Krefelder Normalität

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Eine Chronik der laufenden Ereignisse seit Anfang 1998

Krefeld, 1998 - 2009

27. Januar 1998
Die Veranstaltung mit M. Friedmann im Krefelder Moltke-Gymnasium zur Eröffnung der Auschwitz-Ausstellung der Villa Merländer wird von Neonazis gestört.

6. Februar 1998
Der Krefelder CDU-Fraktionsvorsitzende W. Fabel fordert in einer Presseerklärung die in der Stadt lebenden bosnischen Bürgerkriegsflüchtlinge auf, in ihre Heimat zurückzukehren.

 

23. Februar 1998
Die Krefelder CDU beschließt die Verfassungsbeschwerde gegen das NRW-Flüchtlingsaufnahmegesetz zu unterstützen.

 

26. Februar 1998
Die ev. Kirchengemeinde Oppum verabschiedet eine bosnische Familie, die in die USA emigriert. In Krefeld stand sie vor der Zwangsrückführung.

13. März 1998
Ein 19jähriger Krefelder Schüler wird vom Amtsgericht wegen Verwendung von Nazisymbolen zu 500,- DM Geldstrafe verurteilt. Er hatte in einer Gruppe von 30 bis 40 Skinheads unter Hakenkreuz- und Reichskriegsflaggen Nazilieder gegrölt und den Hitlergruß gezeigt.

28. März 1998
Bei einer CDU-"Wanderung" durch den Krefelder Südbezirk äußert die CDU-Ratsfrau Karin Meinecke bemerkenswertes. Sie erklärte, sie wolle ihren Stadtteil nicht schlecht reden lassen: "Hier ist nicht der höchste Ausländeranteil in Krefeld".

11. April 1998
"Krefeld sparte bei Flüchtlingen", ist ein Artikel in der WZ überschieben. Darin wird berichtet, daß die Ausgaben für die Gewährung von Asyl gegenüber der Haushaltsplanung etwa dreimal stärker zurückgegangen sind, als alle anderen Aufwendungen für Sozialhilfe zusammen.

7. Mai 1998
Der Krefelder Polizeidirektor Allhorn referiert beim Bürgerverein Tackheide zur Sicherheitslage. Wir wissen nicht ob er die Statistik ausgeführt hat, nach der Krefeld im Vergleich mit anderen Städten gut dasteht. Jedenfalls meinte er, die Gewalt eskaliere immer mehr: "Ich habe Angst, daß wir eines Tages von der Schußwaffe Gebrauch machen müssen." Keine Drohungen!

13. Mai 1998
In der "Deutschen Wochenzeitung" des DVU-Chefs Frey schreibt ein Krefelder REP-Funktionär: "Als Funktionsträger der Republikaner lese ich von dem Kooperationsangebot der DVU an die Rep. Sollte auch dieses Mal das Angebot in den Wind geschlagen werden, dann habe ich genug!"

20. Mai 1998
Die Krefelder Stadtverwaltung befürchtet eine Trübung des guten Verhältnisses zu den Kirchen. Wieso? Weil eine Krefeld-Oppumer Gruppe sich nach langem Ringen entschlossen hat, am landesweiten Kirchenwanderasyl teilzunehmen.

25. Mai 1998
Die Krefelder CDU und die Stadtverwaltung mißbilligen, daß die Schutzengelpfarre in Krefeld-Oppum 30 kurdische Flüchtlinge für 14 Tage aufnehmen will. Die Gemeinde beteiligt sich am landesweiten Kirchenwanderasyl. "Die Aktion bedeutet für mich Rechtsbruch, den ich nicht billige", erklärte dazu CDU-Ratsherr Werner Siebertz.

27. Mai 1998
Der Krefelder CDU-Fraktionsvorsitzende W. Fabel warnt öffentlich die Oppumer Christen, die sich am landesweiten Kirchenasyl beteiligen wollen. Fabel: "Wir leben in einem Rechtsstaat. Ein Widerstandsrecht gibt es nur gegen Unrechtsregime. Auch für Kirchenmitglieder und Sympathisaten von Asylbewerbern gibt es keinen rechtsfreien Raum und kein Sonderecht. Das sogenannte Kirchenasyl ist deshalb ein Rechtsbruch und unzulässig." (Was sind übrigens "Sympathisanten von Asylbewerbern"? Bisher kannte ich das Wort von "RAF-Sympathisanten".)

27. Mai 1998
Die Vorsitzende des Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine, Brigitte Reich, "informiert" in der Presse darüber, daß im ehemaligen Postamt neben dem Hauptbahnhof wahrscheinlich ein türkisches Jugendzentrum für rund 500 junge Leute geplant sei. B. Reich meint, der Krefelder Südbezirk sei schon genug belastet. Es gebe viel Krach, Probleme und bereits zwei islamische Gebetshäuser. Ein weiteres Zentrum sei den Bewohnern nicht zuzumuten. (Kann ein solches Zentrum mehr Krach machen, als der Hauptbahnhof und die Züge?)

30. Mai 1998
Ein afrikanischer Asylbewerber rast offenbar in heller Panik mit einem gestohlenen Audi über die Nieper Straße in Krefeld. Verfolgt wird er u.a. von einem Polizeihubschrauber. Der Asylbewerber ist zwecks Abschiebung zur Festnahme ausgeschrieben. Beim einbiegen in den Fünnertzdyk rammt der Asylbewerber ein Baufahrzeug und wird von einem folgenden Polizeiwagen festgesetzt. Der Afrikaner warf sich nun auf den Boden und wurde dann von der Polizei abgeführt.

7. Juni 1998
Etwa um Mitternacht wurde eine kurdische Familie auf der Westparkstraße in Krefeld durch dreimaliges lautes Knallen aus dem Schlaf gerissen. Mit drei Steinwürfen waren die Fensterscheiben zerschmissen worden. Die Polizei geht von einer "Sachbeschädigung ohne politischen Hintergrund" aus.

10. Juni 1998
Wilfried Fabel, Vorsitzender der Krefelder CDU-Ratsfraktion, protestiert mit einem offenen Brief heftig dagegen, daß die Volkshochschule zu einer Podiumsdiskussion auch Gregor Gysi eingeladen hat.

16. Juni 1998
Den Fußball-WM-Sieg der deutschen Mannschaft über die USA nutzten wieder einige Krefelder als Anlaß, um die Deutschlandfahne aus dem Fenster zu hängen (z.B. auf dem Westwall).

19. Juni 1998
Zwischen den Fußballzeitschriften im Zeitungsregal des Krefelder Einkaufmarkts "real" steckten Exemplare des Naziblattes "National-Journal". Unbekannte hatten sie wohl dorthin gesteckt. Es handelt sich bei dem Blättchen um eine offen faschistische Propagandaschrift. Balkenschrift auf der Titelseite: "Im Gedenken an den ungesühnten Völkermord an 10 Millionen Deutschen (1939-1946)". Die Schrift bevorzugt übrigens Schröder vor Kohl bei der Wahl. Zitat: "Schröder hat in den letzten Monaten durchblicken lassen, daß er nicht länger der Mann der 'Multikultur' sein möchte. Er hat mit der Heirat einer jungen, nordisch-blonden Frau ein Zeichen gegen die von Kohl geförderte Misch-Rassen-Ehe gesetzt."

19. Juni 1998
Ungekannte zünden in der Nacht das Transparent "Kein Mensch ist illegal" im Vorgarten des Pfarrheims in Krefeld-Oppum an. In der dortigen Pfarrgemeinde sind zu dieser Zeit Kurden im landesweiten Kirchenasyl.

20. Juni 1998
Im Krefelder Lokalteil der WZ ist eine ganzseitige Anzeige der "Initiative Pro D-Mark". Sie will bei der Bundestagswahl als Partei antreten und argumentiert nationalistisch gegen den EURO. Z.B.: "Die Folgen des Euros für Deutschland faßt die französische Zeitung 'Figaro' ehrlich zusammen: 'In Versailles bluteten die Deutschen nur einmal, in der Währungsunion für alle Zeiten.'"

04. Juli 1998
Infostand der Republikaner auf dem Südwall in Krefeld unter dem Motto "Deutschland zuerst".

08. Juli 1998
Die WZ berichtet im Lokalteil über eine kurdische Familie deren Vater mit sechs Kindern in die Türkei ausgewiesen werden soll. Die Mutter und eine schwerstbehinderte Tocher erhalten Bleiberecht und können in Krefeld-Fischeln bleiben. Denn die schwerstbehinderte Tocher ist nicht transportfähig. Dabei ist auch unklar, wie die Mutter - Analphabetin und der deutschen Sprache nur wenig mächtig - die komplizierte Versorgung ihrer Tocher schaffen soll. In Krefeld-Fischeln wurden bisher schon 1433 Unterschriften gesammelt, damit die kurdische Familie nicht auseinandergerissen wird.

01. August 1998
Der Krefelder Wahlausschuß läßt für die Bundestagswahl den REP Uwe Qualmann als Direktkandidat zu.

03. August 1998
Der kurdische Häftling Kazim Ötztürk begeht in seiner Zelle im Gefängnis Viersen-Anrath Selbstmord durch Erhängen. Er sollte dort wegen PKK-Aktivitäten und "Anstiftung zur Brandstiftung" eine dreijährige Strafe absitzen.

06. August 1998
Nachdem in Krefeld der Selbstmord von Kazim Ötztürk bekannt wurde, demonstrieren etwa 300 Kurden durch die Stadt.

20. August 1998
Auf einer internen Veranstaltung des Einzelhandelsverbandes wurde eine "Ordnungspartnerschaft" von Stadt Krefeld, Polizei und Einzelhändlern vorgestellt, die ein "Modell für NRW" sei. Der Krefelder Polizeichef meinte, man habe zu lange "bei Ordnungsbelästigungen weggeguckt". Das sei vorbei, eine "Bequemlichkeitstoleranz" gebe es nun nicht mehr. Das richtet sich vor allem gegen Obdachlose, Drogenkranke, Ladendiebe ... Die Stadt Krefeld erklärte, man werde noch in diesem Jahr die Truppe der "Blauen Sheriffs" um zwei Mann verstärken.

26. August 1998
Das Krefelder Ausländeramt berichtet der Presse über die Arbeit einer installierten Arbeitsgruppe, die Jagd auf unter falscher Identität hier lebende Kurden macht. In den letzten beiden Jahren habe man in Zusammenarbeit mit der türkischen Polizei und dem türkischen Konsulat 70 kurdische Personen "entschleiern" können, die mit falschen libanesischen Pässen hier gelebt hätten. Diese wurden dann umgehend in die Türkei abgeschoben.

27. August 1998
Ratssitzung der Stadt Krefeld. Die Grünen bringen eine Antrag ein, die kurdische Familie Bahci (siehe 8. Juli) nicht auseinanderzureißen, sondern weiter in Krefeld zu dulden. Die SPD unterstützt den Antrag, mit der Stimmenmehrheit der CDU wird er abgelehnt.

29. August 1998
Großformatige und mehrfarbige (schwarz-rot-gold) Anzeige der rechten "Initiative Pro D-Mark" in der WZ.

31. August 1998
Prozeßbeginn gegen einen 33jähigen wegen Brandstiftung und versuchtem Mord. Ihm wird vorgeworfen im April und Dezember 1996 zwei von Türken bewohnte Häuser in Viersen angezündet zu haben. Dazu kommt eine Brandstiftung im Februar 1997 in Düsseldorf. Sein Motiv ist laut Anklage Fremdenfeindlichkeit. Bei der Polizei erklärte er: "Ich habe einen Haß auf türkische Mitbürger, weil die hier nach Deutschland kommen und uns die Arbeit wegnehmen. Mit unserem Geld ziehen sie sich dann wieder in die Türkei zurück." Zudem würden Türken bei Ämtern bevorzugt behandelt, bekämen, was sie wollten.

05. September 1998
Wieder ein großformatige und schwarz-rot-goldne Zeitungsanzeige der rechten "Initiative Pro D-Mark" in der WZ.

05. September 1998
Wahlkampfveranstaltung der CDU auf dem Platz vor der Brauerei Gleumes. Nach einem Zeitungsbericht hatte der Krefelder CDU-Kandidat Pützhofen "den meisten Beifall nach seiner Kritik an Verstoßen gegen das Asylrecht und seiner Forderung, daß 'wir die Schwerkriminalität von Durchreisenden in den Griff kriegen müssen'." Genau so hatten wir uns die Veranstaltung auch vorgestellt.

07. September 1998
Die REPs verteilen ihre Plakatständer in der Stadt, mit Parolen wie "Deutsche Interessen zuerst" und ähnlichem Schrott.

08. September 1998
In weiten Teilen Krefelds und des Kreises Viersen steckt ein DVU-Blatt (Deutsche Wochenzeitung extra) in den Briefkästen.

10. September 1998
Über 50 PDS-Wahlkampfplakatständer werden gleich in der ersten Nacht von Unbekannten gestohlen, oder es werden die Plakate vollständig herabgerissen.

12. September 1998
Und wieder eine großformatige und schwarz-rot-goldne Zeitungsanzeige der rechten "Initiative Pro D-Mark" in der WZ.

13. September 1998
Zum "Tag der Heimat" gibt es eine gemeinsame Veranstaltung von Stadt Krefeld, Verein für Heimatkunde, Verein Niederrhein, Kreisbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen, Bund der Vertriebenen und den vereinigten Landsmannschaften. Es spricht der Krefelder CDU-Vorsitzende W. Schittges zum Thema "Heimatrecht - Fundament für Europa". (Damit ist natürlich nicht gemeint, das hier aufgewachsene Türken eine zweite Staatsangehörigkeit bekommen o.ä. Vielmehr wird Anspruch auf "Heimat"gebiete in Osteuropa erhoben.)

16. September 1998
Etliche gemietete Plakatwände in Krefeld mit DVU-Wahlpropaganda.

17. September 1998
Und noch eine ganzseitige Anzeige der rechten "Initiative Pro D-Mark" in der WZ.

19. September 1998
Schon wieder eine großformatige, schwarz-rot-goldne Anzeige der rechten "Initiative Pro D-Mark" in der WZ.

26. September 1998
Noch einmal eine großformatige, schwarz-rot-goldne Anzeige der rechten "Initiative Pro D-Mark" in der WZ.

27. September 1998
Bei der Bundestagswahl stimmten 3072 Menschen aus Krefeld und 3819 aus dem Kreis Viersen für Parteien rechts von der CDU.


"Wir dürfen nicht mehr so zaghaft sein bei ertappten ausländischen Straftätern. Wer unser Gastrecht missbraucht, für den gibt es nur eins: raus und zwar schnell ..."
Gerhard Schröder, 20.7.1997 in Bild am Sonntag


30. September 1998
Der Krefelder Zoo wirbt mit dem Reklamespruch "Zisch ab in den Dschungel!"

10. Oktober 1998
Der Krefelder städtische Haushalt liegt zur Genehmigung vor. Einsparungspotential sieht der haushaltspolitische Sprecher der CDU, H.H. Hauser, vor allem bei den Leistungen an asylbegehrende Ausländer.

21. Oktober 1998
16.44 Uhr Hauptbahnhof Krefeld, Gleis 2. Ein Schwarzafrikaner kommt kurz vor Abfahrt zum Zug geeilt und möchte im Zug einen Fahrschein kaufen. Einen Geldschein hält er griffbereit. Doch der Bahn-Mitarbeiter weigert sich, er solle hinunter in die Halle zum Automaten. Als der Afrikaner lauter wird, ruft der Zugführer die Polizei wegen "Randalierens". Verschiedene Fahrgäste steigen aus, einige bieten an, die Karte des vermeintlichen Schwarzfahrers zu bezahlen, nur damit der Zug endlich abfahre. Mit einer Verspätung von einer halben Stunde geschieht dies dann.

