Arbeitszeit verkürzen! Für die 30-Stunden-Woche. Für ein neues Normalarbeitsverhältnis!

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Auf unserem 20. Parteitag am 2./3. März 2013 in Mörfelden haben wir einstimmig einen Beschluss zur 30-Stunden-Woche gefasst. Hier der beschlossene Text:

Mit einer radikalen Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich kann die Massenarbeitslosigkeit und soziale Verelendung großer Teile der Bevölkerung aktiv beendet, bzw. verhindert werden. 30-Stunden-WocheDiese kann nicht allein Sache von Tarifpolitik sein, sondern muss zudem Gegenstand eines gesellschaftlichen Kampfes um gesetzliche (Arbeitszeitgesetz) und tarifvertragliche Regelungen sein. Die Überzeugung der Menschen in Betrieben, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen für dieses Ziel zu kämpfen ist die Voraussetzung für einen Erfolg.

Das Erreichen eines solchen Ziels soll

  • die Schaffung von bis zu 6 Millionen neuer, derzeit fehlender Arbeitsplätze ebenso befördern, wie der Erhalt bestehender. Arbeitsverhältnisse sichern.
  • Damit kann ein neues Normalarbeitsverhältnis mit 30 Stunden an höchstens 5 Tagen definiert werden, von dem der Beschäftigte auch leben kann.
  • Einen bedeutenden Schritt hin zur Gleichstellung sowohl der Geschlechter als auch der Generationen im Arbeitsprozess machen.
  • Den massenhaft ansteigenden frühzeitigen Erkrankungen aufgrund der Anforderungen im Arbeitsleben, auch dem vorzeitigen Ausscheiden durch Erwerbsunfähikgeit kann damit entgegengewirkt werden Die Frühverrentungen mit erheblichen Abschlägen, mit drohender Altersarmut müssen verhindert werden.
  • Die als Druckmittel missbrauchte industrielle Reservearmee würde erheblich verkleinert und damit der Druck auf Arbeitenden und ihre Gewerkschaften reduziert, ihre Ausgangslage für weitere Kämpfe verbessern. • Mehr Zeit zum Mensch sein! Den arbeitenden Menschen muß wieder zeitlicher Freiraum für Familie und Erholung, kulturelles Leben wie auch gewerkschaftliches und politisches Engagement geschaffen werden.
  • Jungen Menschen wird damit eine Berufs- und Lebensperspektive möglich, die sie nicht auf Phasen kurzfristiger Beschäftigung, in Form von Praktika, Leiharbeit oder Zeitverträgen fesselt. Leben muss lebenswert sein. Für alle!
  • Demografische Entwicklung und Facharbeitermangel bleiben Heißluftargumente des Kapitals, weil hunderttausenden jungen Menschen eine qualifizierte berufliche Bildung seit Jahrzehnten vorenthalten wird. Hunderttausende können mit kürzerer (Voll-)Arbeitszeit den Spagat zwischen beruflicher Tätigkeit und häuslicher Erziehungs- und Pflegearbeit beikommen.
  • Menschen, die nach einem Arbeitsleben den Ruhestand ohne Armut verbringen wollen dürfen nicht erst ab 67 Jahren (oder gar noch später) diesen genießen können. Lebensarbeitszeitkonten, wie von einigen Gewerkschaften gefordert, bzw. schon in Teilen praktiziert, sind nicht nur keine Alternative zur Verkürzung der Wochenarbeitszeit sondern eine Arbeitszeitverlängerung in jungen Jahren oder in Zeiten erhöhten Arbeitsanfalls.
  • Dem Missbrauch von Leih- und Zeitarbeit sowie von Werkverträgen als besondere Form der Erpressung von Arbeitnehmern durch das Kapital würde sukzessiv der Boden entzogen. Durchsetzung und Kontrolle der Umsetzung ist mit einer im Vergleich zu heute erweiterten Mitbestimmung der Beschäftigten und ihrer Betriebsräte und Personalräte zu sichern. Im Betrieb kann Personalausgleich beurteilt werden und Leistungsverdichtung verhindert werden.
  • Der Reichtum unseres Landes, der ungeheurer angehäufte Reichtum der 10 % “Ober”schicht, die steigende Produktivität und die Gewinne der Unternehmen erlauben den Schritt zur Arbeitszeitverkürzung auf die 30 Stundenwoche.

Darum ist es Zeit für:

  • eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Das Erreichen einer 35-Stunden-Woche kann nur ein Zwischenschritt sein.
  • ein Renteneintrittsalter von 60 Jahren,
  • sechs Wochen gesetzlich garantiertem Mindesturlaub,
  • eine gesetzliche Beschränkung der Höchstarbeitszeiten von 8 Stunden am Tag und 40 Stunden wöchentlich im Arbeitszeitgesetz in einer 5-Tage-Woche und bei Erhalt des freien Wochenendes, keine Ausweitung der Wochenarbeitszeit.
  • Einschränkungen, langfristig das Verbot von Leih- und Zeitarbeit sowie 1-Euro-Jobs, dem Missbrauch von Werkverträgen und ähnliches mehr, sofort gleicher Lohn für gleiche Arbeit.
  • Einen gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohn von mindestens 10 Euro pro Stunde.

Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Die Mitglieder und Gliederungen der DKP sind aufgerufen vielfältige Ideen, Aktivitäten und Beiträge im Kampf um die Köpfe zu entwickeln und umzusetzen.

Dazu zählen

  • regelmäßige Beiträge in der UZ, UZ-Extra und auf kommunisten.de,
  • kurze Druckvorlagen für Flugblätter und Gruppenzeitungen, für regionale und lokale Internetseiten der DKP,
  • eine Sammlung von Beiträgen, Artikeln etc. auf einer allgemein zugänglichen Internetseite,
  • zumindest ein Bildungsthema, ggf. mehrere über einen längeren Zeitraum,
  • Seminar(e) an der Karl Liebknecht-Schule
  • Konferenzen und Beratungen, in Bezirken und Kreisen, Mitgliederversammlungen und öffentliche Veranstaltungen,
  • auch mit der Unterstützung wissenschaftlich arbeitender GenossInnen und/oder anderer hier engagierter Persönlichkeiten (ReferentInnenlisten)
  • mittelfristig bundesweite Aktionstage
  • Mitarbeit nach Kräften in den bundesweiten und regionalen Initiativen und Veranstaltungen in Bündnissen um die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung.