DKP Krefeld/Viersen - Krefelder Krisenbarometer

Zwei Spitzenprodukte des Kapitalismus

wartende Arbeitslose und Industrieroboter







Unser Gesellschaftssystem hat Großes hervorgebracht: Den Industrieroboter und die Warteschlange im Arbeitsamt. Was hier so gegensätzlich erscheint, ist es nicht.Der Roboter hat sehr viel mit den Arbeitslosen zu tun. Beide sind Zeichen einer Gesellschaftsordnung, in der die Technik nicht zum Nutzen der Menschen eingesetzt wird, sondern allein mit dem Ziel Gewinn zu erwirtschaften. Der Satz, "alles was Gewinn bringt, nutzt auch den Menschen", stimmt nicht, er ist Teil der Ideologie jener marktwirtschaftlichen Hooligans die in unserer Regierung sitzen. Bringt nicht Heroin besonders viel Gewinn? Wer würde aber behaupten, dies nutze den Menschen? Ein schlechtes Beispiel? Nehmen wir mal die Rüstungsindustrie. Ende der 70er Jahre haben eine halbe Million Wissenschaftler und Ingenieure ihren Erfindungsreichtum zu militärischen Forschungszwecken und zur Entwicklung von Waffen genutzt. 100 Millionen Menschen waren direkt oder indirekt in militärische Aktivitäten verwickelt. Die Zahl ist dreimal so hoch wie die Gesamtzahl der Lehrer und Ärzte in der ganzen Welt. Hat das Militär nun irgendeinen Nutzen für die Menschen gebracht? Was es gebracht hat, ist sehr viel Gewinn für einige Konzerne.Bereits diese Beispiele zeigen: Wir brauchen ein anderes Gesellschaftssytem. Eins das sozial ist, wo die Nöte des Menschen etwas gelten und nicht die kalte Macht des Kapitals. Und eins das demokratisch von unten nach oben aufgebaut ist. Kurz: den Sozialismus. 


Arbeitsplatzvernichtung

Ein Chronik der laufenden Entwicklung im Bereich Krefeld (ab August 1998).

22. August 1998
Die Fa. Mannesmann Haustechnik GmbH trennt sich von ihrem Krefelder Betrieb. Der neue Interessent, der die Firma übernehmen will, plant 40% der Belegschaft "einzusparen". D.h. 56 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.

07. September 1998
"Kein große Perspektiven" sieht der Konkursverwalter für das Anfang Juli in Schwierigkeiten geratene Autohaus Hagen. Betroffen von der Schließung sind 16 Mitarbeiter.

22. September 1998
Die Stadt Krefeld stellt 10 Sozialhilfeempfänger als Straßenkehrer ein. Die Stellen werden nach Tarif bezahlt, sind aber auf ein Jahr begrenzt.

24. September 1998
Die Fa. Cerestar will für ca. 60 Millionen DM ein neues Werk in Krefeld, nahe dem Rheinhafen, bauen. Dort soll ein Vorprodukt für Vitamin C hergestellt werden. Trotz der großen Investition sollen nur 20 Arbeitsplätze entstehen.

01. Oktober 1998
Die Milchwirtschaftliche Lehr- und Untersuchungsanstalt der Landwirtschaftskammer Rheinland in Krefeld soll wahrscheinlich zum Jahreswechsel geschlossen werden. Damit sind 50 Arbeitsplätze in Gefahr. Die Entscheidung soll aber noch nicht gefallen sein.

15. Oktober 1998
Die gemeinsame Küche von Klinikum und städt. Krankenanstalten soll durch einen fremden Zulieferer ersetzt werden. Der Zulieferer will die bisherigen Beschäftigten angeblich übernehmen, sie würden jedoch, da sie dann nicht mehr zum ÖTV, sondern zum NGG-Bereich gehören, etwa ein Drittel weniger verdienen. Der Krankenhaus-Gesamtbetriebsrat ist bisher davon ausgegangen, da dabei bis zu 36 Arbeitsplätze verloren gehen.

17. Oktober 1998
Die Filiale des Hellweg-Baumarkts an der Hafelstraße in Krefeld wird geschlossen. Die 30 Beschäftigten bekommen die Kündigung, es sollen ihnen aber noch Arbeitsplätze in anderen Städten angeboten werden.

28. Oktober 1998
Der Bosch-Vertragsgroßhändler Theuer geht in Konkurs. 13 Beschäftigte der Theuer-Niederlassung in Krefeld und 5 der Niederlassung in Kempen (Kreis Viersen) sind von Arbeitslosigkeit bedroht.

30. Oktober 1998
Die Fa. ZSK Strickmaschinen in Krefeld-Bockum kündigt 50 ihrer 230 Beschäftigten. Begründet werden die Entlassungen mit einem 30%igen Auftragsrückgang.

4. November 1998
Die Justiz in NRW rationalisiert und modernisiert. In Krefeld sollen von 300 vorhandenen Stellen 13 wegfallen.

10. November 1998
Die Städtischen Werke Krefeld legen ihren 5-Jahres-Wirtschaftsplan vor. Für 1999 ist ein weiterer Personalabbau von 55 Stellen vorgesehen.

12. November 1998
BAYER-Vorstandschef Schneider erklärt auf einer Pressekonferenz, es sei nicht auszuschließen, "daß wir in Deutschland noch Stellen abbauen müssen." Betroffen davon wäre auch das BAYER-Werk Krefeld-Uerdingen.

25. November 1998
Die Fa. Voith Sulzer baut in Krefeld mindestens 50 von 460 Stellen ab. Wie das immer so schön heißt. Die Konzernspitze hatte sogar von einem Abbau von 100 Stellen gesprochen, aber der Beitriebsrat geht weiter von 50 aus.

08. Dezember 1998
Die Girmes-Werke in Viersen-Grefrath und die Scheibler-Peltzer GmbH in Krefeld fusionieren. Damit entsteht ein Textilunternehmen mit ca. 1400 Beschäftigten in der BRD. Weitere Werke gibt es in den USA, Kanada und Tschechien. In den Werken in Viersen-Grefrath und Krefeld werden nach der Fusion wahrscheinlich etwa 200 Stellen vernichtet.

15. Januar 1999
Die Krefelder Wirtschaftsförerungsgesellschaft zieht Bilanz für 1998. Fünf betreute Unternehmen meldeten Konkurs an, betroffen waren 150 Mitarbeiter.

30. Januar 1999
Der Leiter des BAYER-Werkes Krefeld-Uerdingen zieht Jahresbilanz. "Ein gutes, vielleicht sogar sehr gutes Jahr" für den BAYER-Konzern, d.h. für die Profite. Die Zahl der Beschäftigten in Krefeld-Uerdingen ist dagegen von 7783 auf 6918 zurückgegangen. Auch wenn davon 521 ausgegliederte Mitarbeiter sind, bleibt ein Minus von 342 Arbeitsplätzen.

02. Februar 1999
Nun ist es klar: Nach der Fusion von Girmes und Scheibler Peltzer werden in Krefeld 50 Arbeitsplätze vernichtet und in Oedt (Kreis Viersen) verlieren 115 Mitarbeiter ihren Erwerb.

01. März 1999
Die Krefelder Fa. Industriedruck Kurt Janßen GmbH stellt Konkursantrag. Betroffen sind rund 200 Arbeitsplätze. Es wird versucht über eine Auffanggesellschaft einen Teil der Arbeitsplätze zu erhalten.

10. März 1999
Die Duewag AG in Krefeld-Uerdingen steht vor "größeren Auslastungsproblemen". Das erklärte ein Pressesprecher von Siemens (der Konzern besitzt 99% der Duewag-Anteile). Im Uerdinger Werk wird davon geredet, daß 600 Mitarbeiter entlassen werden sollen und weitere 200 Zeitarbeitsverträge nicht weiter verlängert werden sollen.

14. April 1999
Die Fa. Photex in Willich (Kreis Viersen) streicht 190 von 300 Arbeitsplätzen. Als Grund wird angegeben, daß Allkauf als Großkunde des Fotolabors weggefallen wäre.

11. Mai 1999
Nun ist es offiziell: Die DUEWAG in Krefeld-Uerdingen wird 500 Mitarbeiter entlassen.

24. Juni 1999
Die Fa. Kemper in Krefeld, Tochter des Escada-Konzerns, baut 10 Stellen ab. (Wie das immer so schön neutral heißt.)

25. Juni 1999
Die "Industrie-Kompanie Anlagen- und Gebäudetechnik GmbH" in Krefeld entlässt 45 Beschäftigte. Dumpingpreise im Bausektor wären die Gründe.

27. August 1999
Die Krefelder SWK wollen sich mit sechs Stadtwerken aus dem rheinisch-bergischen Bereich zusammenschließen. 200 SWK-Arbeitsplätze sollen dabei in den nächsten fünf Jahren vernichtet werden.

27. Oktober 1999
Das Krefelder Variete "Seidenstern" macht dicht. In einer Erklärung der Mitarbeiter dazu hieß es: "Nun hat Krefeld über 70 Arbeitslose mehr."

26. November 1999
Die Krefelder Wälzlagerrohr GmbH, eine Mannesmann-Tocher, wird vom französischen Konzern Vallourec übernommen. 147 der 243 Arbeitsplätze in Krefeld sollen nun "abgebaut" werden.

19. Dezember 1999
Der Texilhersteller Girmes will im nächsten Jahr 140 Arbeitsplätze "abbauen". Ein Teil in Viersen-Oedt. Im Krefelder Tochterbetrieb soll die Zahl der Arbeitsplätze von derzeit 140 auf 17 (!!) bis Januar 2001 gesenkt werden.

20. Dezember 1999
Die Krefelder Fa. Kemper GmbH muß Konkurs anmelden. Es soll versucht werden, alle Beschäftigten in einer Auffanggesellschaft weiter zu beschäftigen.

4. Februar 2000
Die Fa. Schönmackers verlagert 70 Arbeitsplätze von Kempen (Kreis Viersen) nach Moers. Es soll dadurch aber nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen, behauptet Schönmackers.

5. September 2000
Bei der Fa. Draftex international mit fünf Werken in Viersen und Grefrath stehen 120 Entlassungen an.

21. März 2001
Die Fa. Kress in St. Tönis (Kreis Viersen) schließt entgültig ihre Tore. 187 Beschäftigten wurde gekündigt.

31. Mai 2001
Die Hollywood-Kinos in Krefeld machen dicht. Drei Angestellte verlieren ihren Job.

09. Oktober 2001
Die Moeller AG in Krefeld kündigt 99 von rund 300 Beschäftigten. Dafür soll in einem dazugekauften Betrieb an der polnischen Grenze neues Personal eingestellt werden.

18. Oktober 2001
Die Fa. Frantschach Industrial Packinging (früher F&B Verpackungen) schließt ihren Krefelder Betrieb. 80 Mitarbeiter sollen auf die Straße geschmissen werden.

19. Oktober 2001
Die Fa. Siempelkamp erklärt gegenüber der Presse, sie werde in Krefeld bis zu 220 Stellen abbauen.

01. November 2001
Die Fa. Boecker gibt bekannt, daß sie ihr Kaufhaus in Krefeld schließt.

08. November 2001
Die Geschäftsführung der Brauerei Rhenania gibt die Schließung des Betriebes bekannt. 95 Beschäftigte verlieren ihren Job.

27. Dezember 2001
Die Fa. Kaufring mit Zentrale in Düsseldorf stellt einen Insolvenzantrag. Betroffen davon sind auch 150 bis 200 Beschäftigte im Kaufring-Lagertrieb in Krefeld-Linn. Sie werden wahrscheinlich entlassen.

17. April 2002
Die Fa. Korten GmbH in Krefeld, ein Automatenaufsteller, beantragt Insolvenz. Betroffen sind etwa 35 Beschäftigte.