5. November 1998
Es nutzte nichts, daß die Schüler der Krefelder Gesamtschule Kaiserplatz Briefe und Eingaben schrieben: ihre Mitschülerin Maja und ihre Familie wurden nach Bosnien abgeschoben. Auch das Bruder Damir mitten in einer Koch-Ausbildung ist und die Familie in Bosnien keine Verwandte hat, war für das Ausländeramt kein Argument.

12. November 1998
Der Chemieindustrielle und Krefelder CDU-Multifunktionär Dr. Dolf Stockhausen erklärt öffentlich ins "Exil" gehen zu wollen. "Wir sind betroffen, von dem Haß und Neid, der uns von der Seite der Regierenden entgegenschlägt." Und es falle ihm schwer in einem "von SPD, Grünen und PDS regierten Land" zu leben. (Die PDS Regierungsbeteiligung haben wir wohl verschlafen.) Deshalb "flüchtet" er in ein Steuerparadies.

03. Dezember 1998
Ein kurdischer Asylbewerber, der in Viersen-Grefrath lebt, zündet sich vor dem Düsseldorfer Generalkonsulat der Türkei an. Die Flammen können gelöscht werden. Der Kurde erklärt später, er habe mit seiner Tat auf die "Probleme in Kudistan aufmerksam machen wollen".

05. Dezember 1998
Der ehemalige CDU-Bezirksverordnete und Kirchenvorstandsmitglied Rudolf Brinks tritt öffentlich aus der katholischen Kirche aus. Brinks hatte gegen die Oppumer Kirchengemeinde Stafantrag gestellt, da sie im Sommer einigen Asylbewerbern im Rahmen des Wanderasyls Kirchenasyl gewährt hatte. Die Ermittlungen wurden eingestellt. Auch die Forderung von Brinks an den Bischof gegen die Gemeinde vorzugehen fanden kein Gehör.

10. Dezember 1998
Der Kurde Veysi Demir wird in Abschiebehaft genommen. Er soll samt seiner Familie abgeschoben werden. Er war in der Türkei aus der Armee desertiert, um einem Einsatz gegen seine kurdischen Landsleute zu entgehen. Obwohl er in der Türkei keine Angehörigen mehr hat (ein Teil lebt in Krefeld) und seine vier Kinder hier geboren sind, soll er in die Türkei zurück.

05. Januar 1999
Der Kurde Ali Kilic wird in die Türkei abgeschoben. Da er eine nervenfachärztliche Behandlung benötigt, hatte der Petitionsausschuß des Landtages eine weitere Aufenthaltserlaubnis befürwortet. Doch das kümmerte die Krefelder Ausländerabteilung nicht. Der Dezernet B. Gansauer (CDU) schrieb: "Der Empfehlung des Petitionsausschusses kann in keinem Fall gefolgt werden. Die Aufenthaltsbeendigung wird durch mich eingeleitet."

27. Januar 1999
Die CDU im Kreis Viersen setzt groß auf die Unterschriftensamlung gegen die doppelte Staatsbürgerschaft. 20.000 Unterschriften hat sie sich als Ziel gesetzt.

16. Februar 1999
Erster Prozeßtag gegen der 75jährigen Rentner Ernst J. wegen Volksverhetzung. Der Krefelder hatte eine Veranstaltung mit Michael Friedmann gestört und dort behauptet, die Gaskammern in Dachau seien erst nach 1945 von den Allierten errichtet worden. 10 Zeugen traten auf, die sich in Krefeld mit dem Angeklagten zu "politischen Diskussionsabenden" treffen, und die zu seinen Gunsten aussagten. Kein Wunder, daß sich ihre Aussagen fast wie ein Ei den anderen glichen.

18. Februar 1999
Zweiter Prozeßtag gegen den Rentner Ernst J. Der Angeklagte versuchte einen Zeugen, der gegen ihn aussagte ins Verhör zu nehmen, wurde jedoch von Richter gestoppt.

19. Februar 1999
Bombenalarm bei der Krefelder Moschee auf der Viersener Straße. Das Gebäude wurde geräumt, aber es wurde kein Sprengstoff gefunden. Aufgrund der Art der eingegangenen Bombendrohnung geht die Polizei nicht von Kurden als Täter aus, sondern vermutet einen "Trittbrettfahrer".

19. Februar 1999
Prozeß gegen einen 20jährigen Kurden aus Krefeld. Ihm wurde zur Last gelegt, 1996 bei einer Demo in Düsseldorf für einen Polizisten deutlich hörbar "Es lebe die PKK!" gerufen zu haben. Er wurde zu 3 Wochen Haft verurteilt und soll danach in die Türkei abgeschoben werden.

20. Februar 1999
CDU-Infostand auf dem Krefelder Neumarkt zur Unterschriftensammlung gegen die doppelte Staatsbürgerschaft.

07. März 1999
CDU-Infostände in Vorst und St. Tönis zur Unterschriftensammlung gegen die doppelte Staatsbürgerschaft.

08. März 1999
Neuer Verhandlungtag gegen Ernst J. wegen Volksverhetzung. Hierbei wurde ausgeplaudert, daß das "Krefelder Freie Forum" über die Taktik der Vortragsstörung bei der Veranstaltung mit M. Friedmann und die zu erwartende Anzeige ausgiebig gesprochen hatte.

11. März 1999
Abschluß des Prozesses gegen Ernst J. der wegen Volksverhetzung und Verharmlosung der Judenvernichtung zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Strafverschärfend war hinzugekommen, daß der Angeklagte bereits nicht unerheblich vorbestraft war.

18. März 1999
Prozeß gegen den Krefelder Hans-Werner D. Er hatte Anfang September 1998 auf der Dionysiusstraße in Krefeld, nahe seiner Wohnung, ein Motorrad und einen Roller umgetreten, der ausländischen Nachbarn gehörte. Dann stellte er seine Boxen in das Fenster und beschallte die Straße mit rechtsradikalen Liedern und Nazi-Parolen. Es war noch in über 100 Meter Entfernung zu hören. Einige Wochen später bedrohte er einen jungen Ausländern in einem Supermarkt mit der Pistole. Er hatte ihn versehentlich mit seinem Einkaufswagen angestoßen. "Hau ab oder ich bring dich um", rief er ihm zu. Da er bereits einschlägig vorbestaft war, verurteilte ihn das Gericht zu einem Jahr Gefängnis.

20. März 1999
Gegen ca. 23 Uhr tummeln sich rund 20 - 30 Stiefelfaschisten auf dem Krefelder Neumarkt. Ein zufällig vorbeikommender Genosse der Jugendantifa wird mit "Zecke" und "Rotfront verrecke" begrüßt und gleich verfolgt. Unser Freund entkam zum Glück.

26. März 1999
Um ca. 22.30 Uhr griffen am Krefelder Hauptbahnhof 6 Nazischläger zwei Antifas, davon ein Punk, an. Sie schlugen sie brutal zusammen und ein Nazi stach dem Punk ein Messer in die Brust und kam bis zur Lunge durch. Zum Glück lebt der Freund noch.

19. April 1999
Die Lokalausgabe der WZ diskutiert über den Plan eine neue Moschee an der Viersener Straße in Krefeld zu errichten. Die Bezirksparteien sind dagegen. Petra Schneppe (SPD): "Wir werden den Bau der Moschee nicht mittragen, denn damit ist ein großes islamisches Zentrum verbunden. Das ist aus verkehrstechnischen Gründen nicht machbar." Auch Werner Wingender (CDU) war dagegen und meinte: "Beten können Sie doch überall." Ob das wohl auch so ausgefallen wäre, ginge es um eine katholische Kirche?

09. Mai 1999
Einige DVU-Anhänger treffen sich am Krefelder Hauptbahnhof um gemeinsam mit einem Bus zu einer DVU-Veranstaltung zu fahren.

06. Juni 1999
Die REP's behängen die Stadt Krefeld mit Plakattafeln zur Europawahl.

01. Juli 1999
Zwei Nazi-Skins aus Kempen (Kreis Viersen) überfallen auf dem Kempener Bahnhof einen 34jährigen Mann aus Geldern. Sie schlagen und treten ihn so zusammen, daß er schwer verletzt ist und einen Augenhöhlenbruch erleidet.

02. Juli 1999
Nach der Verschleppung des PKK-Vorsitzenden Öcalan in die Türkei forciert die Stadt Krefeld die Abschiebung von Kurd/inn/en. Immer mehr Kurd/inn/en tauchen deshalb ab in den Untergrund. Die WZ berichtet über den Kurden A. Sönmez der mit einer Deutschen verheiratet ist und abgeschoben werden soll. Das Ausländeramt behauptet, er würde angeblich eine Scheinehe führen. Seine Frau berichtet in der Zeitung, wie sie selbst gesehen hat, wie das Ausländeramt bei einer Antragstellung die Tür verschlossen hat und den Mann bis zur Abholung gefangengehalten wurde.

12. August 1999
Zur Krefelder Kommunalwahl kandidieren in zwei Wahlkreisen auch die rechtsextremen "Republikaner".

28. August 1999
Ein 15jähriger aus Krefeld nutzt die Abwesenheit seiner Eltern zu einer lautstarken Party. Als Nachbarn die Polizei rufen, wird der Polizeiwagen mit einer Flasche beworfen. Darauf folgt ein Großeinsatz der Polizei. Die Polizei geht aggressiv vor, sperrt einen Teil der Jugendlichen bis zum Vormittag ein oder setzt sie in einer einsamen Gegend am Stadtrand aus. Ein Jugendlicher wird so sehr mit dem Gummiknüppel geschlagen, daß er mit dem Verdacht auf Knochenbrüche geröngt werden mußte. Mehrere Eltern stellten Anzeige gegen die Polizei.

29. August 1999
Der "Tag der Heimat" wurde wieder gemeinsam von der Stadt, dem Kreisbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen und dem Bund der Vertriebenen begangen. Redner war der CDU-OB Pützhofen. In der "Deutschen Umschau" der rechtsextremen DVU wurde danach über diese Veranstaltung unter "KV Krefeld" ausführlich berichtet.

03. und 04. September 1999
Infostände der "Republikaner" in der Krefelder Fußgängerzone.

12. September 1999
Bei den Kommunalwahlen im Krefeld erreichen die "Republikaner" im Bezirk Krefeld-Süd 3,0 % und 1 Sitz in der Bezirksvertretung. Der REP Jakob Ixkes wird nun dort vertreten sein.

16. September 1999
Die Lokalausgabe der WZ berichtet über folgenden Fall: Ein Krefelder lernt in Bangkok einen in den USA aufgewachsenen Thai kennen und die beiden werden ein gleichgeschlechtliches Paar. Doch als dieser Thai nach Krefeld ziehen will, bekommt er vom Krefelder Ausländeramt keine Aufenthaltsgenehmigung. Auch als sein Krefelder Freund eine Krankenversicherung für ihn abschließt und sich verpflichtet jedes finanzielle Risiko (selbst eine etweilige Fahnung durch die Polizei) zu übernehmen, bleibt das Ausländeramt hart. Alle Eingaben und Versuche über Kommunalpolitiker etwas zu erreichen bleiben ohne Ergebnis. Inzwischen haben die beiden das Problem gelöst: Der Krefelder nahm einen Wohnsitz in einer Nachbarstadt und innerhalb von 4 Wochen war dort die Aufenthaltsgenehmigung da.

22. September 1999
Die Lokalpresse berichtet über eine Schlägerei vorm Hauptbahnhof. BGS-Beamte hätten zwei Farbige kontrolliert. Im Verlauf der "Kontolle" sei es zu einer Schlägerei gekommen. Wieso und von wem dies ausging bleibt im Dunkeln. Schließlich habe die Polizei die beiden Farbigen festgenommen. Bemerkt wurde noch, daß die Zuschauer empört gewesen wären.

2. Oktober 1999
Zum "Tag des Flüchtlings" kritisiert der Flüchtlingsrat die Stadt. Zitat: "Immer noch leistet sich Krefeld als einzige Stadt Nordrhein-Westfalens und entgegen den Beschlüssen des eigenen Stadtrats in der ehemaligen Kaserne auf der Georg-Marshall-Straße ein Großlager mit 400 Menschen. Sogar Familien mit Kindern sind dort untergebracht. Die sozialen und hygienischen Zustände sind inhuman und sollen offensichtlich zur Abschreckung dienen."

16. Oktober 1999
Ausländerfeindlicher Leserbrief in der WZ. Ein Peter S. aus Krefeld verbreitet darin den Quatsch, allen Ausländern mit Aufenthaltserlaubnis stände ein kostenloses Handy zu, mit dem sie in der Welt herumtelefonieren könnten. Den Deutschen würde aber der Gürtel immer enger geschnallt. Wird eigentlich jeder Blödsinn geglaubt?

2. November 1999
Die Bezirksvertretung Krefeld-Süd wählt einen neuen Bezirksvorsteher. Das Rennen macht Dieter Lundström (CDU). Gewählt wird er mit den Stimmen von CDU, Grünen und Republikanern.

19. Dezember 1999
Der Krefelder CDU-Fraktionvorsitzende Fabel wendet sich in einer Presseerklärung gegen die Krefelder SPD, die eine Härtregelung für Flüchtlinge gefordert hatte, die länger als 5 Jahre hier leben. Als besonderen Erfolg der CDU stellt er heraus, daß die Zahl der Asylbewerber in Krefeld von 1992 bis heute sich von 2292 auf 1300 verringert hätte.

11. Januar 2000
In Willich (Kreis Viersen) werden nun an der Kochstraße jüdische Familien aus der ehemaligen UdSSR untergebracht. Zuvor war geplant gewesen, dort Asylbewerber aus dem Irak und Iran wohnen zu lassen, wogegen es heftige Proteste der Nachbarn gegeben hatte.

14. März 2000
Zwei Männer aus Viersen werden von der Polizei dabei überrascht, wie sie Hauswände in der Viersener Innenstadt mit Hakenkreuzen bemalen. Sie versuchen zwar noch Farbtöpfe und Pinsel zu verstecken, geben aber schließlich die Schmierereien zu.

27. März 2000
Bei einem Eishockey-Spiel in der Krefelder Rheinlandhalle kommt es fast zu einer Massenschlägerei. Die Situation geht aus von einer Gruppe von 15 bis 20 Skinheads, droht aber auf etwa 100 Sympathisanten überzugreifen. Die Polizei kann gerade noch schlimmeres verhüten.

3. April 2000
Konzert der Krefelder Skin-Band "Barking Dogs" im Raum Stuttgart gemeinsam mit den Skinhead-Bands "Volkstroi", "Radikahl" und "Propaganda". Die genannten Bands gehören zur klar rechtsextremen Szene. Das Konzert fand wohl unter halb "illegalen" Indianerspiel-Bedingungen statt, da nach "Rock Nord" die Konzerhalle am Vortag gekündigt worden war.

3. April 2000
Prozeß gegen den Krefelder Uwe D. der im letzten September in die Fraktionssitzung der Grünen geplatzt war. Nachdem er des Raumes verwiesen wurde, beschimpfte er den Pförtner Ridvan S. als "Sch...-Ausländer, Kanaken und Kümmel". Da der Angeklagte in einem zweiten Fall wegen Verleumdung und Körperverletzung vor Gericht stand, wurde eine Gesamtgeldstrafe von 1875 DM verhängt. Der Verurteilte tritt bei den Landtagswahl als "freier Kandidat" an.

