Yuppisierung verhindern

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Altstadtinitiative in Mönchengladbach will Charakter des Kiezes erhalten

Altstadtinitiative in MG

Mönchengladbach, 24.04.2010

Die Bürger in Mönchengladbach werden seit Jahren mit Plänen konfrontiert, die Altstadt komplett umzugestalten. Diese Pläne scheinen nun akut zu werden, da zwischenzeitlich drei Planungsbüros mit Vorplanungen beauftragt wurden. Ziel dieser Planungen scheint es zu sein, ein weiteres Mal alteingesessene Mieter aus ihren Wohnungen zu vertreiben und ein neues Wohnquartier für den "gehobenen Anspruch" entstehen zu lassen.

Zumindest einer der vorgelegten Entwürfe zeigt eindeutig in diese Richtung. Neben der seit Jahren bestehenden Mönchengladbacher Altstadtinitiative, in der sich vor allem Hauseigentümer, Kneipiers und Einzelhändler zusammen geschlossen haben, hat sich in den vergangenen Wochen eine "Altstadtinitiative von Unten" gebildet, die begonnen hat, die Anwohner über die möglichen Folgen dieser Pläne zu informieren. Einer der Motoren dieser "Altstadtinitiative von Unten" ist Markus Repkow, der dort wohnt und einen Szeneladen "Nightmare Records" dort betreibt. Markus ist ein im Viertel bekanntes Mitglied der DKP und hat bei der EU-Wahl in seiner unmittelbaren Umgebung ein Ergebnis von fast 2,5 Prozent der Stimmen für die DKP eingefahren.

Am 24. April 2010 wurde nun mit mehr oder weniger großem Medienrummel von der bestehenden Altstadtinitiative eine öffentliche Säuberung der vor allem am Wochenende hoch frequentierten Kneipenmeile durchgeführt. Dieses öffentliche Interesse hat die "Altstadtinitiative von Unten", unterstützt von der DKP, für einen viel beachteten Infostand genutzt, um zu den bisher gesammelten ca. 500 Unterschriften gegen die unsozialen Pläne zur Gentrifizierung ("Yuppisierung") der Altstadt weitere hinzu zu sammeln.

Bei dieser Aktion kam es zu Gesprächen zwischen beiden Initiativen und allen Gegensätzen zum Trotz konnten gemeinsame Schnittpunkte festgestellt werden. Man einigte sich darauf punktuell, bei aller weiter bestehenden Unterschiedlichkeit, wichtige Punkte gemeinsam anzugehen. Denn beiden Initiativen geht es vor allem darum, das Viertel in seiner jetzigen Zusammensetzung zu erhalten und allen Plänen, den Charakter des Kiezes zu verändern, die offensichtlich federführend von der Santanderbank in Mönchengladbach vorangetrieben werden, gemeinsam zu begegnen.