Überfall auf den Sender Gleiwitz in Syrien

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30. Mai 2012
Der folgende Artikel stammt aus dem Blog "kritische-massen" unseres Genossen Sepp Aigner.


Als die deutschen Faschisten sich daran machten, Polen zu überfallen, inszenierten sie einen Kriegsvorwand. Sie steckten eine Horde deutscher Soldaten in polnische Uniformen. Diese Bande griff den an der deutsch-polnischen Grenze gelegenen deutschen Sender Gleiwitz an. Damit log Hitler den Angriffskrieg in einen Akt der Selbstverteidigung um. Ein grosser Teil der deutschen Bürger fiel wohl auf dieses Propagandamanöver herein. Nie wieder Krieg

So auch heute wieder. Eine von den USA, Frankreich, Grossbritannien und Deutschland ausgehaltene Mörderbande inszeniert in Syrien. in Houla, ein Massaker - und in die Schuhe geschoben wird die Schandtat den Syrern. Am selben Tag sagt ein US-Spitzenmilitär, man sei "zu einer Militärintervention bereit", wenn man "gefragt" werden würde. Einen Tag später schliesst der französische Präsident Hollande eine Militärintervention "nicht aus". Der deutsche Aussenminister Westerwelle erklärt den syrischen Botschafter in Berlin zur persona non grata, wie es auch mehrere seiner Spiessgesellen in Westeuropa mit den dortigen syrischen Botschaftern machen. - Nächste Schritte zum nicht mehr verdeckten, mit gekauften Mörderbanden betriebenen Krieg gegen Syrien, sondern zum offenen Krieg.

Die Infamie ist durchaus nicht beispiellos, sondern die normale Vorgehensweise imperialistischer Lumpenhunde, wie der "Überfall auf den Sender Gleiwitz" zeigt und -zig ähnliche Inszenierungen zeigen. Infam ist diese Vorgehensweise nicht nur gegenüber dem jeweiligen Opfer, das auch noch zum angeblichen Täter gemacht wird, sondern auch gegenüber dem Publikum, das mit solchen Theaterinszenierungen - die im gegebenen Fall mal eben einige Dutzend Kinder das Leben kosten - als Herde von Deppen behandelt wird. Den Deppen kann man jede beliebige Lüge auftischen, sie werden schon dumm genug sein, sie zu glauben.

Leider geht dieses Kalkül zu einem bedeutenden Teil auf. Die US-Bürger sind nicht klüger geworden nach dem "Zwischenfall von Tonking", und die deutschen nicht klüger nach dem "Überfall auf den Sender Gleiwitz". Eine vernünftige und zwingende Konsequenz aus der Unverschämtheit der Lügen von Obama, Hollande, Cameron, Merkel und Konsorten wäre ein Aufschrei der Empörung. Mit Schimpf und Schande müssten diese moralischen Ungeheuer aus ihren Ämtern gejagt werden. - Nichts, fast nichts. Ohnmächtiger Zorn in den alternativen Medien. Nicht eine Kundgebung, nicht eine Demonstration. Friedhofsstille in den Köpfen.

"Da kann man halt nichts machen", sagte mir gestern Nacht die Frau an der Tankstelle, als sie mir den Kaffee über die Theke reichte. Das war schon viel. Immerhin sagte sie ja damit: Eigentlich sollte man, aber man kann nicht. Die BLÖD-Leser - und, um olivgrün politisch korrekt zu sein: ja auch die Leserinnen - sagen eher: Putzt den Assad doch endlich weg ! Schluss mit diesem Polackengesindel !

Das wird nicht gutgehen, Leute. Dafür werden wir bezahlen müssen. "Seine Ruhe haben" zu wollen gibt es nicht kostenlos. Diese Ruhe der stillen Komplizenschaft kommt teuer zu stehen. Übrigens sagten die am Schluss ausgebombten und hungernden Deutschen: "Das haben wir nicht gewollt". - Gewollt vielleicht nicht. Aber zugelassen. Ein ziemlich doofes Resumee, nachdem "es" schon passiert war. "Das wollen wir nicht", rechtzeitig gesagt, wäre entschieden klüger gewesen. Damals und heute.

Sepp Aigner