3. April 2000
Der Krefelder Wahlausschuß läßt zur Landtagswahl auch die beiden REPs Jakob Ixkes und Peter Orczechowski als Kandidaten zu.

8. April 2000
Zwei als polizeibekannte Rechtsradikale geltende Krefelder gröhlen in ihrer Wohung braune Parolen. Als die Polizei anrückt, wurde den Beamten noch das Horst-Wessel-Lied vorgetragen.

13. April 2000
Veranstaltung der Krefelder CDU mit J. Rüttgers. Der bekannte Rechtsextreme Dr. Höfs versucht durch rassistische Sprüche die Veranstaltung zu beeinflussen.

20. April 2000
Auftritt der braunen Musikgruppe "Sol Invictus" in der Krefelder Kulturfabrik. (Hitlers Geburtstag!) Das "Nationale Infotelefon" der NPD ruft zum Besuch der Veranstaltung auf. Zu einer Demo der Krefelder Antifa kommen etwa 90 Personen.

24. April 2000
Zwei Skinheads aus Krefeld und Willich (Kreis Viersen) pöbeln einen 17jährigen Türken in Mönchengladbach an. Sie stoßen ihn zu Boden und treten ihn mit Springerstiefeln. Der junge Türke kann sich befreien und die Polizei anrufen.

05. Mai 2000
Die rechtsextremen Republikaner bestücken die Stadt mit hunderten Stellschildern zum Landtagswahlkampf. Parole: "Kinder statt Inder".

04. Juni 2000
Einige DVU-Anhänger treffen sich am Krefelder Hauptbahnhof um gemeinsam mit einem Bus zu einer DVU-Veranstaltung zu fahren.

06. Juni 2000
Das Krefelder Ausländeramt will eine kurdische Mutter mit fünf Kindern in die Türkei abschieben. Obwohl die Kurden eine Duldung haben, über einen Rechtsanwalt Widerspruch eingelegt hatten und obwohl der Fall im Petitionsausschuß des Landtags zur Behandlung steht. Der Landtag hatte der Stadt Krefeld bis zum 30. Juni Zeit zur Stellungsnahme gegeben. Nun soll die kurdische Mutter mit ihren Kindern am 20. Juni abgeschoben werden. Selbst der Petitionsreferent des Landtags erklärte in der Presse: "Solche Vorgehensweisen sind nicht okay, aber gesetzlich erlaubt."

21. Juni 2000
Der REP Jakob Ixkes gibt aus "persönlichen Gründen" sein Mandat in Bezirksvertretung Krefeld-Süd zurück. Der 2. auf der REP-Liste, Peter Orczechowski, will auch nicht in die BV einrücken, wodurch die REPs dort nun nicht mehr vertreten sind.

26. Juni 2000
Ein Antrag der Grünen über die geplante Abschiebung der kurdischen Familie Manaz im Stadtrat zu reden, wird von der CDU-Fraktion abgelehnt.

29. Juni 2000
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Fabel meint in einer Presseerklärung Kirchenasyl wäre Rechtsbruch. Es geht dabei um die kurdische Familie Manaz, die sich ins Kirchenasyl geflüchtet hat. Fabel hält das für einen Rechtsbruch, da es in der BRD angeblich eine "weltweit einmalige gewissenhafte Prüfung jedes Einzelfalles" gebe. Deshalb müßten rechtskräftig abgelehnte Asylbewerber auch konsequent in ihre Heimat abgeschoben werden.

05. Juli 2000
In einem Leserbrief an die WZ zum Fall Manaz schreibt eine Frau Plewka von "Asylbetrug ohne Ende" etc.

10. Juli 2000
Ein Dr.-Ing. Hanns Gert Bitter schreibt in einem Leserbrief an die WZ von "betrügerischen Missbrauch des liberalsten Asylrechts dieser Welt" und davon, daß "dem anachronistischen Kirchenasyl ein schnelles Ende bereitet" werden müßte.

12. Juli 2000
Leserbrief eines Thomas Jereczek aus Meerbusch in der Krefelder WZ, der die Haltung der CDU-Politiker im Fall Manaz lobt. Jereczek betreibt zugleich eine rechtsextremistische Homepage im Internet.

13. Juli 2000
In Rheurdt, einem kleinen Dorf am linken Niederrhein, beschimpften Neonazis einen türkischen Jungen mit "Kanacke"-Rufen. Dafür haben sie sich - nachdem der Fall in der örtlichen Presse für Wirbel sorgte - öffentlich entschuldigt und beteuern, sie seien keine Nazis. In diesem Zusammenhang geht es um eine "Gotcha"-Gruppe aus der Stadt Moers, die in dem Dorf ein großes Gelände gepachtet hat und dort ihre Wehrsportübungen veranstaltet. Aus dem Gelände wurde ein Sammelbecken für militante Nazis. Der Anführer dieser Truppe, Schützenkönig und Bundeswehr-Reservist, geht mit der Gemeinde auf Konfrontationskurs: Die Auflagen der Behörde, die Einzäunung des Geländes wieder rückgängig zu machen, werden nicht erfüllt.

18. Juli 2000
Leserbrief von Dipl.-Ing. Paul Kesseler (Stadtbaudirektor) in der Krefelder WZ zum Fall Manaz. Er bewert sich darüber, daß die Behörden verunglimpft würden und schlägt vor: "Sie - die Gutmenschen - schließen einen per Bankbürgschaft abgesicherten öffentlich-rechtlichen Vertrag, indem sie - die Gutmenschen - die Kosten des Aufenthaltes und des Lebensunterhaltes dieser Frau und ihres gesamten Aufenthaltes übernehmen und tragen." Der Hetzbegriff "Gutmensch" wurde von Adolf Eichmann geprägt, dem SS-Obersturmbannführer und Leiter des Judenreferats im Reichshauptsicherheitsamt und verantwortlich für die Transporte von Millionen Menschen in die KZ's. Laut Eichmann waren "Gutmenschen nur zu einem gut, nämlich zur Vernichtung".

29. Juli 2000
Leserbrief der Krefelder FDP-Politikerin Irmingard Stockhausen zum Fall Manaz. Sie wendet sich gegen ein Asyl und fragt: "Wer weiß denn, ob die Kinder Manaz später einmal Steuerzahler sein werden?"

31. Juli 2000
In Kaldenkirchen (Kreis Viersen) überfallen fünf Skins zwei Schwarzafrikaner nahe bei Eiscafe "Zalivani" in der Fußgängerzone. Die Schläger kamen aus der benachbarten Kneipe, die als Treffpunkt der rechten Szene gilt.

1. August 2000
Gegen 23.30 Uhr bewegt sich eine größere Gruppe von Skins, mit Eisenstangen und Knüppeln bewaffnet, in Richtung des Asylbewerberheimes in Kaldenkirchen. "Heil Hitler"-Rufe sollen zu hören gewesen sein, so Anwohner. Die Polizei stoppt die Gruppe und verhaftet drei Skins. Einer der drei Verhafteten war im Mai wegen Volksverhetzung zu eineinhalb Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Ein weiterer der Verhafteten war gerade erst aus dem Jugendarrest entlassen worden. Er war verurteilt worden wegen Diebstahl und der Herstellung von Raubkopien von CD's mit rechtem Liedgut.

2. August 2000
Die Scheiben der Bezirksverwaltungstelle Krefeld-Mitte und des Stadttheaters werden mit ausländerfeindlichen Parolen beschmiert.

5. August 2000
Leserbrief eines Dietrich Hennes aus Krefeld der sich gegen das Asylrecht für die Familie Manaz stark macht. Er bekagt sich, "dass die Leute, die das Wort 'Menschlichkeit' ständig im Munde führen, so 'unmenschlich' mit denen umgehen, die unserem Gemeinwesen mit der Umsetzung der Rechtsnormen dienen."

12. August 2000
Interview im Lokalteil der WZ mit dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Krefeld. Er erklärt u.a.: "Trotzdem wissen wir, dass es eine rechtsradikale Konstante gibt. Wir bekommen schon häßliche anonyme Anrufe und Briefe."

15. August 2000
An diesem Dienstag wurde bei einem Genossen der DKP, wir nennen ihn mfg, eine Fensterscheibe eingeworfen. mfg wohnt im zweiten Stock eines Miethauses im Zentrum Krefelds. Die Täter, zwei Jugendliche wurden gefasst. Sie wurden offenbar für die Tat bezahlt.

18. August 2000
Mehrere Neonazis treffen sich am Krefelder Hauptbahnhof, die offenbar in Richtung Hamburg unterwegs sind. Dort sollte am 19. August ein NPD-Aufmarsch stattfinden.

20. August 2000
In der Nähe des Flughafen Mönchengladbach werden von der Polizei sieben 17- bis 21-jährige überprüft. Sie stammen aus Mönchengladbach, Krefeld und Willich (Kreis Viersen). Zuvor hatten sich Anwohner über rechtsgerichtete Parolen beschwert. Bei den Jugendlichen wurde fremdenfeindliche Schriften sichergestellt.

21. August 2000
In der Krefelder Lokalausgabe der WZ zeigt sich der Pfarrer Schmidt entsetzt über Unterlagen in der Akte der im Kirchenasyl lebenden Familie Manaz. Es geht um einen Schriftwechsel zwischen dem Ex-CDU-Ratsherrn Theo Rangs und dem Generalkonsul der BRD in Izmir. Darin äußert sich Rangs in deftiger Sprache über das Verhalten derjenigen, die sich für die Familie einsetzen und belegt vor allem die Geistlichen mit einem Schimpfwort.

27. August 2000
Zwei Lieferwagen der "Krefelder Tafel" werden auf dem Parkplatz mit Hakenkreuzen, sowie "DVU", "Sieg Heil", "Kraftschlag" u.ä. beschmiert. Die "Krefelder Tafel" sammelt Lebensmittel und verteilt sie an Sozialschwache, Rentner, Obdachlose und Asylbewerber.

31. August 2000
Gespräch der WZ-Lokalausgabe mit dem Krefelder Polizeipräsidenten Dieter Friedrich (CDU), der erklärt das Aktionsprogramm des NRW-Innenministers gegen Rechtsextremismus werde in Krefeld nicht umgesetzt. "Glücklicherweise sind Rechte bei uns nicht das Problem", meint Friedrich. Auch rechte Schmierereien, wie unlängst am Theaterplatz oder am Arndt-Gymnasium, seien - seiner Meinung nach - sicherlich nicht politisch motiviert. Zwar gebe es in Krefeld "wie in jeder Großstadt" eine rechte Szene, der auch der "Krefelder Gesprächskreis" zuzurechnen sei. Dieser Gruppe, die auch im Verfassungsschutzbericht NRW erwähnt wird, gehörten rund 40 Personen an "zumeist aus rechtsextremistischen Organisationen, wie REP, NPD und DLVH". Sie trifft sich zweimal im Monat in einer Gaststätte in Krefeld-Uerdingen.

01. September 2000
Aufruf "Ja zu Deutschland - Ja zur NPD" in der NPD-Zeitung "Deutsche Stimme" (9/00), initiiert von Horst Mahler. Erstunterzeichner ist auch Dr. Hans-Ulrich Höfs aus Krefeld, Chemiker bei BAYER und Organisator des "Krefelder Gesprächskreis".

01. September 2000
WZ-Bericht über die Ermittlungsgruppe "Fremdenfeindliche Straftaten" im Kreis Viersen. Die Anzahl dieser Straftaten hätte sich in den ersten acht Monaten des Jahres 2000 verdoppelt. Im Kreis Viersen habe es in dieser Zeit 28 "rechte" Straftaten gegeben.

07. September 2000
Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Krefelder Rat, Wilfried Fabel, erklärt in einer Presseerklärung: "Der Aufenthalt von Obdachlosen auf dem Theaterplatz ist inakzeptabel". Er wendet sich gegen eine Duldung der Stadtverwaltung und meint: "Es ist kein Beitrag zur Attraktivierung des Theaterplatzes, wenn diese Personen auf grund einer amtlichen Anordnung ausgerechnet in der 'guten Stube' der Stadt geduldet werden." Er fordert "dass die Duldung unverzüglich aufgehoben wird."

08. September 2000
Großbrand auf der Gladbacherstr. in Krefeld. Dabei wird ein seit 25 Jahren in Krefeld lebendes jugoslawisches Ehepaar obdachlos. Die Stadt will sie zuerst in das Asylbewerberlager einweisen. Als der Frau die Tränen kommen, bot man ihnen eine Wohnung auf dem deutschen Ring an: Unmöbliert, ohne Heizung und Tapeten, mit nacktem Estrichboden. Das Paar wurde schließlich von Krefelder Bekannten aufgenommen.

08. September 2000
Die Krefelder Familie Eren lebt seit einiger Zeit in Unna im Kirchenasyl. Mutter Besra erhielt nun vom Bundesamt aufgrund eines fachärztlichen Gutachtens die Aufenthaltsduldung. "Damit ist wohl der Verdacht der Krefelder Behörde 'sie simuliere nur den sterbenden Schwan', widerlegt", erklärt Guido Brühl, der Anwalt der Familie Eren. Als Antwort aus Krefeld erhielt Brühl den einen Satz: "Ich bin bereit, nur Frau Eren eine Duldung zu erteilen." Brühl: "Ich bin erschüttert." Mann und Kinder können weiter abgeschoben werden.

09. September 2000
Interview im WZ-Lokalteil mit Werner Hox, Leiter des Polizeilichen Staatsschutzes Krefeld. Auf die Frage "Gibt es NPD-Mitglieder in Krefeld?" antwortete er: "Es ist dem Staatsschutz in Krefeld derzeit keine organisierte Ortsgruppe der NPD bekannt. Versuche Einzelner, eine Ortsgruppe zu bilden, sind bisher immer gescheitert." Seit Monaten ist in der NPD-Landeszeitung eine Kontaktadresse eines Krefelder NPD-Kreisverbandes abgedruckt.

10. September 2000
Auf Einladung des Oberbürgermeisters Pützhofen (CDU), des Vereins für Heimatkunde, des Kreisbeirats der Vertriebenen und des Bundes der Vertriebenen - Vereinigte Landsmannschaften wurde in Krefeld wieder der "Tag der Heimat" gefeiert. Zu den "Feierlichkeiten" waren rund 300 Besucher gekommen und es sprach u.a. Rüdiger Goldmann, stellv. BdV-Landesvorsitzender. Goldmann ist ein ehemaliger Funktionär des weit rechts stehenden "Witikobundes". Es sang dann noch ein Chor "ostdeutsche Volkslieder" und die Nationalhymne. So störte es nur am Rande, daß Antifaschisten gegen die Veranstaltung protestierten.

12. September 2000
Prozess gegen einen 29-jährigen Krefelder. Er hatte 1998 auf der Gladbacher Ecke Neustraße ein älteres türkisches Ehepaar angegriffen. Der türkischen Ehemann wurde gewürgt und ihm wurde ein Ringfinger gebrochen. Seine Frau wurde von der Lebensgefährtin des Angeklagten mit dem Schuh malträtiert. Bei ihr wurde eine Augenoperation erforderlich. Dabei rief der Angeklagte "Türken raus!" Er wurde zu 9 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.

14. September 2000
Der Stadtrat der Stadt Unna verabschiedet eine Resolution, mit der die Stadt Krefeld aufgefordert wird, "an einer humanitären Lösung der menschlich schweren Probleme, in der sich die kurdische Familie Eren befindet, konstruktiv mitzuarbeiten". Weiter "sollten Rat und Verwaltung der Stadt Krefeld berücksichtigen, dass durch die Durldung von Besra Eren eine neue Gesamtsituation für die siebenköpfige Familie entstanden ist." Es geht um die seit vielen Jahren in Krefeld lebende Familie Eren die sich nach Unna ins Kirchenasyl gefüchtet hat.

16. September 2000
Die 67jährige Jüdin Dr. Ruth Frank beschwert sich in der Lokalausgabe Krefeld der WZ darüber, daß das Krefelder Mahnmal zum Gedenken an den sechsmillionenfachen Mord an den Juden völlig verdreckt ist. Auch auf dem Friedhof läge einiges im Argen. Da wuchert Unkraut am Ehrenmal für die 25 im I. Weltkrieg gefallenen Juden und auch um das Ehrengrab des jüdischen Kinderarztes Hirschfelder ist es nicht gut bestellt. Frank: "Mit meiner Freundin kümmere ich mich häufig darum. Aber wir werden alle ja auch nicht jünger." Anrufe bei der Stadt hätten nichts bewirkt.

27. September 2000
Prozeß gegen eine 24-jährigen vor dem Krefelder Amtsgericht wegen Volksverhetzung. Der Mann ist Mitglied eines großen Sportvereins, bei dem das ständige Senden von SMS-Mails per Handy in Mode ist. Im April 2000 hatte er einen extrem ausländerfeindlichen Vierzeiler an eine junge Frau geschickt, die Anzeige erstattete. Der 24-jährige wurde zu 1500 DM Geldstrafe verurteilt.

29. September 2000
Eine 18-jährige Schwarzafrikanerin aus Siera Leone wird gegen 23 Uhr im Bereich Rheinstraße/Ostwall von 3 Unbekannten überfallen und mit einer abgebrochenen Flasche schwer verletzt. Die junge Frau erlitt eine tiefe Schnittverletzung knapp unterhalb der Lunge. Die Krefelder Polizei geht nicht von Ausländerhass als Tatmotiv aus.

31. September 2000
Abschlußveranstaltung zur "Woche des ausländischen Mitbürgers" in Krefeld. Die Bürgermeisterin Karin Meinke (CDU) meinte in ihrer Rede, Ausländerfeindlichkeit sei in Krefeld kein Thema.

10. Oktober 2000
Die Vorsitzende der Kinderkommission des Deutschen Bundestages appelliert in einem Schreiben an den Krefelder OB Pützhofen der Familie Manaz ein Bleiberecht zu gewähren. Nach dem Studium der Unterlagen hat sie den Eindruck gewonnen, die Stadtverwaltung Krefeld sei sich nicht darüber im Klaren gewesen, daß sie "einen erheblichen Ermessensspielraum zugunsten von Frau Manaz und ihren fünf Kindern hat".

14. Oktober 2000
Nach einer Szene-Feier in Krefeld wollte eine angereiste Skinhead-Gruppe mit dem Zug nach Hause fahren. Vor dem HBF kam es zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung mit türkischen Männern, die in einem Auto vorbeifuhren. Nachdem die Skinheads feststellten, daß sie den letzten Zug verpasst hatten, verliessen sie den Bahnhof am Südausgang. Dort wurden sie von einer Gruppe Türken erwartet und es kam zu einer Schlägerei. Die Polizei nahm sieben türkische Männer und fünf Skinheads vorläufig fest.

17. Oktober 2000
Bericht im Krefelder Lokalteil der WZ über die Tochter eines Juden, die nach Ostafrika- und England-Aufenthalt mit 65 Jahren nach Krefeld zurückgekehrt ist. Ihr Vater und mehrere Verwandte wurden während der Naziherrschaft ermordet. Ihre Mutter und ihre Geschwister konnten wie sie fliehen. Nun ist sie in ihre Heimatstadt zurückgekehrt und hat einen Antrag auf einen deutschen Pass gestellt. Ihr wurde gesagt, daß das fünf Jahre dauern würde. Ihre Vergangenheit zählt für die Behörde nicht.

20. Oktober 2000
Prozeß gegen einen 18-jährigen Krefelder. Er hatte, zusammen mit 20 Freunden, einen 19-Jährigen massiv beschimpft weil dieser eine Bekannte des Angeklagten als "Nazi" bezeichnet hatte. Als der 19-Jährige davonfahren wolle, trat er gegen seinen Neuwagen. Außerdem hatte der 18-jährige Krefelder von seinem Handy an fünf Personen eine SMS-Mail mit dem Text "Mit diesem Knopfdruck haben sie soeben ein Asylantenheim in die Luft gesprengt" geschickt. Die Empfänger fanden das nicht lustig und zeigten ihn an. Er wurde zu 300,- DM Geldstrafe verurteilt.

31. Oktober 2000
Gerichtstermin zwischen dem Vorstand der "Adelbert-Stiftung" und ihrem Stifter Paul Kleinewefers. Kleinewefers wirft dem Stiftungs-Vorstand finanzielle Unregelmäßigkeiten vor, der Vorstand hat plötzlich die NS-Vergangenheit des Stifters entdeckt. Das Urteil wurde auf Dezember verschoben.

03. November 2000
Bericht im Lokalteil der WZ über eine jüdische Familie in Krefeld. Wünschen würden sie sich, mal wieder einen Feiertag ohne Polizeischutz zu feiern. So entgingen sie nur knapp einem Bombenanschlag auf eine Synagoge und auch ihre Privatwohnung wird wegen diverser Anrufe regelmäßig von der Polizei kontrolliert.

14. November 2000
Eine "Gemeinschaft Nationales Deutschland" (GND) mit Postfach in Kempen (Kreis Viersen) plant für Sonntag, den 19.November die Durchführung eines "Heldengedenkens" in Mönchengladbach. Die bislang unbekannte neofaschistische Gruppe, die auch eine eigene Internetseite betreibt, wirbt derzeit massiv mit Aufklebern für diese Veranstaltung.

17. November 2000
In einem Leserbrief an den Krefelder Lokalteil der WZ beschwert sich ein Helmut Ramroth aus Krefeld darüber, daß für kranke Deutsche kein Geld da sei, aber kriminelle Kosovo-Albaner, ein türkischer Drogenring sowie verletzte Palästinenser würden "auf Kosten des deutschen Steuerzahlers" bezahlt.

18. November 2000
Die NPD verteilt in der Viersener Fußgängerzone Flugblätter.

19. November 2000
Die "Gemeinschaft Nationales Deutschland" verteilt in der Kempener City ein Flugblatt "Wer wir sind".

21. November 2000
Das extrem rechte "Krefelder Forum Freies Deutschland" versendet eine ausländerfeindliche "Krefelder Erklärung" per eMail an verschiedene Adressen.

27. November 2000
Die neofaschistische GND verteilt ein Flugblatt mit dem Titel "Liberalismus - Freimauererei" in Briefkästen in St. Tönis (Kreis Viersen). Eine Anwohnerin erstattet Anzeige.

08. Dezember 2000
Zwei deutsche Mädchen ärgern sich darüber, daß zwei junge Türkinnen zu lange in einer Telefonzelle an der Drießendorfer Straße in Krefeld telefonieren. Sie reißen die Zellentür auf und eine der Türkinnen an den Haaren zu Boden. Sie schlug mit dem Gesicht so hart aufs Pflaster, daß sie mit einer blutenden Wunde im Krankenhaus behandelt werden mußte. Auch ihre Brille ging kaputt. "Scheiß Türken!" soll eine der deutschen Mädchen gebrüllt haben.

11. Dezember 2000
Die Stadt Duisburg möchte in Duisburg-Hohenbudberg (nahe der Stadtgrenze zu Krefeld) eine forensische Klinik errichten. Der Krefelder OB Pützhofen (CDU) erklärt daraufhin, daß er sich mit allen zur Verfügung stehenden Mittel gegen diese Klinik für suchtkranke Straftäter wenden wird.

19. Dezember 2000
Der Krefelder WZ-Redaktionsbus notiert in Uerdingen Meinungen zur geplanten Klinik für drogenkranke Straftäter. "Schickt die Kriminellen in die Wüste", ist der Bericht überschrieben und so waren denn auch viele Meinungen.

14. Januar 2001
In einer Telefonzelle am Karlsplatz in Krefeld wird ein Schwarzafrikaner durch mehrere Messerstiche schwerverletzt gefunden. Über die Motive der Tat kann die Polizei keine Angaben machen.

18. Januar 2001
Brand in einem Haus auf der Stepfanstr. in Krefeld. Die Bewohner werden von der Feuerwehr über die Drehleiter gerettet. Das Haus wurde zum Teil von Ausländern bewohnt. Der Sachverständige geht von Brandstiftung aus. Die Polizei schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund aus.

19. Januar 2001
Prozeß gegen eine 19-jährige Frau aus Togo wegen Widerstand gegen die Polizei. Amnesty International sieht die Frau jedoch als Opfer einer Menschenrechtsverletzung. So kam es zwischen der Frau und einem Verkaufer in einem Geschäft zu einer lautstarken Auseinandersetzung. Als die Frau aus Togo sich weigerte den Laden zu verlassen rief der Besitzer die Polizei. Diese legte der Frau Handschellen an und trug sie aus dem Geschäft. Die 19-jährige behauptet dabei misshandelt worden zu sein. So war die Frau zur Zeit der Vorfall schwanger und wurde von der Polizei ins Krankenhaus gebracht. Die Handschellen behielt die Frau aber dort die ganze Zeit an. Als für eine Untersuchung die Handschellen gelöst werden mussten, rief der Arzt die Polizei, die eine halbe Stunde später vor Ort war.

19. Januar 2001
Zwei junge Türken geraten in Streit mit deutschen Neo-Nazis. Einer der beiden wird von den Nazis verprügelt. Am Tag darauf sannen die beiden auf Rache. Sie suchten in der Krefelder Innenstadt nach Nazi-Skins. Fustriert von der erfolglosen Suche spielte einer der beiden mit seiner Gaspistole und verletzte sich dabei schwer. Der Polizei versuchten sie zuerst zu erzählen, sie seinen von Nazis beschossen worden. Die Geschichte flog jedoch schnell auf.

25. Januar 2001
Das kirchliche Jugendzentrum in Krefeld-Uerdingen wendet sich mit Projekten und Aktionen gegen den zunehmenden Rechtsextremismus. Diese Projekte wurden initiert da das Zentrum in der Vergangenheit durch eine "rechte Gang" von der Schließung bedroht war.

26. Januar 2001
Prozeß gegen sieben Jugendliche aus Nettetal (Kreis Viersen) wegen versuchter Körperverletzung. Es ging um einen versuchten Überfall auf das Asylbewerberheim in Kaldenkirchen. Die beiden Haupttäter wurden zu Haftstrafen verurteilt. Obwohl diese beiden Täter wegen bereits wegen Volksverhetzung und anderen rechten Straftaten vorbestraft waren und obwohl bei ihnen Propagandamaterial der NPD gefunden wurde, ging das Gericht davon aus, es handele sich nicht um eine durchstrukurierte rechtsradikale Bewegung.

30. Januar 2001
Prozeß gegen eine Mann aus Krefeld der den 2-jährigen Sohn seiner Ex-Freundin zu Tode geprügelt hatte. Der Vater des Kindes war ein Türke. Das Gericht ging dabei nicht von einem ausländerfeindlichen Motiv aus, obwohl Zeugen aussagten, sie hätten zur Tatzeit Worte wie "Türkenbastart" und "Türkenkind, du bist Schuld" gehört.

21. Februar 2001
Prozeß wegen Meuterei gegen den 30-jährigen Mirko B. Er hatte in der JVA Willich (Kreis Viersen) die Gitterstäbe mit mehreren Brotmessern durchgesägt und danach zu flüchten versucht. Zuvor hate er noch auf die abgesägten Gitterstäbe eine Deutschlandfahne gesteckt. Dazu erklärte er vor Gericht: "Ich bin zwar ein wenig rechts orientiert, aber kein Skinhead."

28. Februar 2001
Gerichtsverhandlung gegen zwei 18- und 19-jährige aus Krefeld. Den beiden wird vorgeworfen einen türkischen Asylbewerber zusammengeschlagen zu haben und Volksverhetzung. So hatten sie in ihrer Wohnung laut braune Parolen gegrölt und als die Polizei kam das Horst-Wessel-Lied angestimmt. Bei einer "Hitler-Gebursttagsfeier-Feier" hatten sie ebenfalls rechtsradikale Lieder gesungen und bei einer Fahrt zu einer NPD-Versammlung in Essen war es zu einer Zurückweisung durch die Polizei gekommen.

7. März 2001
Hausdurchsuchung der Polizei bei einem 25-Jährigen in Kempen (Kreis Viersen). Es wird umfangreiches rechtsextremes Propagandamaterial gefunden. Der 25-Jährige betrieb auch die Internetseiten der GND (Gemeinschaft Nationales Deutschland).

10. März 2001
Unbekannte dringen auf das Gelände der action medeor in Vorst (Kreis Viersen) ein und beschmieren ein Plakat neben dem Eingang mit einem Hakenkreuz.

13. März 2001
Ein mit Kampfhose, Bomberjacke und Stiefeln bekleideter 37-jähriger Krefelder skandiert in einem Mönchengladbacher Verbrauchermarkt rechtsextreme Parolen und geht in aggessiver Weise gegen Kunden vor. Zeugen riefen die Polizei, die dann wegen Volksverhetzung ermittelte.

15. März 2001
Leserbrief eines Dieter Plewka in der Lokalausgabe Krefeld der WZ. Er fordert: "Keine neue Moschee in Krefeld! Und auch keine weitere Moschee mehr in ganz Deutschland."

17. März 2001
Kreisparteitag der CDU Krefeld. "Ich bin stolz ein Deutscher zu sein", erklärt Winfried Fabel, CDU-Fraktionsvorsitzender unter dem Beifall der Delegierten. Und "wer nicht stolz darauf ist, kann Deutschland auch nicht als Minister vertreten."


"Jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz seyn könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu seyn."
Arthur Schopenhauer


12. April 2001
Dem Künstler Wolfram Schobel-Gundhardt aus Kaldenkirchen (Kreis Viersen) werden nachts gegen 23.30 Uhr drei Fensterscheiben seines Ateliers eingeworfen. Der Künstler hatte im letzten Jahr mit einem Werk "Giga-Art gegen Rechts" auf sich aufmerksam gemacht. Nachdem in der Nacht die gerufene Polizei gerade wieder abgefahren war, knallte es wieder. Die Windschutzscheibe seines PKW's war eingeworfen worden. Der Künstler geht von einem rechtsradikalen Anschlag aus.

14. April 2001
Auf der Straße "Hinter Schönhausen" in Krefeld-Bockum werden mehrere PKWs beschädigt. Die Reifen werden zerstochen und in den Lack Hakenkreuze eingeritzt. Einen rechtsextremen Hintergrund vermag die Polizei nicht zu erkennen.

28. April 2001
Leserbrief eines Dr.-Ing. Hanns Gert Bitter im Lokalteil Krefeld der WZ. Ironisch nimmt er die Forderung nach mehr Sozialhilfe auf um am Ende zu schreiben: "Nur ich bin ein unbelehrbarer Deutscher, der von Politik und den staatlichen Organen eine wirkungsvolle Bekämpfung des Missbrauchs unseres liberalen Asylrechts durch cirka 95 Prozent aller Asylbewerber verlangt und die konsequente Abschiebung von Asylbetrügern und kriminellen Ausländern erwartet!"

