Ganz normaler Klassenkampf

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Mönchengladbach, 06. März 2012

Die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein verschickt in diesen Tagen an die Unternehmen einen Fragebogen zur IHK-Standortanalyse 2012. Im Anschreiben steht, die IHK „setzt sich für gute Standortbedingungen von der modernen Infrastruktur bis hin zu niedrigen Gewerbesteuern ein”. Im Fragebogen finden sich dann "Standortfaktoren" wie Grundstückspreise, Nähe zu Kunden, behördliche Reaktionszeiten, Lohnhöhe, die Hochschule Niederrhein als Parter für Forschung und Entwicklung und selbst das kulturelle Angebot.

Aber das ist doch alles ganz normal, werden die meisten Menschen dazu sagen. Und das stimmt. Es ist in dieser Gesellschaft "normal", daß die Unternehmen „ihre Interessen gegenüber Politik und Verwaltung″ durchsetzen wollen. So funktioniert diese Gesellschaft. Wir Kommunisten sagen dazu, es ist ganz normaler Klassenkampf.

Interessant ist nur, wenn wir Kommunisten darauf hinweisen, daß die Interessen, die die IHK vertritt, andere sind, als die Interessen, die die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hat; wenn wir darauf hinweisen, daß die "Lohnhöhe" als Faktor von den Unternehmen wohl anders beurteilt wird, als von den arbeitenden Menschen; wenn wir darauf hinweisen, daß die Mehrheit der hier lebenden Menschen nicht an „lokaler Verfügbarkeit von Arbeitskräften″ - sprich an vorhandener Arbeitslosigkeit - sondern an genügend bezahlten Arbeitsplätzen interessiert ist; kurz: wenn wir feststellen, daß es in dieser Gesellschaft zwei unterschiedliche Klassen gibt, die "ganz normal" gegensätzliche Interessen haben - dann wird uns ideologische Verblendung vorgeworfen.

Bettina, Mönchengladbach-Eicken