis Viersen). Er schnappt sich eine Flasche aus einem
Regal
und hält der Kassiererin ein Messer an den Hals. Die gerufene
Polizei
findet ihn in unmittelbarer Nähe, wo er offensichtlich gewartet
hatte,
und nahm ihn fest. Den verblüfften Beamten erklärte er, er
habe
bei dem Frostwetter nur eine warme Zelle gesucht. Der Polizeibericht
ging
davon aus, daß das Motiv echt war.
28. Dezember 2001
Nazikonzert mit der Viersener Band "Boots of Hate" in Borken. An diesem
Konzert nahmen auch bekannte Aktivisten der Neonaziszene aus NRW und
Hamburg
teil.
08. Januar 2002
Nach einem Bericht der WZ unterstützt die Stadt Krefeld die
Duisburger
Bürgerinitiative gegen die Errichtung einer Klinik für
drogenkranke
Straftäter in der Nähe der Stadtgrenze zu Krefeld mit einem
fünfstelligen
Euro-Betrag. Der Krefelder OB Pützhofen dementierte später
diese
Meldung. Das Geld sei an einen Rechtsanwalt gegangen der
"zufällig"
auch der Rechtsanwalt der Bürgerinitiative ist (die bei dem Anwalt
hohe Schulden hat).
09. Februar 2002
Acht junge Deutsche aus Krefeld verfolgen einen 19-jährigen
Türken
von einer Duisburger Diskothek bis nach Krefeld-Uerdingen. Der
türkische
Jugendliche versucht sich schließlich in Uerdingen im Rohbau der
Volksbank zu verstecken, wird dort aber von den Acht gefunden. Der
Türke
erhält einen Messerstich in den Oberschenkel und dann acht
Messerstiche
in den Rücken, die fast tödlich sind. Auf das wehrlos am
Boden
liegende Opfer wird gemeinschaftlich mit Füßen eingetreten.
Der junge Türke überlebt mit Glück. Als Grund für
die
Tat geben die acht deutschen Jugendlichen an, sie hätten den
Türken
mit einem anderen verwechselt, der einen von ihnen zwei Tage vor der
Tat
geschlagen hätte. Die Lokalausgabe der WZ berichtete nur von einer
"Messerstecherei" zwischen Jugendlichen, ohne überhaupt zu
erwähnen,
daß das Opfer ein Ausländer war.
17. Februar 2002
Nachdem das FORUM NAZIFREIES KREFELD in Uerdingen Infos zu dem
Rechtsextremisten
Höfs verteilt hatte, fand am nächsten Tag ein Krefelder
Antifaschist
einen anonymen Zettel im Briefkasten. Oben auf dem Zettel "Reichsadler"
und "Hakenkreuz", darunter marschierende Waffen-SS und unten die
Drohung
"Wir kommen bald".
21. Februar 2002
Ein 38-jähriger arbeitsloser Krefelder wird vom Amtsgericht wegen
Verwendung von Nazisymbolen zu 50 Euro Geldstrafe verurteilt. Er war
mit
einem Hakenkreuz um den Hals bei der Polizei erschienen, um sich dort
einen
Rat zu holen.
14. März 2002
Interview einer Schulklasse mit Hauptkommissar Wolf Bongarts aus
Viersen
in der WZ. Er meinte Rechtsradikale an Viersener Schulen würden
immer
weniger. "Sie werden oft zu Unrecht als Hintergrund für viele
Gewaltdelikte
beschuldigt", meinte Bongarts. Und: oft bildeten Ausländer
Gruppierungen
die die Gewalt anzetteln würden. Also wie gehabt, die Opfer sind
die
Täter.
15. März 2002
Ein Vortrag des Publizisten Johannes Klotz im NS-Dokumentationszentrum
"Villa Merländer" in Krefeld zur Wehrmachtsausstellung wird von
Rechtsextremen
gestört.
18. März 2002
Informationsveranstaltung der "Schill-Partei" im City-Hotel in Krefeld.
Etwa 90 Personen vom ganzen Niederrhein kommen zusammen. Organisator
ist
der stellv. Bundesvorsitzende der DMP (Die Mittelstands-Partei), die
u.a.
fordert: "Der Zuzug aus Drittländern muss sich an den
verfügbaren
Arbeitsplätzen und Wohnräumen orientieren."
18. März 2002
Konzert verschiedener rechtsextremer Rockgruppen in Dortmund. Mit dabei
die Viersener Band "Boots of Hate".
09. April 2002
In der Gaststätte "Zur Vreed" in Krefeld wird die Gründung
eines Ortsverbandes der Schill-Partei versucht. Die notwendigen 30
Mitglieder
kommen jedoch nicht zusammen. Es sind bis dahin nur 18 Mitglieder in
Krefeld.
12. April 2002
Vertreter der Krefelder CDU, u.a. Karin Meincke, werden beim BGS-Chef
in Köln vorstellig um eine stärkere "Präsenz des BGS" in
Krefeld, vor allem auf dem Hauptbahnhof, zu fordern. 4 bis 6 BGS-Beamte
werden schließlich versprochen. Sie sollen verstärkt
Einsätze
gegen Drogenhändler und illegale Ausländer am Bahnhof
durchführen.
13. April 2002
Im "Ratinger Hof" in Düsseldorf sollte ein Konzert mit der
Krefelder
Rechts-Band "Barking Dogs" stattfinden. Aber da Proteste zu erwarten
waren,
wurde das Konzert abgesagt.
13. April 2002
Festveranstaltung der "Sudetendeutschen Landsmannschaft" im Parkhaus
in Krefeld-Oppum. Schirmherrin ist die Krefelder Bürgermeisterin
Karin
Meincke (CDU).
18. April 2002
Die in Tönisvorst lebende Familie Rrahimis soll in den Kosovo
abgeschoben werden. Die Familie lebt seit sieben Jahren in Deutschland,
aber es fehlen viereinhalb Monate um eine weitere
Aufenthaltsgenehmigung
zu bekommen. Der Vater bekam von seinem Arbeitgeber eine
Erklärung,
daß dieser nicht auf die Arbeitskraft des Asylbewerbers
verzichten
könne. Danach könnte die Behörde ihn als Härtefall
behandeln, sie lehnt es jedoch ab und besteht auf der Abschiebung.
23. April 2002
Die "Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V."
plant den Bau eines Hauses für Behinderte in Krefeld-Gartenstadt.
Dagegen haben bisher 27 Nachbarn bei der Stadt Einspruch erhoben.