15. Mai 2001
Brandanschlag auf ein Ausländerheim auf der Philadelphiastraße in Krefeld. Das Feuer war im Treppenhaus gelegt worden. 32 Ausländer wurden von der Feuerwehr über zwei Drehleitern gerettet. Schlimmeres wurde dadurch verhindert, daß die Feuerwehr sehr schnell eintraf. Die Kripo erklärt keine Hinweise auf mögliche Täter zu haben.

18. Mai 2001
Die Lokalausgabe der WZ informiert über 2 Asylbewerber die aus Krefeld abgeschoben werden sollen. Dabei geht es einmal um einen Bosnier dessen in Deutschland geborener Sohn an einer gefährlichen Knochenkrankheit leidet. Ein weitere wichtige Untersuchung soll Ende August im Krankenhaus stattfinden. Die Ausländerbehörde teilte mit, daß "es nicht beabsichtigt sei, den Aufenthalt .. bis Ende August 2001 zu ermöglichen." Dei dem zweiten Fall handelt es sich um ein schwer psychisch krankes kurdisches Ehepaar. Der Ehemann war in der Türkei wegen Aktivitäten für die PKK verhaftet und schwerstens gefoltert worden. Darauf beruht die psychische Krankheit. Im letzten August bescheinigte das Gesundheitsamt, daß von einer vorgetäuschten Krankheit nicht die Rede sein könne, und sie nicht reisefähig sei. Im April 2001 nun hieß es, daß " vom Körperlichen her Reisefähigkeit" bestehe, Aufsicht und Begleitung während des Fluges zur "Vermeidung augenblicksgebundener Handlungen" aber "dringend geboten" seien und für "weitere fachärztliche und psychotherapeutische Behandlung ind der Türkei gesorgt" sein müsse. Davon kann man aber gerade in der Türkei nicht ausgehen. Doch das Krefelder Ausländeramt will abschieben.

19. Juni 2001
In Willich (Kreis Viersen) wird das Gasthaus am Park mit Hakenkreuzen und dem Spruch "Arbeit macht frei" beschmiert.

22. Juni 2001
Prozeß am Amtsgericht gegen einen 75-jährigen Krefelder wegen Volksverhetzung. Dem Mann wurde vorgeworfen, Ausländerkinder grundlos beschimpft und verprügelt zu haben. Der Prozeß wurde gegen eine Geldstrafe von 1200 DM eingestellt, da der Mann psysisch krank sei.

29. Juni 2001
Wegen Volksverhetzung steht der 29-jährige Krefelder Frank B. vor Gericht. Er hatte eine im gleichen Haus wohnende türkische Familie laufend beschimpft und auch in einem Fall versucht, den Sohn mit einem gefährlichen Stoß zu verletzen. Eine andere türkische Familie bedrohte er mit: "Dich stech ich auch noch ab, ihr Dreckskanaken. Einmal knallen bei Euch Benzinbomben." Der bereits wegen des gleichen Deliktes Vorbestrafte wurde zu 300 Sozialstunden verurteilt.

3. Juli 2001
Die kurdische Familie Sahin soll abgeschoben werden. Das ex-PKK-Mitglied war in der Türkei stark gefoltert worden und ist dadurch schwer traumatisiert. Da ein früherer Kameramann des türkischen Fernsehen, der ihn in der Türkei gepflegt hatte, nun in Deutschland ist, hatte I. Sahin Hoffnung auf ein neues Verfahren. Er tauchte unter. Die Vertreter des Krefelder Ausländeramtes erschienen bei der Wohnung der Sahins, wo nur die Kinder und eine Tante anwesend waren. Sie brachen mit Brachialgewalt die Wohnungstür auf und beschimpften die Anwesenden. Es sei mehrfach das Wort "Arschloch" gefallen, berichtete die WZ. Ein Anruf des Anwalts von I. Sahin hatte das Ausländeramt wohl nicht erreicht, da zu der Zeit niemand im Büro war. Das Ausländeramt behauptete in einer Erklärung, alles wäre ganz normal und ohne Gewalt abgelaufen, obwohl doch der zerbrochene Türrahmen und die herausgerissene Türklinke auf Photos in der Zeitung zu sehen waren.

10. Juli 2001
Prozeß gegen zwei 50 und 59 Jahre alte Männer vor dem Krefelder Amtsgericht wegen Volksverhetzung. Sie hatten auf dem Krefelder Frankenring in Höhe Blumenstrasse gemeinsam mit drei Jugendlichen betrunken Naziparolen, antisemitische Hetzsprüche und deutschtümelnde Lieder von sich gegeben. Das hatten sie auch fortgesetzt als eine Zivilstreife der Polizei auftauchte. Es wurde ein Geldstrafe von 3000,- DM verhängt.

14. Juli 2001
Bericht in der Lokalausgabe der WZ über einen Krefelder dessen kenianische Ehefrau nicht nach Krefeld darf. Er hatte im März 2000 in Kenia eine Frau geheiratet, die er bereits seit 10 Jahren kennt. Das Krefelder Ausländeramt erteilte jedoch keine Aufenthaltserlaubnis für seine Frau, da es darauf beharrt, daß es sich um eine Scheinehe handelt. Um zu beweisen, daß das nicht so ist, legte Hermann P. sogar die Überweisungen für seine freiwillig nach Kenia geleisteten Unterhaltszahlungen dem Ausländeramt vor. Auch das nutzte nichts. Ohne sein Wissen verlangte Ausländeramts-Abteilungsleiter Hans-Josef Thißen von der Sparkasse Auskunft darüber, ob die Überweisungen echt wären. Erst durch den Einsatz des Krefelder SPD-MdB Bernd Scheelen konnte Hermann P. überhaupt erreichen, daß seine Frau ein dreimonatiges Touristenvisum für Krefeld erhielt. Die gut deutsch verstehende Kenianerin wurde auf dem Ausländeramt nicht gerade freundlich empfangen. Ihr Mann durfte herein und "Die bleibt draußen", bekam sie zu hören. Hermann P. wird nun in eine andere Stadt umziehen. Dort soll die Aufenthaltsgenehmigung kein Problem sein.

16. Juli 2001
Seit Herbst 2000 wird der Kindergarten Legionstraße im Krefelder Stadtteil Gellep-Stratum immer wieder mit Nazi-Symbolen beschmiert. Der Höhepunkt war am 16. Juli als Unbekannte ein begehbares Gitter, das einen Kellerschacht abdeckt, entfernten, worauf eine Erzieherin, die zur Arbeit kam, mit ihrem Wagen in das Loch fuhr. Gleichzeitig wurde das Klingelschild mit einem Hakenkreuz und "Adolf Hiltler" beschmiert.

30. Juli 2001
Zwei städtische Außendienst-Mitarbeiter versuchen einen 28-jährigen Kurden abzuholen, der abgeschoben werden soll. Da sie in seiner Wohnung niemand antreffen, fahren sie zur Wohnung seines Schwagers in Krefeld-Traar. Als sie klingeln flüchtet der Kurde halb nackt aus dem Fenster. Ein großes Polizeiaufgebot wird gerufen, sogar ein Polizei-Hubschrauber sucht nach dem flüchtigen Kurden, der jedoch nicht gefunden wird.

06. August 2001
Ein 20-jähriger Krefelder und ein 21-jähriger Willicher stehen vor dem Krefelder Jugendgericht. Ihnen wurde vorgeworfen, sie hätten volksverhetzende Lieder in der Öffentlichkeit gegrölt, verfassungswidrige Schriften und CD's besessen und mehrfach in der Öffentlichkeit den Hitlergruß gezeigt. Besonders zu Hitlers Gebursttag kam es zu einem besonderen Exzess bei dem auch ein gefährlicher Schlagstock, ein sogenanntes Würgeholz, in Spiel kam. Sie wurden zu 6 Monaten Jugendstrafe bei 2 Jahren Bewährung verurteilt.

01. September 2001
Am Abend tauchen im Uerdinger Bahnhof drei Naziskins auf. Nachdem sie einiges an Alkohol konsumiert haben rempeln sie einen Türken an, der sich aber zur Wehr setzt. Danach machen auch andere Gäste den Naziskins unmißverständlich klar, daß sie unerwünscht sind.

02. September 2001
Am Hinterausgang des Krefelder Hauptbahnhofes treffen sich DVU-Anhänger, um mit einem Bus zu einer Frey-Veranstaltung zu fahren.

02. September 2001
Eine offensichtlich rechtsexteme Band "aus der Umgebung von Krefeld" sucht im Internet nach einem Sänger. Probenraum ist vorhanden, wird erklärt, und zur Musik gesagt "natürlich mit nationalen Texten, also 100 % WP "(White Power)" und kein "Es-tut-uns-leid-das-wir-leben"-Gesülze!". Unterzeichnet wurde mit "88!" was in Nazi-Code für "Heil Hitler" steht.

09. September 2001
Wieder einmal feiern die Vertriebenenverbände den "Tag der Heimat". Es spricht die Krefelder Bürgermeisterin Karin Meincke (CDU) zum Thema "Im Zentrum - Vertreibung ächten".

12. September 2001
Die Islamische Gemeinschaft Krefeld erklärt, sie fühle sich von der Stadt wieder einmal getäuscht. Den die CDU hatte angekündigt, die Bauvoranfrage für eine Moschee erneut abzuschmettern.

14. September 2001
Das rechtsextreme "Krefelder Forum Freies Deutschland" berichtet auf seiner Homepage über ein an diesem Tage geführtes Gespräch mit der politischen Polizei. Dort heit es: "Hans-Ulrich Höfs und Rainer H. führten ein mehrstündiges Gespräch für das Krefelder Forum mit dem Ersten Kriminalkommissar Hox, Führer des sogenannten Staatsschutzes in Krefeld, und seinem Mitarbeiter Kriminalkommissar Klaaßen. ... Hauptthema des Meinungsaustauschs waren die verfassungsfeindlichen Aktivitäten der linksextremistischen Antifa. Unvermittelt bot Hox an, das Forum nicht mehr im Landesverfassungsschutzbericht zu erwähnen. Höfs und H. müßten eindringlich bitten, davon Abstand zu nehmen."

01. Oktober 2001
Die Krefelder Lokalausgabe der WZ macht eine Internet-Umfrage mit der Frage: Ronald Barnabas Schill, besser bekannt als Richter "Gnadenlos", hat in Hamburg mit fast 20 Prozent die politische Landschaft auf den Kopf gestellt. Unsere Frage: Braucht unser Land eine neue "Law and Order" Partei, die knallhart durchgreift?61,2 % stimmten mit JA (bei insgesamt 139 Teilnehmern).

15. Oktober 2001
Der Krefelder CDU-MdL Winfried Schittges schreibt an den Bund der Vertriebenen und erklärt, er werde bei den anstehenden Haushaltsberatungen den BdV unterstützen. Wörtlich: "Die CDU-Landtagsfraktion bekennt sich nachdrücklich zur gesamtdeutschen Geschichte und Kultur. Sie setzt sich in den laufenden Beratungen des Haushalt 2002 dafür ein, daß die Vertriebenen auch weiterhin ihre wertvolle Brückenfunktion in einem zusammenwachsenden Europa wahrnehmen können."

22. Oktober 2001
Prozeß gegen den 49-jährigen Krefelder Werner D. der während einer Straßenbahnfahrt von Krefeld nach St. Tönis einen dunkelhäutigen Somalier attackiert hatte. Er hatte den eine Stulle essenden Farbigen angeranzt: "Heh, Bimbo, kannst du das nicht zu Hause fressen?" Der Beleidigte blieb ruhig: "Ich hab das bezahlt und kann es essen, wo ich will." Darauf versetzte der angetrunkene Krefelder dem Somalier einen Faustschlag ins Gesicht. Werner D. erhielt eine Geldstrafe von 4800 DM.

25. Oktober 2001
FDP-Veranstaltung in Krefeld zum Thema "Kampf der Kulturen". Nach einem WZ-Bericht fühlte sich dabei die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine, Brigitte Reich, von den toleranten Tönen einer FDP-Politikerin provoziert und erklärte: "Muß ich jetzt Türkisch lernen? Wie kann man von uns erwarten, daß wir uns für den Glauben Anderer interessieren? Sie müssen sich uns annähern."

27. Oktober 2001
Leserbrief von Brigitte Reich in der Lokalausgabe der WZ. Darin beschwert sie sich scharf darüber, daß man sie in der WZ falsch wiedergegeben hätte und meint gleichzeitig: "Den Moscheebau mit angeschlossener Koranschule in Krefeld-Süd lehne die Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine ab, weil sie, in einem so eng besiedelten Gebiet, den Bürgern nicht zuzumuten ist. Was in den Koranschulen gelehrt wird, ist für uns nicht kontrollierbar, da wir kein türkisch sprechen". Kontrollieren die Bürgervereine etwa z.B. den katholischen Religionsunterricht?

10. November 2001
Ein Obdachloser "überfällt" ein Geschäft an der Hubertusstr. in Willich (Kreis Viersen). Er schnappt sich eine Flasche aus einem Regal und hält der Kassiererin ein Messer an den Hals. Die gerufene Polizei findet ihn in unmittelbarer Nähe, wo er offensichtlich gewartet hatte, und nahm ihn fest. Den verblüfften Beamten erklärte er, er habe bei dem Frostwetter nur eine warme Zelle gesucht. Der Polizeibericht ging davon aus, daß das Motiv echt war.

28. Dezember 2001
Nazikonzert mit der Viersener Band "Boots of Hate" in Borken. An diesem Konzert nahmen auch bekannte Aktivisten der Neonaziszene aus NRW und Hamburg teil.

08. Januar 2002
Nach einem Bericht der WZ unterstützt die Stadt Krefeld die Duisburger Bürgerinitiative gegen die Errichtung einer Klinik für drogenkranke Straftäter in der Nähe der Stadtgrenze zu Krefeld mit einem fünfstelligen Euro-Betrag. Der Krefelder OB Pützhofen dementierte später diese Meldung. Das Geld sei an einen Rechtsanwalt gegangen der "zufällig" auch der Rechtsanwalt der Bürgerinitiative ist (die bei dem Anwalt hohe Schulden hat).

09. Februar 2002
Acht junge Deutsche aus Krefeld verfolgen einen 19-jährigen Türken von einer Duisburger Diskothek bis nach Krefeld-Uerdingen. Der türkische Jugendliche versucht sich schließlich in Uerdingen im Rohbau der Volksbank zu verstecken, wird dort aber von den Acht gefunden. Der Türke erhält einen Messerstich in den Oberschenkel und dann acht Messerstiche in den Rücken, die fast tödlich sind. Auf das wehrlos am Boden liegende Opfer wird gemeinschaftlich mit Füßen eingetreten. Der junge Türke überlebt mit Glück. Als Grund für die Tat geben die acht deutschen Jugendlichen an, sie hätten den Türken mit einem anderen verwechselt, der einen von ihnen zwei Tage vor der Tat geschlagen hätte. Die Lokalausgabe der WZ berichtete nur von einer "Messerstecherei" zwischen Jugendlichen, ohne überhaupt zu erwähnen, daß das Opfer ein Ausländer war.

17. Februar 2002
Nachdem das FORUM NAZIFREIES KREFELD in Uerdingen Infos zu dem Rechtsextremisten Höfs verteilt hatte, fand am nächsten Tag ein Krefelder Antifaschist einen anonymen Zettel im Briefkasten. Oben auf dem Zettel "Reichsadler" und "Hakenkreuz", darunter marschierende Waffen-SS und unten die Drohung "Wir kommen bald".

21. Februar 2002
Ein 38-jähriger arbeitsloser Krefelder wird vom Amtsgericht wegen Verwendung von Nazisymbolen zu 50 Euro Geldstrafe verurteilt. Er war mit einem Hakenkreuz um den Hals bei der Polizei erschienen, um sich dort einen Rat zu holen.

