Käthe Scheulen

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Unsere Genossin Käthe starb am 1. Mai 2005 im Alter von 84 Jahren.

Sie hat es im Leben nicht leicht gehabt. So war sie die Jüngste von 10 Kindern eines Briefträgers aus Kempen (heute Kreis Viersen). Das war damals, wie heute, kein gut bezahlter Job. Zwei ihrer Brüder wurden bereits in der Weimarer Republik Mitglieder der KPD, in der Familie wurde viel politisch diskutiert. Entsprechend war die Familie zur Naziherrschaft oppositionell eingestellt und vielerlei Verfolgungen ausgeliefert. Ihr Bruder Franz war Mitangeklagter im Billstein-Prozeß wegen Fortführung der Arbeit der KPD. Er kam in KZ-Haft und später ins Strafbatallion 999, aber er überlebte all dies, wenngleich seine Gesundheit angeschlagen war. Ihr Vater verlor in dieser Zeit seinen Arbeitsplatz, da er sich geweigert hatte den Hitlergruß zu zeigen. Insgesamt waren sie damals, sage und schreibe, 99 mal Ziel von Hausdurchsuchungen.
Direkt nach 1945 wurde auch Käthe KPD-Mitglied und war aktiv in Kempen, wo sie zeitweise auch KPD-Stadtverordnete war. Nach dem KPD-Verbot 1956 wurde auch sie wieder von Hausdurchsuchungen betroffen und schließlich angeklagt wegen der Aktion „Frohe Ferien für alle Kinder". Der Prozeß wurde aber schließlich niedergeschlagen. In dieser Zeit wurde sie Betriebsrätin in der Textilfabrik Verseidag. Sie zog um nach Krefeld.
Mit Gründung der DKP war sie Mitglied in Krefeld. Sie wohnte damals in der Wohnung über dem Krefelder DKP-Büro auf der St.-Anton-Strasse. Als 1971 NPD-Mitglieder einen Brandbombenanschlag auf dieses Büro verübten, konnte Käthe sich glücklicherweise auf das Dach flüchten. Da die Feuerwehr schnell vor Ort war, wurde sie von dort unverletzt gerettet.
Als Rentnerin hat Käthe noch viele Jahre, solange es ihre Gesundheit zuließ, in der Karl-Liebknecht-Schule der DKP mitgeholfen. Die letzten beiden Jahre lebte sie in einem Altenheim in Rostock, da sie nahe bei ihren Enkeln und Urenkeln sein wollte. Sie bleibt unvergessen.