25. April 2002
Vier Mitglieder der Unabhängigen Wählergemeinschaft
Tönisvorst
(UWT), die im Tönisvorster Stadtrat mit 6 Sitzen vertreten ist,
treten
zur Schill-Partei über. Sie erklären, weitere Übertritte
würden folgen. Mit zur Schill-Partei gegangen ist auch Jürgen
Löwel, Fraktionsgeschäftsführer der UWT und
Geschäftsführer
der Unabhängigen Bürger NRW, dem Dachverband der
Unabhängigen
Wählergemeinschaften.
27. April 2002
Kreisparteitag der Krefelder CDU auf der Rennbahn. Der Hauptredner
Wolfgang Bosbach von der CDU-Bundestagsfraktion redet zum Thema
"Zuwanderung
und gewaltbereite Islamisten". Er meinte: "Wir haben uns etwas
angewöhnt,
das wir uns schleunigst wieder abgewöhnen sollten - Themen zu
tabuisieren."
Welche Themen er damit meint, ist wohl klar.
03. Mai 2002
Mitgliederversammlung der Unabhängigen Wählergemeinschaft
Tönisvorst (UWT). Der zur Schill-Partei übergetretene
Jürgen
Löwel legt seine Funktion als Geschäftsführer und
Schatzmeister
der UWT, sowie sein Amt im Stadt-Jugendausschuß nieder. Sein
Vater
Gerhard Löwel tritt wieder aus der Schill-Partei aus und
behält
seine Funktionen. Die UWT will in Zukunft ihre Satzung so ändern,
daß eine gleichzeitige Mitgliedschaft in anderen Parteien nicht
mehr
möglich ist.
10. Mai 2002
Während des Freitagsgebets der jüdischen Gemeinde Krefeld
entdeckt ein zum Objektschutz abgestellter Polizeiwagen vor der
Synagoge
einen bombenähnlichen Gegenstand. Das Gebäude wird über
einen Notausgang geräumt und die Wiedstraße, sowie Teile der
Philadelphiastraße werden abgesperrt. Nach über einer Stunde
stellen Experten fest, daß es sich um keine echte Bombe handelt.
Die Polizei ermittelt wegen Vortäuschung einer Straftat.
13. Mai 2002
Miroslav Omerovic, Roma aus Jugoslawien soll aus Krefeld abgeschoben
werden, obwohl er beide Beine amputiert hat und damit schwerbehindert
ist.
Nachdem er zudem einen Herzinfarkt erlitt, ist er auf dauernde Pflege
und
starke Schmerzmittel angewiesen, die in Jugoslawien kaum
erhältlich
sind.
15. Mai 2002
Die Werbegemeinschaft der Krefelder Einzelhändler
beschäftigte
sich auf ihrer Jahreshauptversammlung mit der Drogenszene. Diese wurde
verantwortlich gemacht für die Schließung von immer mehr
Geschäften
in der Innenstadt. "Wir fühlen uns von den Abhängigen
eingeengt,
fast wie in Gefangenschaft", so Franz-Josef Greve. Eingeladen waren
auch der Polizeipräsident Friedrich und Ordnungsdezernet Gansauer,
die erklärten, daß die bestehende Rechtslage enge Grenzen
für
ein Eingreifen setze. Deshalb wurden die Parteien gebeten, die Gesetze
zu ändern. Auf die Idee, daß die fehlende Massenkaufkraft
etwas
mit den Problemen des Einzelhandels zu tun haben könnte, kam
anscheinend
keiner.
14. Juni 2002
Kemal Cagatay, Vorsitzender des Kurdischen Elternvereins Krefeld, droht
die Abschiebung. Obwohl er seit 13 Jahren in der BRD lebt und arbeitet,
seine beiden Kinder hier geboren sind, soll er in die Türkei
abgeschoben
werden, wo ihm eine langjährige Gefängnisstrafe droht.
Bereits
vor seiner Flucht nach Deutschland saß er zwei Wochen in Haft und
sein Schwager Sami Certel sitzt im berüchtigten
Foltergefängnis
Erzurum eine 10 jährige Haft ab. Sein Problem vor Gericht ist eine
typische Zwickmühle: Beruft er sich auf seine PKK-Mitgliedschaft,
hat er eine Chance auf Asyl, aber da die PKK in der BRD eine verbotene
Organisation ist, droht ihm hier eine Haftstrafe und danach die
Abschiebung.
Bestreitet er eine PKK-Mitgliedschaft, hat er keine Chance auf
Asyl-Anerkennung.
28. Juni 2002
Die Fußballweltmeisterschaft ist wieder für viele ein Grund
die deutsche Fahne raushängen zu lassen. Nach Angaben der
Lokalausgabe
der WZ sind in Krefeld Deutschlandfahnen total ausverkauft.
29. Juni 2002
In einem Leserbrief beschwert sich ein Roland S. aus Krefeld
darüber,
einen Strafzettel über 30 Euro bekommen zu haben. "Nur" weil er
stehend
im Jepp, die Deutschlandfahne schwenkend, durch Krefeld gefahren sei. "Die
Lust, ein wenig Nationalstolz und Patriotismus zu zeigen", sei ihm
vergangen.
30. Juni 2002
Nachdem das FORUM NAZIFREIES KREFELD in einem Krefeld-Uerdinger
Jugendheim
über die rechtsextreme Szene aufgeklärt hat, bekommt einer
der
Antifaschisten einen anonymen Drohbrief. Oben Reichsadler und
Hakenkreuz,
unten die Worte "Die Abrechnung kommt!"
03. Juli 2002
Das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer
Flüchtlinge
sieht bei dem Vorsitzenden des Kurdischen Elternvereins Krefeld, Kemal
Cagatay, eine Verfolgungsgefahr. Deshalb könne er nicht
abgeschoben
werden. Für seine Frau und seine Kinder gelte das aber nicht und
sie
stehen weiter vor der Abschiebung.
05. Juli 2002
Gerichtsverhandlung gegen 10 "Russlanddeutsche"-Jugendliche wegen
gemeinschaftlich
begangener gefährlicher Körperverletzung. Sie waren im
Jugendzentrum
"Die Funzel" in Krefeld-Gartenstadt erschienen und wollten sich an
Sinti-
und Roma-Jugendlichen "rächen", die angeblich ein Mädchen
belästigt
hatten. Da aber keine Sinti- und Roma-Jugendlichen da waren, schlugen
sie
auf zufällig anwesende türkische Jugendliche ein. Diese
erlitten
Prellungen, Brüche und Verstauchungen. Acht der Angeklagten wurden
zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt, 2 zu Geldbußen zwischen
200 und 350 Euro.
08. Juli 2002
Zwei antisemitisch angehauchte Leserbriefe in der WZ, in denen sich
die Schreiber über die Fernsehsendung "Vorsicht, Friedman"
beschweren.
Zitat: "Ich werde nie begreifen, wie Politiker vom Schlage eines
Wolfgang
Schäubles sich mit diesem Herrn Friedman auf ein Gespräch
einlassen."
Einer der beiden Leserbriefschreiber, G. Löwel, war zeitweise
Mitglied
der Schill-Partei.
10. Juli 2002
Urteilsverkündung im Prozeß gegen acht Jugendliche aus
Krefeld.
Sie hatten einen 19-jährigen Türken nach einer
Verfolgungsjagt
in Uerdingen massiv beleidigt und brutal angegriffen. Er wurde mit neun
mit großer Wucht ausgeführte Messerstiche lebensbedrohlich
verletzt
und überlebte mit viel Glück. Die beiden Haupttäter
erhielten
je dreieinhalb Jahre Gefängnis, die anderen sechs Geldstrafen
zwischen
300 und 500 Euro und Gefängnisstrafen auf Bewährung.
11. Juli 2002
Die Schill-Partei gibt mit einer Presseerklärung kund, daß
sie im Krefelder Wahlkreis 115 mit einem eigenen Kandidaten antritt. Es
kandidiert der Polizeikommissar Torsten Groß (30 Jahre) der als
politische
Schwerpunkte "innere Sicherheit, Zuwanderungs- und Asylpolitik, sowie
Drogenproblematik"
angibt.
17. Juli 2002
Die Abschiebung einer Mutter mit drei Kindern in den Kossovo kann in
letzter Minute verhindert werden. Die Begründung für die
Abschiebung
mutet etwas seltsam an: Die Familie hätte nicht glaubhaft darlegen
können, daß sie von Vater ernährt wird. Dabei arbeitet
der Vater seit über anderthalb Jahren als Linienbusfahrer und zwar
in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Da der Vater selbst
Abschiebeschutz
genießt, sollte nur die Familie abgeschoben werden. Das konnten
die
Anwälte gerade noch verhindern.
22. Juli 2002
Die Schill-Partei gibt die Gründung eines Kreisverbandes und Wahl
eines Vorstandes in Krefeld bekannt. Vorsitzender wurde Roland
Boeckers,
Stellvertreter Klaus Taraschewski und Birgit Dev, Schriftführer
Dr.
Lothar Karschny und Schatzmeister Michael Scharf.
26. Juli 2002
Der Kreiswahlausschuß entschied, wer für die Bundestagswahl
zugelassen ist. Im Wahlkreis 111 kandidiert für die Schill-Partei
der Diplom-Wirtschaftsjurist Christian Otte aus Kaarst, im Wahlkreis
115
der Polizeikommissar Torsten Groß.
01. August 2002
Der Leiter des Krefelder Ordnungsamtes gibt bekannt, daß seit
Herbst 2001 in Krefeld über 200 Aufenthaltsverbote für die
Innenstadt
ausgesprochen wurden. Sie richteten sich in der Regel gegen
Drogenabhängige.
Gegen drei Personen, die sich nicht an dieses Aufenthaltsverbot
gehalten
hatten, wurde eine Erzwingungshaft von 3 Tagen Gefängnis
ausgesprochen.
10. August 2002
Die Lokalausgabe der WZ berichtet, daß der alte Jüdische
Friedhof von Krefeld völlig verwildert ist. Verschiedene
Grabsteine
sind umgefallen, anderen von Rhododensträuchern mit armdicken
Ästen
total überwuchert ... Und das obwohl der Jüdische Friedhof
als
Denkmal anerkannt ist. Die Leiterin der Abteilung Friedhöfe im
Grünflächenamt,
H. Höller (CDU), meinte für diesen Friedhof gelte keine
"Verkehrssicherheitspflicht"
und daher sei das Amt auch nicht zum Eingreifen verpflichtet.
12. August 2002
Rechtsextremischer Droheintrag in das Gästebuch der DKP linker
Niederrhein:
An die verdammten Krefelder Scheiß-Zecken: Ich, Nationalist
und stolz auf mein Land, würde euch gern mal zur angeregten
Diskussion
treffen. Ohne Messer, ohne Knarren. Baseballkeulen sind OK. Nennt mir
mal
nen guten Ort, wo man gut vor den Herren Oberlippenbartträgern
abhauen
kann. Mit deutschem Gruß und Hoffnung auf baldiges Treffen
Rudolf H. -88-
88 ist ein Nazicode für "Heil Hitler".
16. August 2002
Die "Schill-Partei" hängt in Krefeld Plakatständer zu
Bundestagswahl
auf.
20. August 2002
Auf dem Heimweg von der Arbeit wird ein 32-jähriger Afrikaner
aus Eritrear auf dem Flünnertzdyk in Krefeld von drei Männern
überfallen, schwer verletzt und seines Arbeitslohnes beraubt.
09. September 2002
Der Bürger-Schützen-Verein 1852 Uerdingen hat einen neuen
Schützkönig: Peter Orcechowski. Der gleiche Peter Orcechowski
war 2000 Krefelder Landtagkandidat der rechtsextremen "Republikaner".
11. September 2002
Gerhard Löwel, UWT-Politiker aus Tönisvorst (Kreis Viersen),
setzt sich in einem Leserbrief für Schill ein. Zitat: "Vielleicht
denkt der Eine oder Andere doch mal darüber nach, was Herr Schill
zur Nation sagte." Dabei hatte Löwel doch öffentlich
erklärt,
aus der Schill-Partei ausgetreten zu sein.
15. September 2002
"Tag der Heimat 2002" feiern die Krefelder Vertriebenenverbände.
Diesmal sprach der CDU-Landtagsabgeordnete Hagen Jobi.
20. September 2002
Gegenüber dem jüdischen Gemeindezentrum in Krefeld wird ein
herrerloser Hartschalenkoffer entdeckt. Die Polizei läßt die
Straße sperren und den Koffer sprengen. Er war leer. Die Polizei
ermittelt wegen Vortäuschung einer Staftat.
21. September 2002
Ein Andreas Thümmler aus Krefeld schreibt einen Leserbrief im
Lokalteil der WZ in dem er fordert "straffällige Asylanten nach
Verbüßung einer Haftstrafe in Speziallagern zu internieren".
03. Oktober 2002
Konzertveranstaltung zum Tag der deutschen Einheit im Krefelder
Seidenweberhaus.
Der Krefelder OB Pützhofen (CDU) spricht und meint: "Es wird Zeit,
dass wir uns ein wenig mehr mögen und unser Land mehr mögen,
davon auch außerhalb erzählen". Andere Sprüche haben
wir
von ihm auch nicht erwartet.