14. März 2002
Interview einer Schulklasse mit Hauptkommissar Wolf Bongarts aus Viersen in der WZ. Er meinte Rechtsradikale an Viersener Schulen würden immer weniger. "Sie werden oft zu Unrecht als Hintergrund für viele Gewaltdelikte beschuldigt", meinte Bongarts. Und: oft bildeten Ausländer Gruppierungen die die Gewalt anzetteln würden. Also wie gehabt, die Opfer sind die Täter.

15. März 2002
Ein Vortrag des Publizisten Johannes Klotz im NS-Dokumentationszentrum "Villa Merländer" in Krefeld zur Wehrmachtsausstellung wird von Rechtsextremen gestört.

18. März 2002
Informationsveranstaltung der "Schill-Partei" im City-Hotel in Krefeld. Etwa 90 Personen vom ganzen Niederrhein kommen zusammen. Organisator ist der stellv. Bundesvorsitzende der DMP (Die Mittelstands-Partei), die u.a. fordert: "Der Zuzug aus Drittländern muss sich an den verfügbaren Arbeitsplätzen und Wohnräumen orientieren."

18. März 2002
Konzert verschiedener rechtsextremer Rockgruppen in Dortmund. Mit dabei die Viersener Band "Boots of Hate".

09. April 2002
In der Gaststätte "Zur Vreed" in Krefeld wird die Gründung eines Ortsverbandes der Schill-Partei versucht. Die notwendigen 30 Mitglieder kommen jedoch nicht zusammen. Es sind bis dahin nur 18 Mitglieder in Krefeld.

12. April 2002
Vertreter der Krefelder CDU, u.a. Karin Meincke, werden beim BGS-Chef in Köln vorstellig um eine stärkere "Präsenz des BGS" in Krefeld, vor allem auf dem Hauptbahnhof, zu fordern. 4 bis 6 BGS-Beamte werden schließlich versprochen. Sie sollen verstärkt Einsätze gegen Drogenhändler und illegale Ausländer am Bahnhof durchführen.

13. April 2002
Im "Ratinger Hof" in Düsseldorf sollte ein Konzert mit der Krefelder Rechts-Band "Barking Dogs" stattfinden. Aber da Proteste zu erwarten waren, wurde das Konzert abgesagt.

13. April 2002
Festveranstaltung der "Sudetendeutschen Landsmannschaft" im Parkhaus in Krefeld-Oppum. Schirmherrin ist die Krefelder Bürgermeisterin Karin Meincke (CDU).

18. April 2002
Die in Tönisvorst lebende Familie Rrahimis soll in den Kosovo abgeschoben werden. Die Familie lebt seit sieben Jahren in Deutschland, aber es fehlen viereinhalb Monate um eine weitere Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Der Vater bekam von seinem Arbeitgeber eine Erklärung, daß dieser nicht auf die Arbeitskraft des Asylbewerbers verzichten könne. Danach könnte die Behörde ihn als Härtefall behandeln, sie lehnt es jedoch ab und besteht auf der Abschiebung.

23. April 2002
Die "Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V." plant den Bau eines Hauses für Behinderte in Krefeld-Gartenstadt. Dagegen haben bisher 27 Nachbarn bei der Stadt Einspruch erhoben.

25. April 2002
Vier Mitglieder der Unabhängigen Wählergemeinschaft Tönisvorst (UWT), die im Tönisvorster Stadtrat mit 6 Sitzen vertreten ist, treten zur Schill-Partei über. Sie erklären, weitere Übertritte würden folgen. Mit zur Schill-Partei gegangen ist auch Jürgen Löwel, Fraktionsgeschäftsführer der UWT und Geschäftsführer der Unabhängigen Bürger NRW, dem Dachverband der Unabhängigen Wählergemeinschaften.

27. April 2002
Kreisparteitag der Krefelder CDU auf der Rennbahn. Der Hauptredner Wolfgang Bosbach von der CDU-Bundestagsfraktion redet zum Thema "Zuwanderung und gewaltbereite Islamisten". Er meinte: "Wir haben uns etwas angewöhnt, das wir uns schleunigst wieder abgewöhnen sollten - Themen zu tabuisieren." Welche Themen er damit meint, ist wohl klar.

03. Mai 2002
Mitgliederversammlung der Unabhängigen Wählergemeinschaft Tönisvorst (UWT). Der zur Schill-Partei übergetretene Jürgen Löwel legt seine Funktion als Geschäftsführer und Schatzmeister der UWT, sowie sein Amt im Stadt-Jugendausschuß nieder. Sein Vater Gerhard Löwel tritt wieder aus der Schill-Partei aus und behält seine Funktionen. Die UWT will in Zukunft ihre Satzung so ändern, daß eine gleichzeitige Mitgliedschaft in anderen Parteien nicht mehr möglich ist.

10. Mai 2002
Während des Freitagsgebets der jüdischen Gemeinde Krefeld entdeckt ein zum Objektschutz abgestellter Polizeiwagen vor der Synagoge einen bombenähnlichen Gegenstand. Das Gebäude wird über einen Notausgang geräumt und die Wiedstraße, sowie Teile der Philadelphiastraße werden abgesperrt. Nach über einer Stunde stellen Experten fest, daß es sich um keine echte Bombe handelt. Die Polizei ermittelt wegen Vortäuschung einer Straftat.

13. Mai 2002
Miroslav Omerovic, Roma aus Jugoslawien soll aus Krefeld abgeschoben werden, obwohl er beide Beine amputiert hat und damit schwerbehindert ist. Nachdem er zudem einen Herzinfarkt erlitt, ist er auf dauernde Pflege und starke Schmerzmittel angewiesen, die in Jugoslawien kaum erhältlich sind.

15. Mai 2002
Die Werbegemeinschaft der Krefelder Einzelhändler beschäftigte sich auf ihrer Jahreshauptversammlung mit der Drogenszene. Diese wurde verantwortlich gemacht für die Schließung von immer mehr Geschäften in der Innenstadt. "Wir fühlen uns von den Abhängigen eingeengt, fast wie in Gefangenschaft", so Franz-Josef Greve. Eingeladen waren auch der Polizeipräsident Friedrich und Ordnungsdezernet Gansauer, die erklärten, daß die bestehende Rechtslage enge Grenzen für ein Eingreifen setze. Deshalb wurden die Parteien gebeten, die Gesetze zu ändern. Auf die Idee, daß die fehlende Massenkaufkraft etwas mit den Problemen des Einzelhandels zu tun haben könnte, kam anscheinend keiner.

14. Juni 2002
Kemal Cagatay, Vorsitzender des Kurdischen Elternvereins Krefeld, droht die Abschiebung. Obwohl er seit 13 Jahren in der BRD lebt und arbeitet, seine beiden Kinder hier geboren sind, soll er in die Türkei abgeschoben werden, wo ihm eine langjährige Gefängnisstrafe droht. Bereits vor seiner Flucht nach Deutschland saß er zwei Wochen in Haft und sein Schwager Sami Certel sitzt im berüchtigten Foltergefängnis Erzurum eine 10 jährige Haft ab. Sein Problem vor Gericht ist eine typische Zwickmühle: Beruft er sich auf seine PKK-Mitgliedschaft, hat er eine Chance auf Asyl, aber da die PKK in der BRD eine verbotene Organisation ist, droht ihm hier eine Haftstrafe und danach die Abschiebung. Bestreitet er eine PKK-Mitgliedschaft, hat er keine Chance auf Asyl-Anerkennung.

28. Juni 2002
Die Fußballweltmeisterschaft ist wieder für viele ein Grund die deutsche Fahne raushängen zu lassen. Nach Angaben der Lokalausgabe der WZ sind in Krefeld Deutschlandfahnen total ausverkauft.

29. Juni 2002
In einem Leserbrief beschwert sich ein Roland S. aus Krefeld darüber, einen Strafzettel über 30 Euro bekommen zu haben. "Nur" weil er stehend im Jepp, die Deutschlandfahne schwenkend, durch Krefeld gefahren sei. "Die Lust, ein wenig Nationalstolz und Patriotismus zu zeigen", sei ihm vergangen.

30. Juni 2002
Nachdem das FORUM NAZIFREIES KREFELD in einem Krefeld-Uerdinger Jugendheim über die rechtsextreme Szene aufgeklärt hat, bekommt einer der Antifaschisten einen anonymen Drohbrief. Oben Reichsadler und Hakenkreuz, unten die Worte "Die Abrechnung kommt!"

03. Juli 2002
Das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge sieht bei dem Vorsitzenden des Kurdischen Elternvereins Krefeld, Kemal Cagatay, eine Verfolgungsgefahr. Deshalb könne er nicht abgeschoben werden. Für seine Frau und seine Kinder gelte das aber nicht und sie stehen weiter vor der Abschiebung.

05. Juli 2002
Gerichtsverhandlung gegen 10 "Russlanddeutsche"-Jugendliche wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung. Sie waren im Jugendzentrum "Die Funzel" in Krefeld-Gartenstadt erschienen und wollten sich an Sinti- und Roma-Jugendlichen "rächen", die angeblich ein Mädchen belästigt hatten. Da aber keine Sinti- und Roma-Jugendlichen da waren, schlugen sie auf zufällig anwesende türkische Jugendliche ein. Diese erlitten Prellungen, Brüche und Verstauchungen. Acht der Angeklagten wurden zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt, 2 zu Geldbußen zwischen 200 und 350 Euro.

08. Juli 2002
Zwei antisemitisch angehauchte Leserbriefe in der WZ, in denen sich die Schreiber über die Fernsehsendung "Vorsicht, Friedman" beschweren. Zitat: "Ich werde nie begreifen, wie Politiker vom Schlage eines Wolfgang Schäubles sich mit diesem Herrn Friedman auf ein Gespräch einlassen." Einer der beiden Leserbriefschreiber, G. Löwel, war zeitweise Mitglied der Schill-Partei.

10. Juli 2002
Urteilsverkündung im Prozeß gegen acht Jugendliche aus Krefeld. Sie hatten einen 19-jährigen Türken nach einer Verfolgungsjagt in Uerdingen massiv beleidigt und brutal angegriffen. Er wurde mit neun mit großer Wucht ausgeführte Messerstiche lebensbedrohlich verletzt und überlebte mit viel Glück. Die beiden Haupttäter erhielten je dreieinhalb Jahre Gefängnis, die anderen sechs Geldstrafen zwischen 300 und 500 Euro und Gefängnisstrafen auf Bewährung.

11. Juli 2002
Die Schill-Partei gibt mit einer Presseerklärung kund, daß sie im Krefelder Wahlkreis 115 mit einem eigenen Kandidaten antritt. Es kandidiert der Polizeikommissar Torsten Groß (30 Jahre) der als politische Schwerpunkte "innere Sicherheit, Zuwanderungs- und Asylpolitik, sowie Drogenproblematik" angibt.

17. Juli 2002
Die Abschiebung einer Mutter mit drei Kindern in den Kossovo kann in letzter Minute verhindert werden. Die Begründung für die Abschiebung mutet etwas seltsam an: Die Familie hätte nicht glaubhaft darlegen können, daß sie von Vater ernährt wird. Dabei arbeitet der Vater seit über anderthalb Jahren als Linienbusfahrer und zwar in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Da der Vater selbst Abschiebeschutz genießt, sollte nur die Familie abgeschoben werden. Das konnten die Anwälte gerade noch verhindern.

22. Juli 2002
Die Schill-Partei gibt die Gründung eines Kreisverbandes und Wahl eines Vorstandes in Krefeld bekannt. Vorsitzender wurde Roland Boeckers, Stellvertreter Klaus Taraschewski und Birgit Dev, Schriftführer Dr. Lothar Karschny und Schatzmeister Michael Scharf.

26. Juli 2002
Der Kreiswahlausschuß entschied, wer für die Bundestagswahl zugelassen ist. Im Wahlkreis 111 kandidiert für die Schill-Partei der Diplom-Wirtschaftsjurist Christian Otte aus Kaarst, im Wahlkreis 115 der Polizeikommissar Torsten Groß.

01. August 2002
Der Leiter des Krefelder Ordnungsamtes gibt bekannt, daß seit Herbst 2001 in Krefeld über 200 Aufenthaltsverbote für die Innenstadt ausgesprochen wurden. Sie richteten sich in der Regel gegen Drogenabhängige. Gegen drei Personen, die sich nicht an dieses Aufenthaltsverbot gehalten hatten, wurde eine Erzwingungshaft von 3 Tagen Gefängnis ausgesprochen.

10. August 2002
Die Lokalausgabe der WZ berichtet, daß der alte Jüdische Friedhof von Krefeld völlig verwildert ist. Verschiedene Grabsteine sind umgefallen, anderen von Rhododensträuchern mit armdicken Ästen total überwuchert ... Und das obwohl der Jüdische Friedhof als Denkmal anerkannt ist. Die Leiterin der Abteilung Friedhöfe im Grünflächenamt, H. Höller (CDU), meinte für diesen Friedhof gelte keine "Verkehrssicherheitspflicht" und daher sei das Amt auch nicht zum Eingreifen verpflichtet.

12. August 2002
Rechtsextremischer Droheintrag in das Gästebuch der DKP linker Niederrhein:
An die verdammten Krefelder Scheiß-Zecken: Ich, Nationalist und stolz auf mein Land, würde euch gern mal zur angeregten Diskussion treffen. Ohne Messer, ohne Knarren. Baseballkeulen sind OK. Nennt mir mal nen guten Ort, wo man gut vor den Herren Oberlippenbartträgern abhauen kann. Mit deutschem Gruß und Hoffnung auf baldiges Treffen
Rudolf H. -88-
88 ist ein Nazicode für "Heil Hitler".

16. August 2002
Die "Schill-Partei" hängt in Krefeld Plakatständer zu Bundestagswahl auf.

20. August 2002
Auf dem Heimweg von der Arbeit wird ein 32-jähriger Afrikaner aus Eritrear auf dem Flünnertzdyk in Krefeld von drei Männern überfallen, schwer verletzt und seines Arbeitslohnes beraubt.

09. September 2002
Der Bürger-Schützen-Verein 1852 Uerdingen hat einen neuen Schützkönig: Peter Orcechowski. Der gleiche Peter Orcechowski war 2000 Krefelder Landtagkandidat der rechtsextremen "Republikaner".

11. September 2002
Gerhard Löwel, UWT-Politiker aus Tönisvorst (Kreis Viersen), setzt sich in einem Leserbrief für Schill ein. Zitat: "Vielleicht denkt der Eine oder Andere doch mal darüber nach, was Herr Schill zur Nation sagte." Dabei hatte Löwel doch öffentlich erklärt, aus der Schill-Partei ausgetreten zu sein.

15. September 2002
"Tag der Heimat 2002" feiern die Krefelder Vertriebenenverbände. Diesmal sprach der CDU-Landtagsabgeordnete Hagen Jobi.

20. September 2002
Gegenüber dem jüdischen Gemeindezentrum in Krefeld wird ein herrerloser Hartschalenkoffer entdeckt. Die Polizei läßt die Straße sperren und den Koffer sprengen. Er war leer. Die Polizei ermittelt wegen Vortäuschung einer Staftat.

21. September 2002
Ein Andreas Thümmler aus Krefeld schreibt einen Leserbrief im Lokalteil der WZ in dem er fordert "straffällige Asylanten nach Verbüßung einer Haftstrafe in Speziallagern zu internieren".

