Ohne Armut keinen Kapitalismus

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Krefeld, 21.10.2012

Die Aktionsmonate, die das Krefelder Sozialbündnis, ein Zusammenschluss von Kräften aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Sozialverbänden und anderen Organisationen, seit dem letzten Jahr ins Leben gerufen hat, beginnen sich zu etablieren. Veranstaltung: Ohne Armut keinen Kapitalismus In diesem Jahr setzen sich im Rahmen des „Aktionsmonats gegen Armut“ sechs Veranstaltungen von verschiedenen Bündnispartnern mit der zunehmenden Armut in dieser Gesellschaft auseinander. Während fünf Veranstaltungen sich mit den unterschiedlichen Armutstypen und -folgen, von Frauen- über Kinder- und Altersarmut bis hin zu Hartz IV Sanktionen und dem Problem der Armut trotz Arbeit beschäftigen, hatte die DKP die Aufgabe übernommen, über die Ursachen von Armut zu informieren.

Fast vierzig Teilnehmer kamen am Do., den 18.10. um 19:30 Uhr ins Krefelder ALZ, was von großem Interesse an unseren Analysen zeugt. Dem Referenten Jürgen Lloyd, verantwortlich für marxistische Bildungsarbeit im Kreis und Mitglied des Vorstandes der Marx-Engels-Stiftung ist es zu verdanken, dass dieses recht spröde und theorielastige Thema doch lebendig und spannend rüber gekommen ist.

Es ist gelungen, deutlich zu machen, dass Armut nicht in erster Linie ein Problem von zu wenig Geld ist, sondern ein gesellschaftliches Verhältnis ist, dass sich in der Diskrepanz zwischen der an sich auf Grund der hohen ökonomischen Entwicklung gesellschaftlich möglichen Bedürfnisbefriedigung und der immer begrenzten tatsächlichen Bedürfnisbefriedigung zeigt.

Grundlage dieser Diskrepanz ist der Widerspruch zwischen dem von den Vielen gesamtgesellschaftlich erarbeiteten Reichtum und seiner privatkapitalistischen Aneignung durch einige Wenige. Die einen werden in diesem Prozess immer "ärmer", können ihre Bedürfnisse im Verhältnis zu den steigenden Möglichkeiten immer weniger befriedigen und die anderen werden immer "reicher". Der gesellschaftliche Reichtum fließt von unten nach oben, von den unmittelbaren Produzenten zu den Kapitaleignern. Auch eine noch so „gerechte“ Umverteilung kann diesen Zustand allenfalls ein wenig mildern, und auch das nur, wenn wir darum zäh und unermüdlich kämpfen, jedoch niemals grundsätzlich aufheben. Dazu müssen wir schon die Ursache, den Kapitalismus aufheben.

Die Veranstaltung war gekennzeichnet von hoher Konzentration und die anschließenden Stellungnahmen und Nachfragen der Teilnehmer zeugten davon, dass doch sehr viele aus dieser Veranstaltung etwas klüger rausgekommen sind, als sie hineingegangen sind. Fazit des DKP-Kreisvorsitzenden Peter Lommes, der die Veranstaltung moderiert hatte war, dass es sich wesentlich besser gegen die gesellschaftliche Verarmung kämpfen lässt, wenn man deren Ursachen begriffen hat.

Ein Videomitschnitt der Veranstaltung findet sich » hier.

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