"Nichts dümmer, nicht kurzstirniger, nichts ungebildeter als ein Patriot. Und wenn dich einer fragt, ob du deine Heimat liebst, einfach so für dich - dann antworte ihm mit der schönen Antwort, die Julius Bab einmal gegeben hat: "Kann ich mein Blut, mein Haar, mich selber lieben?" Wenn er dich aber fragt, ob du ein Patriot seist - dann hau ihm eins hinter die Ohren."
Kurt Tucholsky
23. Oktober 2002
Leserbrief in der WZ von Martin M. aus Krefeld. Er beklagt sich: "Wenn
wir bald Deutsch-Anatolien heißen (wir sind nicht weit davon
entfernt,
siehe Memet), werden unsere Richter den Kaftan statt Talar und den
Turban
statt Barett tragen und Kadi heißen." Seit wann tragen unsere
Richter ein Barett? Und wird eigentlich jeder Quatsch gedruckt, wenn er
rechts ist?
05. November 2002
Das Verwaltungsgericht entscheidet, daß die Kinder des
deutsch-niederländischen
Kindergartens an der Hohenzollernstrasse in Krefeld, nicht mehr im
Garten
spielen dürfen. Das "laute Kindergeschrei" hatte zu einer Klage
und
dieser Entscheidung geführt. Beschwerdeführer war der
ehemalige
Stadtkämmerer Dr. Friedhelm Schmitz-Herscheidt, ein Nachbar des
Kindergartens.
30. November 2002
Am Krefelder Hauptbahnhof wird ein 17jähriger Behinderter grundlos
und gezielt überfallen. Als der Behinderte aus dem Bus stieg,
beleidigte
der Täter ihn unmittelbar mit: "Na, du Spasti! Verpiss dich, aber
schnell!" Danach verletzte er ihn mit Fausthieben ins Gesicht,
Schlägen
und Fußtritten schwer. Skandalös wird dieser Vorfall
besonders
dadurch, daß etwa 20 Personen in unmittelbarer Nähe standen,
ohne einzugreifen. Ca. 100 Passanten beobachteten den Vorfall, niemand
griff ein oder benachrichtigte die Polizei. Es meldete sich
zunächst
auch keiner, der bereit gewesen wäre als Zeuge auszusagen.
05. Dezember 2002
Prozess gegen den Gymnasiallehrer Guido S. in Schwerin. Dem
36-Jährigen
wird Beihilfe zur schweren Brandstiftung vorgeworfen. Der Lehrer soll
zwei
18-Jährigen im November bei einem Brandanschlag auf einen
vietnamesischen
Imbiss in Wismar geholfen zu haben. Bei der Durchsuchung der Wohnung
wurden
ein Hitler-Porträt, eine Hakenkreuzfahne und rechtsextreme
Schriften
gefunden. Guido S. war vor seinem Umzug in den Osten Musiklehrer in
Krefeld
und war hier bereits als Aktivist der DVU ins Visier des
Verfassungsschutzes
von Nordrhein-Westfalen geraten.
14. Dezember 2002
Die Lokalausgabe der WZ berichtet über eine Fragebogenaktion zur
städtischen Ausländerbehörde in Krefeld. Dabei bekam das
Ausländeramt von den befragten Ausländer/inn/en schlechte
Noten.
Der zuständige Dezernent Bernd Gansauer (CDU) unterstellte jedoch
sofort: die "Seriosität der Aktion geht gegen Null".
16. Dezember 2002
Die Caritas stellt auf dem Westwall-Mittelstreifen ein Zelt zur
Betreuung
von Wohnungslosen auf. Noch ehe der Aufbau abgeschlossen ist, gibt es
einen
ersten Protest von zwei Anliegerparteien.
18. Dezember 2002
Mit einem Großeinsatz der Polizei wird die neunköpfige
kurdische
Familie Mery in die Türkei abgeschoben. Sie lebten seit 16 bzw. 13
Jahren in Deutschland. 13 Polizeifahrzeuge mit etwa 50 Polizisten
umstellten
um fünf Uhr morgens das Haus auf der Gladbacher Straße in
Krefeld.
Beim Hausmeister herrschte Entsetzen ob des rigerosen Zugriffs: Die
Kinder
wurden unvollständig bekleidet aus den Betten geholt, der Vater
konnte
selbst sein Handy nicht mitnehmen. Die schwangere Mutter wurde von zwei
Beamten zu Boden gezwungen und in Handschellen gelegt. Da die Tochter
Hassina
nicht anwesend war, wurde eine völlig unbeteiligte Frau aus der
darüber
liegenden Wohnung in ein Polizeifahrzeug gezwungen. Erst als diese Frau
ihre Identität beweisen konnte, ließ man sie wieder frei.
Die
Familie hatte beim Asylantrag angegeben, sie seien Kurden aus dem
Libanon.
Die Ausländerbehörde behauptet, im Besitz von Daten aus der
Türkei
zu sein, die zeigen, daß die Familie unter dem Namen Egi im
südtürkischen
Kreis Mardin gemeldet sei. Die Familie hat keine so richtige
Erklärung
dafür. Sie vermuten ihr Großvater habe sie vielleicht einmal
dort angemeldet. Er ist jedoch tot und in Beirut begraben. Fest steht:
Keiner in der Familie spricht Türkisch, nur Kurdisch und Arabisch
- die Kinder am besten Deutsch. Das Ausländeramt nennt die ganze
Aktion
einen "Erfolg im Kampf gegen den organisierten Asyl- und
Sozialhilfemissbrauch".
18. Januar 2003
Mehr als 300 Zuhörer aus der rechten Szene kamen zu einem Konzert
in Schmallenberg-Gleidorf (Sauerland). Dort trat auch die Krefelder
Band
"Barking Dogs" auf.
06. Februar 2003
Der Rat der Stadt Krefeld stimmt auf CDU-Antrag und mit CDU-Mehrheit
darüber ab, daß die "Task-Force Antikorruption" nicht in
Krefeld
tätig werden darf. Es ging dabei um die Untersuchung der
Vorgänge
um die Teilprivatisierung der Krefelder Müllverbrennung.
28. März 2003
An einen rüden "Blauen Sheriff" gerieten Moltke-Schüler,
als sie sich in der Innenstadt an einer Sammelaktion beteiligten, die
von
AOK, Stadt Krefeld und Schulamt ausgeschrieben wurde. Der "Blaue
Sheriff"
bezeichnete die Aktion in der Nähe des Krefelder Neumarkts als
illegal
und forderte die Jugendlichen zum "sofortigen Verlassen der Innenstadt"
auf. Erst ein Rückruf des Klassenlehrers beim Ordnungsamt brachte
später eine Entschuldigung des Amtes.