03. Oktober 2002
Konzertveranstaltung zum Tag der deutschen Einheit im Krefelder Seidenweberhaus. Der Krefelder OB Pützhofen (CDU) spricht und meint: "Es wird Zeit, dass wir uns ein wenig mehr mögen und unser Land mehr mögen, davon auch außerhalb erzählen". Andere Sprüche haben wir von ihm auch nicht erwartet.


"Nichts dümmer, nicht kurzstirniger, nichts ungebildeter als ein Patriot. Und wenn dich einer fragt, ob du deine Heimat liebst, einfach so für dich - dann antworte ihm mit der schönen Antwort, die Julius Bab einmal gegeben hat: "Kann ich mein Blut, mein Haar, mich selber lieben?" Wenn er dich aber fragt, ob du ein Patriot seist - dann hau ihm eins hinter die Ohren."

Kurt Tucholsky

 


23. Oktober 2002
Leserbrief in der WZ von Martin M. aus Krefeld. Er beklagt sich: "Wenn wir bald Deutsch-Anatolien heißen (wir sind nicht weit davon entfernt, siehe Memet), werden unsere Richter den Kaftan statt Talar und den Turban statt Barett tragen und Kadi heißen." Seit wann tragen unsere Richter ein Barett? Und wird eigentlich jeder Quatsch gedruckt, wenn er rechts ist?

05. November 2002
Das Verwaltungsgericht entscheidet, daß die Kinder des deutsch-niederländischen Kindergartens an der Hohenzollernstrasse in Krefeld, nicht mehr im Garten spielen dürfen. Das "laute Kindergeschrei" hatte zu einer Klage und dieser Entscheidung geführt. Beschwerdeführer war der ehemalige Stadtkämmerer Dr. Friedhelm Schmitz-Herscheidt, ein Nachbar des Kindergartens.

30. November 2002
Am Krefelder Hauptbahnhof wird ein 17jähriger Behinderter grundlos und gezielt überfallen. Als der Behinderte aus dem Bus stieg, beleidigte der Täter ihn unmittelbar mit: "Na, du Spasti! Verpiss dich, aber schnell!" Danach verletzte er ihn mit Fausthieben ins Gesicht, Schlägen und Fußtritten schwer. Skandalös wird dieser Vorfall besonders dadurch, daß etwa 20 Personen in unmittelbarer Nähe standen, ohne einzugreifen. Ca. 100 Passanten beobachteten den Vorfall, niemand griff ein oder benachrichtigte die Polizei. Es meldete sich zunächst auch keiner, der bereit gewesen wäre als Zeuge auszusagen.

05. Dezember 2002
Prozess gegen den Gymnasiallehrer Guido S. in Schwerin. Dem 36-Jährigen wird Beihilfe zur schweren Brandstiftung vorgeworfen. Der Lehrer soll zwei 18-Jährigen im November bei einem Brandanschlag auf einen vietnamesischen Imbiss in Wismar geholfen zu haben. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden ein Hitler-Porträt, eine Hakenkreuzfahne und rechtsextreme Schriften gefunden. Guido S. war vor seinem Umzug in den Osten Musiklehrer in Krefeld und war hier bereits als Aktivist der DVU ins Visier des Verfassungsschutzes von Nordrhein-Westfalen geraten.

14. Dezember 2002
Die Lokalausgabe der WZ berichtet über eine Fragebogenaktion zur städtischen Ausländerbehörde in Krefeld. Dabei bekam das Ausländeramt von den befragten Ausländer/inn/en schlechte Noten. Der zuständige Dezernent Bernd Gansauer (CDU) unterstellte jedoch sofort: die "Seriosität der Aktion geht gegen Null".

16. Dezember 2002
Die Caritas stellt auf dem Westwall-Mittelstreifen ein Zelt zur Betreuung von Wohnungslosen auf. Noch ehe der Aufbau abgeschlossen ist, gibt es einen ersten Protest von zwei Anliegerparteien.

18. Dezember 2002
Mit einem Großeinsatz der Polizei wird die neunköpfige kurdische Familie Mery in die Türkei abgeschoben. Sie lebten seit 16 bzw. 13 Jahren in Deutschland. 13 Polizeifahrzeuge mit etwa 50 Polizisten umstellten um fünf Uhr morgens das Haus auf der Gladbacher Straße in Krefeld. Beim Hausmeister herrschte Entsetzen ob des rigerosen Zugriffs: Die Kinder wurden unvollständig bekleidet aus den Betten geholt, der Vater konnte selbst sein Handy nicht mitnehmen. Die schwangere Mutter wurde von zwei Beamten zu Boden gezwungen und in Handschellen gelegt. Da die Tochter Hassina nicht anwesend war, wurde eine völlig unbeteiligte Frau aus der darüber liegenden Wohnung in ein Polizeifahrzeug gezwungen. Erst als diese Frau ihre Identität beweisen konnte, ließ man sie wieder frei. Die Familie hatte beim Asylantrag angegeben, sie seien Kurden aus dem Libanon. Die Ausländerbehörde behauptet, im Besitz von Daten aus der Türkei zu sein, die zeigen, daß die Familie unter dem Namen Egi im südtürkischen Kreis Mardin gemeldet sei. Die Familie hat keine so richtige Erklärung dafür. Sie vermuten ihr Großvater habe sie vielleicht einmal dort angemeldet. Er ist jedoch tot und in Beirut begraben. Fest steht: Keiner in der Familie spricht Türkisch, nur Kurdisch und Arabisch - die Kinder am besten Deutsch. Das Ausländeramt nennt die ganze Aktion einen "Erfolg im Kampf gegen den organisierten Asyl- und Sozialhilfemissbrauch".

18. Januar 2003
Mehr als 300 Zuhörer aus der rechten Szene kamen zu einem Konzert in Schmallenberg-Gleidorf (Sauerland). Dort trat auch die Krefelder Band "Barking Dogs" auf.

06. Februar 2003
Der Rat der Stadt Krefeld stimmt auf CDU-Antrag und mit CDU-Mehrheit darüber ab, daß die "Task-Force Antikorruption" nicht in Krefeld tätig werden darf. Es ging dabei um die Untersuchung der Vorgänge um die Teilprivatisierung der Krefelder Müllverbrennung.

28. März 2003
An einen rüden "Blauen Sheriff" gerieten Moltke-Schüler, als sie sich in der Innenstadt an einer Sammelaktion beteiligten, die von AOK, Stadt Krefeld und Schulamt ausgeschrieben wurde. Der "Blaue Sheriff" bezeichnete die Aktion in der Nähe des Krefelder Neumarkts als illegal und forderte die Jugendlichen zum "sofortigen Verlassen der Innenstadt" auf. Erst ein Rückruf des Klassenlehrers beim Ordnungsamt brachte später eine Entschuldigung des Amtes.

30. März 2003
Bundesweites Aufsehen erregte der Fall einer binationalen Ehe aus Krefeld: Der Krefelder hatte eine Kamerunerin geheiratet und das Ausländeramt lehnte die Familienzusammenführung ab. Die Aufregungen des Verfahrens führten schließlich dazu, daß die Frau in Kamerun eine Fehlgeburt erlitt und ihr Kind verlor. Das Ausländeramt hatte zuvor gemutmaßt, das Kind sei gar nicht von dem Krefelder und eine Scheinehe unterstellt. Die Frau in Kamerun hatte in einem ihr vorgelegten Fragebogen nicht richtig beantworten können, ob ihr Mann in Krefeld mit Strom oder Gas kocht. Auch hatte die Krefelder Behörde aus der Auskunft, daß die Frau Angst habe in ihrem Land auf dem Dorf zu einer Heirat gezwungen zu werden, geschlossen, es müsse sich um eine Scheinehe handeln. Erst bundesweites Aufsehen sorgte dafür, daß die Frau eine Einreiseerlaubnis bekam.

02. April 2003
In einigen Straßen Krefeld wird ein Info der "Christlichen Mitte" mit dem Titel "Bürgerbefragung: Wollen Sie ein islamisches Deutschland?" verteilt. Das Blatt ist deutlich antiislamisch und antitürkisch geprägt. Zitat: "Der Islam hat das Ziel, Deutschland zu erobern!"

20. April 2003
Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Vorst (Kreis Viersen). Gleichzeitig an zwei Stellen bricht in der Nacht der Brand aus. Alle 13 Bewohner können unverletzt aus dem Haus gerettet werden. Feuerwehr und Polizei gehen von Brandstiftung aus und suchen nach mehreren verdächtigen Jugendlichen.

20. April 2003
Zwei 13 und 15 Jährige Kinder aus Ghana sollen abgeschoben, die Eltern können bleiben. Es geht dabei um eine Familie aus Ghana die in St. Tönis (Kreis Viersen) lebt, der Stiefvater ist inzwischen Deutscher, die Mutter auch seit etlichen Jahren legal in Deutschland. Immer wieder versuchte die Familie ihre Kinder legal nach Deutschland zu holen. Die Anträge wurden abgelehnt. Im letzen Sommer nun schafften sie ihre Kinder illegal nach St. Tönis. Nun entschied ein Gericht, daß die Kinder wieder in nach Ghana abgeschoben werden müssen.

05. Mai 2003
Abschiebung der kurdischen Familie Bartu. Zeugen schildern den Vorgang in der WZ so: Gegen 8 Uhr wird die Wohnung von Mitarbeitern des Ordnungsamtes aufgebrochen. Der Familienvater Hamdin und seine Frau Rabia, beide lange in nervenärztlicher Behandlung, werden abgeführt. Als die Mutter Nurhan in der Wohnung nach zurückgebliebenen Papieren suchen will, wird sie gut vier Meter an den Haaren über den Boden zur Wohnungstür geschleift. Die WZ zeigte ein Foto mit ausgerissenen Haarbüscheln. Das vier Monate alte Baby der Frau wird aus dem Bett gerissen. Als Hamdin Bartu im Polizeibus um sich schlägt, wird er auf dem Hof der Hansawache an Händen und Füssen gefesselt und auf den Boden gedrückt: Rippenprellung, Jochbeinverletzung, geschwollene Nase und Schürfwunden sind die Folgen. Er befindet sich inzwischen in der geschlossenen Abteilung der Nervenklinik Königshof. Nach Angaben der Polizei war ihnen von den schwerwiegenden Krankheitsbildern von Angehörigen dieser Familie nichts bekannt. Dabei waren dem Ausländeramt mehrfach Atteste über die Anwältin der Familie zugegangen. Auch die Wohnung des Sohnes, der einen Getränkemarkt betreibt und Deutscher ist, wurde durchsucht.

08. Mai 2003
Stellungnahmen von Polizei und Stadt Krefeld zur Bartu-Abschiebung in der WZ. Danach habe sich Hamdin Bartu die Schürwunden selbst zugefügt. Auch ist die Polizei davon überzeugt, das Nurhan Bartu sich "die Haare selbst ausgerissen hat". Die Polizei hätte den Vorgang selbst aber nicht beobachten können, da dieser von Hilfskräften des Ordnungsamtes vor Eintreffen der Polizei stattgefunden habe.

09. Mai 2003
Brand im Asylbewerberheim  auf der Philadelphiastrasse in Krefeld. 20 Bewohner werden evakuiert. Die Feuerwehr geht davon aus, daß der Brand durch ein dort wohnendes vierjähriges Kind ausgelöst wurde.

21. Mai 2003
Der jüdische Friedhof in Krefeld wird verwüstet: Grabsteine werden umgekippt, ein Zaun eingerissen. Nach Angaben der Polizei hat der Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen, da eine fremdenfeindliche Tat nicht ausgeschlossen werden könne.

23. Mai 2003
Polizisten dringen in das Bethanien-Kloster in Schwalmtal (Kreis Viersen) ein um Kurden die dort im Kirchenasyl leben zur Abschiebung zu bringen. Abdulla Kürklü und seine beiden Söhne wurden zur Abschiebung gebracht, die Mutter Halice ist schwer herzkrank und hat zunächst Bleiberecht. Die Polizeibeamten drangen in das Kloster ein - und da man sich weigerte ihnen Auskunft zu erteilen - durchsuchten sie das ganze Kloster. Dabei soll eine Schwester unter der Dusche gestört worden sein. In der verschlossenen Hauskapelle fanden sie schließlich die im Kirchenasyl lebenden Kurden und elf Ordensschwestern versammelt. Alle wurden von der Polizei herausgetragen, die Gesuchten in Handschellen abgeführt.

31. Mai 2003
Leserbrief eines Günter P. im Krefelder Lokalteil der WZ gegen den Bau einer Moschee in Krefeld: "Die Islamisten verbreiten auf der ganzen Welt Angst und Schrecken, Leid und Elend, und dürfen (als Belohnung?) jetzt auch noch eine Moschee bauen! Koran und Kalaschnikow jetzt auch in Krefeld?"

02. Juni 2003
Die BdV-Zeitung "Deutsche Umschau" berichtet wie die Stadt Tönisvorst den Unternehmer Gerhard Stohl mit einer "Ehrenurkunde für Verdienste um den Aufbau unserer Wirtschaft" würdigt. Es wird dargestellt das der Unternehmer Gerhard Stohl schon 1951 in die Sudentendeutsche Jugend eingetreten sei und danach in die Sudentendeutschen Landsmannschaft. Dieser sei er auch durch "großzügige finanzielle Unterstützung treu geblieben".

28. Juli 2003
Zwei Neonazis werfen etwa 1000 kleine Flugblätter mit dem Titel "Rudolf Hess - Märtyrer des Friedens" auf den Hof der Montessorie-Schule in Krefeld.

2. September 2003
Diayanga Kiabilua, Pastor der protestantischen afrikanischen Gemeinde in Krefeld, soll in den Kongo abgeschoben werden. Zehn Jahre zuvor musste er aus dem Kongo flüchten und kam nach Krefeld. Im Kongo war er aus politischen Gründen zwei Monate im Gefängnis gewesen und dort geschlagen worden. Auch in Deutschland wurde Kiabilua politisch aktiv. Er leitet die NRW-Gruppe der Partei RCD, die in Opposition zur Regierung des Kongo steht. Trotzdem wurde sein Asylantrag 2003 abgelehnt.

14. September 2003
Wieder einmal feiern die "Vertriebenenverbände" in Krefeld den "Tag der Heimat". Neben "Vertriebenenfunktionären" sprach auch die Krefelder Bürgermeisterin Karin Meincke (CDU).

17. September 2003
Ein 30-Jähriger Behinderter wird in der voll besetzten Krefelder Buslinie 059 mit einer Eisenstange zusammengeschlagen. Er wird so schwer verletzt, daß im Krankenhaus sofort eine Notoperation durchgeführt werden mußte. Obwohl der Bus voll besetzt war, zeigte niemand Zivilcourage und half dem Mann. Auch zum Handy griff keiner der Fahrgäste: Weder bei der Polizei noch bei den Stadtwerken ging ein Anruf ein. Ein Mann hatte den Behinderten an der Haltestelle "Am Röttgen" in Krefeld-Uerdingen ohne Vorwarnung mit einer Eisenstange mehrfach geschlagen. Der Bus war noch nicht abgefahren, so daß der Angreifer den Wagen gleich wieder verlassen konnte. Auch eine Woche nach der Tat war bei der Polizei nur eine Zeugenaussage einer Schülerin eingegangen.

06. Oktober 2003
Die Lokalausgabe der WZ berichtet über eine Gruppe von sechs Behinderten, die mit ihren Rollstühlen in vier Tagen von Solingen bis nach Venlo gefahren sind. Sie berichteten von vielen netten Begegnungen auf der Strecke, nur in der Krefelder Innenstadt seien sie angepöbelt worden. Dort erschreckten Jugendliche einen der Teilnehmer und hinderten ihn an der Weiterfahrt.

