Die Freiheit zum Ausbeuten

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Krefeld, 23. März 2012

Die bürgerlichen Medien haben es genügend nachgeplappert: Die Lieblingsvokabel des neuen Bundespräsidenten Gauck lautet "Freiheit".© SDS-Passau.de Aber die Menschen, die sich dafür interessieren, mit welchem Inhalt die Vokabel gefüllt sein soll (oder ob sie lediglich als leere Worthülle fungieren soll) - diese Menschen werden bei den bürgerlichen Medien und erst recht bei Gauck selber enttäuscht.

Der Präsident des BDI, Keitel, hat in der FAZ folgendes zur Kenntnis gegeben:

„Es liegt auch an uns, den Wachstumsbegriff besser zu erklären. Dabei geht es um Lebensqualität und um Chancenreichtum. Alles, was verteilt wird, muss erst erwirtschaftet werden. Wachstum braucht Wettbewerb, nicht Gleichheit. Die Diskussion über die Bedeutung von Freiheit hat der designierte Bundespräsident Joachim Gauck neu entfacht. Das ist gut so - und wird der Diskussion um die Rolle von Staat und Gesellschaft einige wohltuende Impulse geben.”

Dieser Begriff von Freiheit besteht darin, dass der Wettbewerb Aller gegen Alle befreit wird von jeglichen Einflüssen ausser der individuellen Durchsetzungsfähigkeit am Markt. Es ist die Freiheit für den Ellenbogen. Die Freiheit der Besitzer von Produktionsmittel dazu, sich die Ergebnisse der Arbeit Anderer einzusacken. Das ist, seit Marx und Engels, der Kern unseres Verständnisses von Herrschaft im Kapitalismus. Es ist die Freiheit zum Ausbeuten.

Und die Hymne auf diese Freiheit singen Gauck und Keitel, BILD, FAZ, TAZ und Spiegel, Merkel, Winterkorn, Ackermann und Piech, SPD, CDU, Grüne und die, den Älteren unter uns vielleicht noch bekannte "Partei der Freiheit", die FDP.

Jürgen, Krefeld