30. März 2003
Bundesweites Aufsehen erregte der Fall einer binationalen Ehe aus
Krefeld:
Der Krefelder hatte eine Kamerunerin geheiratet und das
Ausländeramt
lehnte die Familienzusammenführung ab. Die Aufregungen des
Verfahrens
führten schließlich dazu, daß die Frau in Kamerun eine
Fehlgeburt erlitt und ihr Kind verlor. Das Ausländeramt hatte
zuvor
gemutmaßt, das Kind sei gar nicht von dem Krefelder und eine
Scheinehe
unterstellt. Die Frau in Kamerun hatte in einem ihr vorgelegten
Fragebogen
nicht richtig beantworten können, ob ihr Mann in Krefeld mit Strom
oder Gas kocht. Auch hatte die Krefelder Behörde aus der Auskunft,
daß die Frau Angst habe in ihrem Land auf dem Dorf zu einer
Heirat
gezwungen zu werden, geschlossen, es müsse sich um eine Scheinehe
handeln. Erst bundesweites Aufsehen sorgte dafür, daß die
Frau
eine Einreiseerlaubnis bekam.
02. April 2003
In einigen Straßen Krefeld wird ein Info der "Christlichen Mitte"
mit dem Titel "Bürgerbefragung: Wollen Sie ein islamisches
Deutschland?"
verteilt. Das Blatt ist deutlich antiislamisch und antitürkisch
geprägt.
Zitat: "Der Islam hat das Ziel, Deutschland zu erobern!"
20. April 2003
Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Vorst (Kreis Viersen).
Gleichzeitig
an zwei Stellen bricht in der Nacht der Brand aus. Alle 13 Bewohner
können
unverletzt aus dem Haus gerettet werden. Feuerwehr und Polizei gehen
von
Brandstiftung aus und suchen nach mehreren verdächtigen
Jugendlichen.
20. April 2003
Zwei 13 und 15 Jährige Kinder aus Ghana sollen abgeschoben, die
Eltern können bleiben. Es geht dabei um eine Familie aus Ghana die
in St. Tönis (Kreis Viersen) lebt, der Stiefvater ist inzwischen
Deutscher,
die Mutter auch seit etlichen Jahren legal in Deutschland. Immer wieder
versuchte die Familie ihre Kinder legal nach Deutschland zu holen. Die
Anträge wurden abgelehnt. Im letzen Sommer nun schafften sie ihre
Kinder illegal nach St. Tönis. Nun entschied ein Gericht,
daß
die Kinder wieder in nach Ghana abgeschoben werden müssen.
05. Mai 2003
Abschiebung der kurdischen Familie Bartu. Zeugen schildern den Vorgang
in der WZ so: Gegen 8 Uhr wird die Wohnung von Mitarbeitern des
Ordnungsamtes
aufgebrochen. Der Familienvater Hamdin und seine Frau Rabia, beide
lange
in nervenärztlicher Behandlung, werden abgeführt. Als die
Mutter
Nurhan in der Wohnung nach zurückgebliebenen Papieren suchen will,
wird sie gut vier Meter an den Haaren über den Boden zur
Wohnungstür
geschleift. Die WZ zeigte ein Foto mit ausgerissenen Haarbüscheln.
Das vier Monate alte Baby der Frau wird aus dem Bett gerissen. Als
Hamdin
Bartu im Polizeibus um sich schlägt, wird er auf dem Hof der
Hansawache
an Händen und Füssen gefesselt und auf den Boden
gedrückt:
Rippenprellung, Jochbeinverletzung, geschwollene Nase und
Schürfwunden
sind die Folgen. Er befindet sich inzwischen in der geschlossenen
Abteilung
der Nervenklinik Königshof. Nach Angaben der Polizei war ihnen von
den schwerwiegenden Krankheitsbildern von Angehörigen dieser
Familie
nichts bekannt. Dabei waren dem Ausländeramt mehrfach Atteste
über
die Anwältin der Familie zugegangen. Auch die Wohnung des Sohnes,
der einen Getränkemarkt betreibt und Deutscher ist, wurde
durchsucht.
08. Mai 2003
Stellungnahmen von Polizei und Stadt Krefeld zur Bartu-Abschiebung
in der WZ. Danach habe sich Hamdin Bartu die Schürwunden selbst
zugefügt. Auch ist die Polizei davon überzeugt, das Nurhan
Bartu
sich "die Haare selbst ausgerissen hat". Die Polizei hätte den
Vorgang
selbst aber nicht beobachten können, da dieser von
Hilfskräften
des Ordnungsamtes vor Eintreffen der Polizei stattgefunden habe.
09. Mai 2003
Brand im Asylbewerberheim auf der Philadelphiastrasse in Krefeld.
20 Bewohner werden evakuiert. Die Feuerwehr geht davon aus, daß
der
Brand durch ein dort wohnendes vierjähriges Kind ausgelöst
wurde.
21. Mai 2003
Der jüdische Friedhof in Krefeld wird verwüstet: Grabsteine
werden umgekippt, ein Zaun eingerissen. Nach Angaben der Polizei hat
der
Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen, da eine fremdenfeindliche Tat
nicht
ausgeschlossen werden könne.
23. Mai 2003
Polizisten dringen in das Bethanien-Kloster in Schwalmtal (Kreis
Viersen)
ein um Kurden die dort im Kirchenasyl leben zur Abschiebung zu bringen.
Abdulla Kürklü und seine beiden Söhne wurden zur
Abschiebung
gebracht, die Mutter Halice ist schwer herzkrank und hat zunächst
Bleiberecht. Die Polizeibeamten drangen in das Kloster ein - und da man
sich weigerte ihnen Auskunft zu erteilen - durchsuchten sie das ganze
Kloster.
Dabei soll eine Schwester unter der Dusche gestört worden sein. In
der verschlossenen Hauskapelle fanden sie schließlich die im
Kirchenasyl
lebenden Kurden und elf Ordensschwestern versammelt. Alle wurden von
der
Polizei herausgetragen, die Gesuchten in Handschellen abgeführt.
31. Mai 2003
Leserbrief eines Günter P. im Krefelder Lokalteil der WZ gegen
den Bau einer Moschee in Krefeld: "Die Islamisten verbreiten auf der
ganzen Welt Angst und Schrecken, Leid und Elend, und dürfen (als
Belohnung?)
jetzt auch noch eine Moschee bauen! Koran und Kalaschnikow jetzt auch
in
Krefeld?"
02. Juni 2003
Die BdV-Zeitung "Deutsche Umschau" berichtet wie die Stadt
Tönisvorst
den Unternehmer Gerhard Stohl mit einer "Ehrenurkunde für
Verdienste
um den Aufbau unserer Wirtschaft" würdigt. Es wird dargestellt das
der Unternehmer Gerhard Stohl schon 1951 in die Sudentendeutsche Jugend
eingetreten sei und danach in die Sudentendeutschen Landsmannschaft.
Dieser
sei er auch durch "großzügige finanzielle Unterstützung
treu geblieben".
28. Juli 2003
Zwei Neonazis werfen etwa 1000 kleine Flugblätter mit dem Titel
"Rudolf Hess - Märtyrer des Friedens" auf den Hof der
Montessorie-Schule
in Krefeld.
2. September 2003
Diayanga Kiabilua, Pastor der protestantischen afrikanischen Gemeinde
in Krefeld, soll in den Kongo abgeschoben werden. Zehn Jahre zuvor
musste
er aus dem Kongo flüchten und kam nach Krefeld. Im Kongo war er
aus
politischen Gründen zwei Monate im Gefängnis gewesen und dort
geschlagen worden. Auch in Deutschland wurde Kiabilua politisch aktiv.
Er leitet die NRW-Gruppe der Partei RCD, die in Opposition zur
Regierung
des Kongo steht. Trotzdem wurde sein Asylantrag 2003 abgelehnt.
14. September 2003
Wieder einmal feiern die "Vertriebenenverbände" in Krefeld den
"Tag der Heimat". Neben "Vertriebenenfunktionären" sprach auch die
Krefelder Bürgermeisterin Karin Meincke (CDU).
17. September 2003
Ein 30-Jähriger Behinderter wird in der voll besetzten Krefelder
Buslinie 059 mit einer Eisenstange zusammengeschlagen. Er wird so
schwer
verletzt, daß im Krankenhaus sofort eine Notoperation
durchgeführt
werden mußte. Obwohl der Bus voll besetzt war, zeigte niemand
Zivilcourage
und half dem Mann. Auch zum Handy griff keiner der Fahrgäste:
Weder
bei der Polizei noch bei den Stadtwerken ging ein Anruf ein. Ein Mann
hatte
den Behinderten an der Haltestelle "Am Röttgen" in
Krefeld-Uerdingen
ohne Vorwarnung mit einer Eisenstange mehrfach geschlagen. Der Bus war
noch nicht abgefahren, so daß der Angreifer den Wagen gleich
wieder
verlassen konnte. Auch eine Woche nach der Tat war bei der Polizei nur
eine Zeugenaussage einer Schülerin eingegangen.
06. Oktober 2003
Die Lokalausgabe der WZ berichtet über eine Gruppe von sechs
Behinderten,
die mit ihren Rollstühlen in vier Tagen von Solingen bis nach
Venlo
gefahren sind. Sie berichteten von vielen netten Begegnungen auf der
Strecke,
nur in der Krefelder Innenstadt seien sie angepöbelt worden. Dort
erschreckten Jugendliche einen der Teilnehmer und hinderten ihn an der
Weiterfahrt.
11. Oktober 2003
Die "Heimatvertriebenen" der Insterburger-Kreisgemeinschaft feiern
den 50. Jahrestag der Patenschaft mit der Stadt Krefeld.
12. November 2003
Bericht der Lokalausgabe Krefeld der WZ zu einem Gespräch mit
Eva Renard - Caritasverband - zu Obdachlosen in der Stadt. Zitat: "Derzeit
sei es ihnen aber noch nicht einmal erlaubt, eine Unterhaltung auf der
Hochstraße zu führen. Sie selbst habe erlebt, wie zwei beim
Ordnungsamt wohl einschlägig Bekannte von den 'Blauen Sheriffs'
auseinandergetrieben
wurden. 'Immer in Bewegung bleiben', habe da die Parole geheißen.
Für Renard ein unerträglicher Zustand: 'Es sind Krefelder
Bürger,
die sich dennoch nicht frei in Krefeld bewegen dürfen.'"
14. November 2003
Die Ausgabe 94/95 der rechtsextremen Musikzeitschrift "RockNORD" bringt
einen 6-seitigen Artikel über die Krefeld/Düsseldorfer Band
"Barking
Dogs".
16. November 2003
Kranzniederlegung des "Bundes der Vertriebenen" am "Denkmal der Opfer
von Gewalt, Flucht und Vertreibung" auf dem Krefeld-Elfrater Friedhof.
Die "Deutsche Umschau" berichtete später, daß auch "die
Deutschen
aus Rußland" sich wieder zahlreich an dieser Aktion beteiligt
hätten.
07. Dezember 2003
Veranstaltung des Krefelder Kreisverbandes der FAKT-Partei mit ihrem
Pateivorsitzenden Jamal Karsli in Krefeld-Gellep-Stratum. Karsli (MdL)
war nach antisemitischen Äußerungen von den Grünen zur
FDP übergetreten. Obwohl Möllemann-Freund mußte er
wegen
seiner Äußerungen auch die FDP verlassen und gründete
dann
die FAKT-Partei.
18. Dezember 2003
Auf die Gegnerschaft von CDU und Bürgerverein Krefeld-Süd
stoßt der Plan eines islamischen Gebetshauses an der Kölner
Straße. Sie meinen es gebe bereits zehn islamische
Gebetshäuser
in Krefeld, das wäre genug. Ob sie auch wohl bei einem
christlichen
Gebetsraum so dächten? So erklärte die Vorsitzende des
Bürgervereins
Krefeld-Süd, Brigitte Reich: "Ich dachte und denke, daß
der
Südbezirk aufgewertet werden soll und nicht zum Ghetto der
islamischen
Bürger wird, aus dem die deutschen Mitbürger wegziehen. Wie
wir
in einer Untersuchung der Hochschule Niederrhein erfahren mußten,
weigern sich bereits Mitbürger, ihre Kinder in unserem Bezirk in
der
Grundschule anzumelden, weil der Ausländeranteil so hoch ist."
29. Dezember 2003
Die Krefelderin Barbara Orlowski wird auf Platz 4 der Bundesliste zur
Europawahl der Jamal-Karsli-Partei FAKT aufgestellt.
07. Januar 2004
Der in Grefrath (Kreis Viersen) lebende Albaner Albert B. muß
Deutschland verlassen. Vor zehn Jahren flüchtete er vor dem
Bürgerkrieg.
Seine 13-jährige Tochter besucht das Gymnasium und kennt kein
anderes
Leben als hier. Nun soll die Familie zurück nach Albanien, wo sie
keine Verwandte oder Freunde hat. Sauer ist auch sein Arbeitgeber, ein
Bowling-Bahn-Betreiber. "Wie soll ich mir jetzt auf gleich so einen
qualifizierten
Mitarbeiter suchen?", meinte er wütend zu WZ.