25. Juni 2002
Die Babcock BSH gibt die Schließung des "Standortes Krefeld" bekannt. Die 80 Beschäftigten in Krefeld-Uerdingen sollen ein Angebot für Langenfeld bekommen.

02. Juli 2002
Das Bundesbahn-Wartungswerk in Krefeld-Oppum soll zum einzigen Wartungswerk in Deutschland umgerüstet werden. Dazu will die Bahn hier 70 Millionen Euro investieren. Das Nürnberger Werk wird gleichzeitig geschlossen. Von Neueinstellungen in Krefeld ist jedoch nicht die Rede.

11. Oktober 2002
Artikel in der Lokalausgabe Krefeld der WZ: "IHK: Wirtschaftslage immer schlimmer". Weiter heißt es: "Knapp 60 Prozent der Unternehmen beschäftigen jetzt weniger Personal als vor einem Jahr. 13 Prozent haben mehr Personal."

22. Mai 2003
Das Busunternehmen und Reisebüro Hegger aus Krefeld eröffnet das Insolvenzverfahren. Beschäftigt sind dort 21 Mitarbeiter.

05. November 2003
Der traditionsreiche Textilhersteller Girmes stellt vorm Amtgericht Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Erst wenige Monate zuvor waren wesentliche Teile der Produktion nach Tschechien und China verlagert worden. An den Standorten Grefrath-Oedt und Nettetel-Lobberich (beide Kreis Viersen) beschäftigt das Unternehmen noch 740 Personen. Diese zittern jetzt um ihren Arbeitsplatz.

21. Januar 2004
Auf Grund der öffentlichen "Sparmaßnahmen" kündigt das katholische Bistum an, bis zu 150 Stellen streichen zu müssen.

20. Februar 2004
Die Metallwerke Bender (Krefeld und Neuss) sind in Schwierigkeiten. Nach einem Sozialplan soll es weitergehen. Aber gleichzeitig werden 56 Kündigungen ausgesprochen.

30. März 2004
Die Geschäftsführung der Fa. Feraud GmbH in Krefeld meldet Insolvenz an. Bis zu 40 der 147 Mitarbeiter müssen um ihre Arbeitsplätze bangen.

30. März 2004
Das Traditionsunternehmen "Lethen Seidenweberei" in Krefeld schließt Ende des Jahres seine Pforten. Die 65 Beschäftigten werden zunächst für ein Jahr in eine "Qualifizierungsgesellschaft" überführt. Danach ist endgültig Schluß.

28. September 2004
Die Firmen Feraud GmbH und Kemper Fashion GmbH in Krefeld beantragen Insolvenz. Die Muttergesellschaft Escada war in Schwierigkeiten geraten. Alle 147 Mitarbeiter in Krefeld müssen nun das schlimmste befürchten.

30. September 2004
Das katholische Bistum Aachen kündigt für den Niederrhein an, weitere 220 Arbeitsplätze abbauen zu wollen.

30. Oktober 2004
Die Fa. Air Liquide wird ihren Konzernsitz nicht mehr in der ehemaligen Hauptverwaltung von Messer Griesheim in Krefeld haben. 50 betriebsbedingte Kündigungen wurden bisher in Krefeld ausgesprochen, weitere werden folgen. Der Betriebsrat schätz die Zahl auf rund 200.

09. November 2004
Die Fa. Siempelkamp Anlagenbau aus Krefeld gibt bekannt, in den nächsten Jahren rund 100 Arbeitsplätze abbauen zu wollen.

09. November 2004
Im Kalksandsteinwerk Krefeld-Rheinhafen erhalten alle 14 Fuhrparkmitarbeiter die Kündigung. Vorausgegangen war dies: Der Geschäftsführer hatte erklärt, aus dem Unternehmerverband ausgetreten zu sein und somit müsse er Tarife nicht mehr einhalten. Alle Fuhrparkmitarbeiter sollten nun ab Januar 20% weniger Lohn erhalten und 10 Urlaubstage verlieren. Als die Mitarbeiter sich dann an die Gewerkschaft wandten, kam die Kündigung.


Wer stillgelegt wird, muß laut werden.

Zeigt`s den Big-Bossen


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