26. Januar 2004
Ein rechtsextremes Flugblatt zum Auschwitz-Gedenktag wird auf einem
Krefelder Schulhof verteilt.
21. Januar 2004
Die Krefelder Lokalausgabe der WZ berichtet über eine
38-jährige
psychisch kranke Frau, die wegen einer "Schwarzfahrt" in der Krefelder
Straßenbahn zu 300 Euro Strafe verurteilt wurde. Die Frau gab vor
Gericht an, ihr sei an dem Tag schlecht gewesen und deshalb habe sie
sich
in der Straßenbahn gleich hingesetzt ohne ihre Fahrkarte
abzustempeln.
Ein Kontrolleur hätte ihr sofort nach Losfahrt der Bahn die
Fahrkarte
abgenommen "jetzt sei es zu spät".
Was auch immer wirklich vor sich gegangen ist, aber sollte man eine
psychisch kranke Frau, die zu der Zeit in der Nervenklinik lebte und
die
107 Euro im Monat zur Verfügung hat, dafür zu einer Strafe
von
300 Euro verurteilen? Wozu sollten dann "steuerhinterziehende"
Spitzenpolitiker
verurteilt werden?
01. Februar 2004
Ein 35-jähriger Ghanaer wird in Nettetal-Kaldenkirchen (Kreis
Viersen) in der Nacht angepöbelt, als er Geld an einem Automaten
ziehen
will. Als der Afrikaner nicht reagierte, bekam er einen Tritt ins
Gesäß.
Nachdem er sich nun wehrte, schlugen und traten zwei weitere
Jugendliche
- Skinheads - auf ihn ein. Ein 49-jähriger der der Vorfall
beobachtete
und dem Afrikaner zu Hilfe kommen wollte, wurde von drei weiteren
Personen
- zwei Männer und eine Frau - überfallen und geschlagen. Er
brach
sich dabei den rechten Fuß. Drei der Täter konnten kurz
danach
von der Polizei gefasst werden. Einer davon, ein 20-jähriger
Nettetaler,
war bereits im August 2000 dabei gewesen, als eine Gruppe
Rechtsextremer
versuchte, mit Latten und Kandhölzern bewaffnet, das
Kaldenkirchener
Asylbewerberheim zu überfallen. Er wurde auch danach verurteilt.
Die
drei Flüchtigen gehören nach Ansicht der Polizei auch der
rechten
Szene an.
05. März 2004
Die "Unabhängigen Krefelder Bürger" (UKB) diskutieren
über
ihr Vorgehen im Kommunalwahlkampf. Nachdem zwei CDU-Ratsherren in ihre
Reihen übergewechselt sind (Jürgen Heitzer und Klaus Jagusch)
und sie sich mit der Schill-Nachfolgepartei PRO zusammengetan haben,
hoffen
sie auf vier Ratsmandate nach den Wahlen.
15. März 2004
Die Polizei gibt bekannt, nun alle Täter des Überfalls auf
den Ghanaer in Kaldenirchen gefasst zu haben. Es soll sich um einen
23-Jährigen
und eine 20-Jährige aus Marl handeln, die - wie der Rest der
Angeklagten
- der rechtsextremen Szene zugerechnet würden.
24. März 2004
Im Rahmen bundesweiter Haussuchungsmaßnahmen gegen eine
rechtsextreme
Musiktauschbörse durchsuchte der Staatsschutz auch eine Wohnung in
Krefeld und beschlagnahmte einen Computer. Es ging um Personen, die
Musiktitel
mit menschenverachtenden, rassistischen und nationalsozialistischen
Inhalten
angeboten haben sollen.
30. März 2004
An verschiedenen Stellen in Krefeld tauchen Aufkleber mit dem Text
"Kaum sagt man die Wahrheit, schon ist man Antisemit!" auf. Herausgeber
ist das "Deutsche Kolleg", presserechtlich verantwortlich ist Horst
Mahler, u.a. ehemaliger Chefberater des NPD-Parteivorsitzenden.
10. April 2004
Am Osterwochenende hatte die Krefeld/Düsseldorfer Rechtsband
"Barking
Dogs" einen Auftritt in dem kleinen Ort Molbach bei Uelzen. Sie kamen
bei
der Szene offenbar gut an. Weiter hieß es in einem Bericht: "Die
Cops haben uns wundersamerweise in Ruhe gelassen." Die waren offenbar
anderweitig
gebunden: Sie verhinderten eine Gegendemonstration.
17. April 2004
Leserbrief im Lokalteil Krefeld der WZ von Rolf Papenfuß, stellv.
Geschäftsführer der UKB. Darin wendet er sich gegen eine
"ungebremste
Zuwanderung" von Ausländern. Zitat: "Wir fordern, dass unsere
Bundestags-
und Landtagsabgeordneten sich dafür einsetzen, bestehende
Einreiseerleichterungen
zu reduzieren, um ungebremste Zuwanderung zu verhindern".
02. Mai 2004
Veranstaltung der rechtsextremen "Republikaner" in Willich bei Krefeld
mit der REP-Spitzenkandidatin Uschi Winkelsett.
04. Juni 2004
Die rechtsextremen "Republikaner" hängen an verschiedenen Stellen
in Krefeld Wahlkampfplakate auf.
13. Juni 2004
EU-Wahl. In Krefeld erhielten die eindeutig rechtsextremen Parteien
zusammen 1502 Stimmen. Dabei konnten sich die REPs von 0,9 auf 1,2%
verbessern
und die NPD von 0,2 auf 0,4%. Im Kreis Viersen erhielten die
Rechtsextremen
1713 Stimmen. Hier verbesserten sich die REPs von 0,7 auf 0,8% und die
NPD von 0,2 auf 0,4%.
17. Juni 2004
Einem 51-Jährigen Krefelder serbischer Abstammung wird ein
Kleinkalibergeschoß
in den Rücken geschossen. Er wird an der Wirbelsäule leicht
verletzt.
Er erklärte den Vorfall so: Er sei mit dem Fahrrad durch den
Stadtwald
gefahren, dabei sei er an vier Jugendlichen vorbeigefahren, von denen
einer
ihm den gestreckten Mittelfinger gezeigt hat. Kurz darauf hörte er
einen Knall wie aus einer Schreckschußpistole und fühlte
einen
Druckschmerz im Rücken. Er habe das zunächst nicht erst
genommen
und sei weitergefahren. Dann wurden die Schmerzen im Rücken immer
stärker und er habe dort Blut entdeckt. Mit einem Taxi ließt
er sich ins Krankenhaus fahren.
19. Juni 2004
Veranstaltung der Landsmannschaft Sachsen in Krefeld zum Gedenken
an den "17. Juni 1953".
17. Juli 2004
Infostand der "Bürgerrechtsbewegung Solidarität" in der
Krefelder
Fußgängerzone. Die Gruppe nannte sich früher "Patrioten
für Deutschland" und gehört zu einem internationalen rechten
Netzwerk.
11. August 2004
Ein Gruppe von 5 bis 6 jungen Rechten, bekleidet mit schwarzen T-Shirts
auf denen in Sütterlin-Schrift das Wort "Dortmund" stand,
brüllen
auf dem Krefeld-Uerdinger Bahnhof rechte Parolen wie "Blut und
Ehre"
und unterstrichen dies durch das Zerschlagen von vorher geleerten
Bierflaschen.
13. August 2004
Wieder ein Infostand der "Bürgerrechtsbewegung Solidarität"
in der Krefelder Fußgängerzone.
20. August 2004
Auf der Internetseite der "VolksPartei", einer Abspaltung der rechten
Jamal-Karli-Partei FAKT, ist eine der beiden Adressen der
Hauptgeschäftsstellen
die von Barbara Orlowski aus Krefeld.
02. September 2004
Die neue CD "Schluß mit lustig" der Krefeld/Düsseldorfer
Rechtsrockband "Barking Dogs" wird von der Prüfstelle indiziert.
12. September 2004
"Tag der Heimat", wieder einmal gemeinsam organisiert vom "Kreisbeirat
für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen
der Stadt Krefeld" mit der "Bund der Vertriebenen - Vereinigte
Landsmannschaften"
und dem "Verein für Heimatkunde". Diesmal stand er unter dem
Motto:
"Man kann über alles reden, man muss nicht gleich Menschen
umbringen".
Aha, also zumindest nicht gleich. Der CDU-OB-Kandidat Gregor Kathstede
findet dieses Motto in seiner Grußrede "zukunftsweisend". Auch
der
SPD-Kandidat Ulrich Hahnen kann es nicht lassen hier eine Rede zu
halten.
Höhepunkt der Veranstaltung war dann ein Vortrag des
"russlanddeutschen"
Publizisten Waldemar Weber.
14. September 2004
Die "Offensive D", früher Schill-Partei, hängt Wahlplakate
in Kempen (Kreis Viersen) auf.
26. September 2004
Kommunalwahl in NRW. In Krefeld erhalten die "Unabhängigen
Krefelder
Bürger (UKB)", in denen auch die örtliche Schill-Partei
aufgegangen
ist, 2164 Stimmen = 2,5% und damit einen Sitz. 901 Stimmen (1,1%)
erhielt
der "Krefelder Kreis" bei dem auch einige Kandidaten (zumindest) eine
rechte
Vergangenheit haben. Im Kreis Viersen erhielt die "Offensive D"
(früher
Schill-Partei) 249 Stimmen = 0,83%.
(Der "Krefelder Kreis" erklärt inzwischen, daß die
Kandidaten mit rechter Vergangenheit nicht mehr bei ihm Mitglied sind,
und er sich von ihren Ansichten distanziert.)
03. Oktober 2004
Landeswahlversamlung der "Republikaner" in Willich-Anrath (Kreis
Viersen). Eine Landesliste mit 40 Kandidaten zur Landtagswahl 2005
wurde gewählt.
14. November 2004
Kranzniederlegung des Krefelder Bundes der Vertriebenen auf dem
Elfrather
Friedhof.
15. November 2004
An dem Tag ging die kürzeste Regentschaft der Krefelder
Karnevalsgeschichte
zu Ende. Peter M. hatte sich erst kurz vor dem 11.11. beworben und
sollte
am 7. Januar inthronisiert werden. Der Grund für das frühe
Ende:
Peter M. hatte eine Presseerklärung verschickt, in der er die
soziale
Kälte allgemein im Lande kritisiert und besonders auf die
mangelnde
Unterstützung für psychisch kranke Menschen hinwies. Dabei
erwähnte
er, daß er selbst in psychiatrischer Behandlung war. Wie es
danach
weiter ging, darüber gibt es verschiedene Darstellungen. Auf jeden
Fall mußte er zurücktreten.
29. November 2004
Neonazisaufmarsch in Duisburg. Auch aus Krefeld fahren etwa 8 Personen
aus der rechten Szene dorthin.
11. Dezember 2004
Infostand der rechten "Bürgerrechtsbewegung Solidarität"
in der Krefelder Fußgängerzone.
02. Februar 2005
Die Düsseldorf/Krefelder Rechtsrockband "Barking Dogs" feierte 10
jähriges Bestehen mit einer Feier in Duisburg, an der angeblich
350 Personen teilgenommen haben sollen.
18. Februar 2005
Sechs Stunden lang bekämpfte die Feuerwehr einen Brand in der
früheren Asylbewerber-Unterkunft an der Emil-Schäfer-Strasse
in Krefeld. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.
12. März 2005
Der geplante erste Auftritt der Rechtsrockband "Linientroi" aus
Viersen bei einem Rechtsrockkonzert in Mannheim wird von der Polizei
vereitelt.
29. März 2005
Einem Auslieferungsfahrer (54) aus Herne mußte auf dem Nordwall
in Krefeld eine Polizeistreife zu Hilfe kommen. Der Fahrer war von
einem Mann unvermittelt nach seiner Nationalität gefragt worden.
Darüber kam es zu einem heftigen Streit. Auch einem der Polizisten
bedrohte er noch: "Dich mache ich fertig." Er wurde festgenommen.
02. April 2005
Der Gründer der "Freien Volksmission Krefeld", Ewald Frank,
informierte in der Presse, er habe 176 der 250 Bewohner der "Colonia
Dignidad" in Chile für seine Sekte getauft. Die "Colonia Dignidad"
wurde von dem Altnazi Paul Schäfer gegründet, der inzwischen
in Chile angeklagt wird, und war während der Pinochet-Diktatur ein
Folterzentrum. Auch sollen in der "Colonia Dignidad", die über
gute rechtsextreme Kontakte verfügte, sexuelle
Mißbräuche, Freiheitsberaubungen ... an der Tagesordnung
gewesen sein.
07. April 2005
Der Wahlausschuß läßt für Krefeld auch je zwei
Landtagskandidaten der NPD und der "Republikaner" zu. Die rechte
"Offensive D" hatte zu wenig Unterschriften vorgelegt.



Wird fortgesetzt.