11. Oktober 2003
Die "Heimatvertriebenen" der Insterburger-Kreisgemeinschaft feiern den 50. Jahrestag der Patenschaft mit der Stadt Krefeld.

12. November 2003
Bericht der Lokalausgabe Krefeld der WZ zu einem Gespräch mit Eva Renard - Caritasverband - zu Obdachlosen in der Stadt. Zitat: "Derzeit sei es ihnen aber noch nicht einmal erlaubt, eine Unterhaltung auf der Hochstraße zu führen. Sie selbst habe erlebt, wie zwei beim Ordnungsamt wohl einschlägig Bekannte von den 'Blauen Sheriffs' auseinandergetrieben wurden. 'Immer in Bewegung bleiben', habe da die Parole geheißen. Für Renard ein unerträglicher Zustand: 'Es sind Krefelder Bürger, die sich dennoch nicht frei in Krefeld bewegen dürfen.'"

14. November 2003
Die Ausgabe 94/95 der rechtsextremen Musikzeitschrift "RockNORD" bringt einen 6-seitigen Artikel über die Krefeld/Düsseldorfer Band "Barking Dogs".

16. November 2003
Kranzniederlegung des "Bundes der Vertriebenen" am "Denkmal der Opfer von Gewalt, Flucht und Vertreibung" auf dem Krefeld-Elfrater Friedhof. Die "Deutsche Umschau" berichtete später, daß auch "die Deutschen aus Rußland" sich wieder zahlreich an dieser Aktion beteiligt hätten.

07. Dezember 2003
Veranstaltung des Krefelder Kreisverbandes der FAKT-Partei mit ihrem Pateivorsitzenden Jamal Karsli in Krefeld-Gellep-Stratum. Karsli (MdL) war nach antisemitischen Äußerungen von den Grünen zur FDP übergetreten. Obwohl Möllemann-Freund mußte er wegen seiner Äußerungen auch die FDP verlassen und gründete dann die FAKT-Partei.

18. Dezember 2003
Auf die Gegnerschaft von CDU und Bürgerverein Krefeld-Süd stoßt der Plan eines islamischen Gebetshauses an der Kölner Straße. Sie meinen es gebe bereits zehn islamische Gebetshäuser in Krefeld, das wäre genug. Ob sie auch wohl bei einem christlichen Gebetsraum so dächten? So erklärte die Vorsitzende des Bürgervereins Krefeld-Süd, Brigitte Reich: "Ich dachte und denke, daß der Südbezirk aufgewertet werden soll und nicht zum Ghetto der islamischen Bürger wird, aus dem die deutschen Mitbürger wegziehen. Wie wir in einer Untersuchung der Hochschule Niederrhein erfahren mußten, weigern sich bereits Mitbürger, ihre Kinder in unserem Bezirk in der Grundschule anzumelden, weil der Ausländeranteil so hoch ist."

29. Dezember 2003
Die Krefelderin Barbara Orlowski wird auf Platz 4 der Bundesliste zur Europawahl der Jamal-Karsli-Partei FAKT aufgestellt.

07. Januar 2004
Der in Grefrath (Kreis Viersen) lebende Albaner Albert B. muß Deutschland verlassen. Vor zehn Jahren flüchtete er vor dem Bürgerkrieg. Seine 13-jährige Tochter besucht das Gymnasium und kennt kein anderes Leben als hier. Nun soll die Familie zurück nach Albanien, wo sie keine Verwandte oder Freunde hat. Sauer ist auch sein Arbeitgeber, ein Bowling-Bahn-Betreiber. "Wie soll ich mir jetzt auf gleich so einen qualifizierten Mitarbeiter suchen?", meinte er wütend zu WZ.

26. Januar 2004
Ein rechtsextremes Flugblatt zum Auschwitz-Gedenktag wird auf einem Krefelder Schulhof verteilt.

21. Januar 2004
Die Krefelder Lokalausgabe der WZ berichtet über eine 38-jährige psychisch kranke Frau, die wegen einer "Schwarzfahrt" in der Krefelder Straßenbahn zu 300 Euro Strafe verurteilt wurde. Die Frau gab vor Gericht an, ihr sei an dem Tag schlecht gewesen und deshalb habe sie sich in der Straßenbahn gleich hingesetzt ohne ihre Fahrkarte abzustempeln. Ein Kontrolleur hätte ihr sofort nach Losfahrt der Bahn die Fahrkarte abgenommen "jetzt sei es zu spät".
Was auch immer wirklich vor sich gegangen ist, aber sollte man eine psychisch kranke Frau, die zu der Zeit in der Nervenklinik lebte und die 107 Euro im Monat zur Verfügung hat, dafür zu einer Strafe von 300 Euro verurteilen? Wozu sollten dann "steuerhinterziehende" Spitzenpolitiker verurteilt werden?

01. Februar 2004
Ein 35-jähriger Ghanaer wird in Nettetal-Kaldenkirchen (Kreis Viersen) in der Nacht angepöbelt, als er Geld an einem Automaten ziehen will. Als der Afrikaner nicht reagierte, bekam er einen Tritt ins Gesäß. Nachdem er sich nun wehrte, schlugen und traten zwei weitere Jugendliche - Skinheads - auf ihn ein. Ein 49-jähriger der der Vorfall beobachtete und dem Afrikaner zu Hilfe kommen wollte, wurde von drei weiteren Personen - zwei Männer und eine Frau - überfallen und geschlagen. Er brach sich dabei den rechten Fuß. Drei der Täter konnten kurz danach von der Polizei gefasst werden. Einer davon, ein 20-jähriger Nettetaler, war bereits im August 2000 dabei gewesen, als eine Gruppe Rechtsextremer versuchte, mit Latten und Kandhölzern bewaffnet, das Kaldenkirchener Asylbewerberheim zu überfallen. Er wurde auch danach verurteilt. Die drei Flüchtigen gehören nach Ansicht der Polizei auch der rechten Szene an.

05. März 2004
Die "Unabhängigen Krefelder Bürger" (UKB) diskutieren über ihr Vorgehen im Kommunalwahlkampf. Nachdem zwei CDU-Ratsherren in ihre Reihen übergewechselt sind (Jürgen Heitzer und Klaus Jagusch) und sie sich mit der Schill-Nachfolgepartei PRO zusammengetan haben, hoffen sie auf vier Ratsmandate nach den Wahlen.

15. März 2004
Die Polizei gibt bekannt, nun alle Täter des Überfalls auf den Ghanaer in Kaldenirchen gefasst zu haben. Es soll sich um einen 23-Jährigen und eine 20-Jährige aus Marl handeln, die - wie der Rest der Angeklagten - der rechtsextremen Szene zugerechnet würden.

24. März 2004
Im Rahmen bundesweiter Haussuchungsmaßnahmen gegen eine rechtsextreme Musiktauschbörse durchsuchte der Staatsschutz auch eine Wohnung in Krefeld und beschlagnahmte einen Computer. Es ging um Personen, die Musiktitel mit menschenverachtenden, rassistischen und nationalsozialistischen Inhalten angeboten haben sollen.

30. März 2004
An verschiedenen Stellen in Krefeld tauchen Aufkleber mit dem Text "Kaum sagt man die Wahrheit, schon ist man Antisemit!" auf. Herausgeber ist das "Deutsche Kolleg", presserechtlich verantwortlich ist Horst Mahler, u.a. ehemaliger Chefberater des NPD-Parteivorsitzenden.

10. April 2004
Am Osterwochenende hatte die Krefeld/Düsseldorfer Rechtsband "Barking Dogs" einen Auftritt in dem kleinen Ort Molbach bei Uelzen. Sie kamen bei der Szene offenbar gut an. Weiter hieß es in einem Bericht: "Die Cops haben uns wundersamerweise in Ruhe gelassen." Die waren offenbar anderweitig gebunden: Sie verhinderten eine Gegendemonstration.

17. April 2004
Leserbrief im Lokalteil Krefeld der WZ von Rolf Papenfuß, stellv. Geschäftsführer der UKB. Darin wendet er sich gegen eine "ungebremste Zuwanderung" von Ausländern. Zitat: "Wir fordern, dass unsere Bundestags- und Landtagsabgeordneten sich dafür einsetzen, bestehende Einreiseerleichterungen zu reduzieren, um ungebremste Zuwanderung zu verhindern".

02. Mai 2004
Veranstaltung der rechtsextremen "Republikaner" in Willich bei Krefeld mit der REP-Spitzenkandidatin Uschi Winkelsett.

04. Juni 2004
Die rechtsextremen "Republikaner" hängen an verschiedenen Stellen in Krefeld Wahlkampfplakate auf.

13. Juni 2004
EU-Wahl. In Krefeld erhielten die eindeutig rechtsextremen Parteien zusammen 1502 Stimmen. Dabei konnten sich die REPs von 0,9 auf 1,2% verbessern und die NPD von 0,2 auf 0,4%. Im Kreis Viersen erhielten die Rechtsextremen 1713 Stimmen. Hier verbesserten sich die REPs von 0,7 auf 0,8% und die NPD von 0,2 auf 0,4%.

17. Juni 2004
Einem 51-Jährigen Krefelder serbischer Abstammung wird ein Kleinkalibergeschoß in den Rücken geschossen. Er wird an der Wirbelsäule leicht verletzt. Er erklärte den Vorfall so: Er sei mit dem Fahrrad durch den Stadtwald gefahren, dabei sei er an vier Jugendlichen vorbeigefahren, von denen einer ihm den gestreckten Mittelfinger gezeigt hat. Kurz darauf hörte er einen Knall wie aus einer Schreckschußpistole und fühlte einen Druckschmerz im Rücken. Er habe das zunächst nicht erst genommen und sei weitergefahren. Dann wurden die Schmerzen im Rücken immer stärker und er habe dort Blut entdeckt. Mit einem Taxi ließt er sich ins Krankenhaus fahren.

19. Juni 2004
Veranstaltung der Landsmannschaft Sachsen  in Krefeld zum Gedenken an den "17. Juni 1953".

17. Juli 2004
Infostand der "Bürgerrechtsbewegung Solidarität" in der Krefelder Fußgängerzone. Die Gruppe nannte sich früher "Patrioten für Deutschland" und gehört zu einem internationalen rechten Netzwerk.

11. August 2004
Ein Gruppe von 5 bis 6 jungen Rechten, bekleidet mit schwarzen T-Shirts auf denen in Sütterlin-Schrift das Wort "Dortmund" stand, brüllen auf dem Krefeld-Uerdinger Bahnhof  rechte Parolen wie "Blut und Ehre" und unterstrichen dies durch das Zerschlagen von vorher geleerten Bierflaschen.

13. August 2004
Wieder ein Infostand der "Bürgerrechtsbewegung Solidarität" in der Krefelder Fußgängerzone.

20. August 2004
Auf der Internetseite der "VolksPartei", einer Abspaltung der rechten Jamal-Karli-Partei FAKT, ist eine der beiden Adressen der Hauptgeschäftsstellen die von Barbara Orlowski aus Krefeld.

02. September 2004
Die neue CD "Schluß mit lustig" der Krefeld/Düsseldorfer Rechtsrockband "Barking Dogs" wird von der Prüfstelle indiziert.

12. September 2004
"Tag der Heimat", wieder einmal gemeinsam organisiert vom "Kreisbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen der Stadt Krefeld" mit der "Bund der Vertriebenen - Vereinigte Landsmannschaften" und dem "Verein für Heimatkunde". Diesmal stand er unter dem Motto: "Man kann über alles reden, man muss nicht gleich Menschen umbringen". Aha, also zumindest nicht gleich. Der CDU-OB-Kandidat Gregor Kathstede findet dieses Motto in seiner Grußrede "zukunftsweisend". Auch der SPD-Kandidat Ulrich Hahnen kann es nicht lassen hier eine Rede zu halten. Höhepunkt der Veranstaltung war dann ein Vortrag des "russlanddeutschen" Publizisten Waldemar Weber.

14. September 2004
Die "Offensive D", früher Schill-Partei, hängt Wahlplakate in Kempen (Kreis Viersen) auf.

26. September 2004
Kommunalwahl in NRW. In Krefeld erhalten die "Unabhängigen Krefelder Bürger (UKB)", in denen auch die örtliche Schill-Partei aufgegangen ist, 2164 Stimmen = 2,5% und damit einen Sitz. 901 Stimmen (1,1%) erhielt der "Krefelder Kreis" bei dem auch einige Kandidaten (zumindest) eine rechte Vergangenheit haben. Im Kreis Viersen erhielt die "Offensive D" (früher Schill-Partei)  249 Stimmen = 0,83%.
(Der "Krefelder Kreis" erklärt inzwischen, daß die Kandidaten mit rechter Vergangenheit nicht mehr bei ihm Mitglied sind, und er sich von ihren Ansichten distanziert.)

03. Oktober 2004
Landeswahlversamlung der "Republikaner" in Willich-Anrath (Kreis Viersen). Eine Landesliste mit 40 Kandidaten zur Landtagswahl 2005 wurde gewählt.

14. November 2004
Kranzniederlegung des Krefelder Bundes der Vertriebenen auf dem Elfrather Friedhof.

15. November 2004
An dem Tag ging die kürzeste Regentschaft der Krefelder Karnevalsgeschichte zu Ende. Peter M. hatte sich erst kurz vor dem 11.11. beworben und sollte am 7. Januar inthronisiert werden. Der Grund für das frühe Ende: Peter M. hatte eine Presseerklärung verschickt, in der er die soziale Kälte allgemein im Lande kritisiert und besonders auf die mangelnde Unterstützung für psychisch kranke Menschen hinwies. Dabei erwähnte er, daß er selbst in psychiatrischer Behandlung war. Wie es danach weiter ging, darüber gibt es verschiedene Darstellungen. Auf jeden Fall mußte er zurücktreten.

29. November 2004
Neonazisaufmarsch in Duisburg. Auch aus Krefeld fahren etwa 8 Personen aus der rechten Szene dorthin.

11. Dezember 2004
Infostand der rechten "Bürgerrechtsbewegung Solidarität" in der Krefelder Fußgängerzone.

02. Februar 2005
Die Düsseldorf/Krefelder Rechtsrockband "Barking Dogs" feierte 10 jähriges Bestehen mit einer Feier in Duisburg, an der angeblich 350 Personen teilgenommen haben sollen.

18. Februar 2005
Sechs Stunden lang bekämpfte die Feuerwehr einen Brand in der früheren Asylbewerber-Unterkunft an der Emil-Schäfer-Strasse in Krefeld. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

12. März 2005
Der geplante erste Auftritt der Rechtsrockband "Linientroi" aus Viersen bei einem Rechtsrockkonzert in Mannheim wird von der Polizei vereitelt.

29. März 2005
Einem Auslieferungsfahrer (54) aus Herne mußte auf dem Nordwall in Krefeld eine Polizeistreife zu Hilfe kommen. Der Fahrer war von einem Mann unvermittelt nach seiner Nationalität gefragt worden. Darüber kam es zu einem heftigen Streit. Auch einem der Polizisten bedrohte er noch: "Dich mache ich fertig." Er wurde festgenommen.

02. April 2005
Der Gründer der "Freien Volksmission Krefeld", Ewald Frank, informierte in der Presse, er habe 176 der 250 Bewohner der "Colonia Dignidad" in Chile für seine Sekte getauft. Die "Colonia Dignidad" wurde von dem Altnazi Paul Schäfer gegründet, der inzwischen in Chile angeklagt wird, und war während der Pinochet-Diktatur ein Folterzentrum. Auch sollen in der "Colonia Dignidad", die über gute rechtsextreme Kontakte verfügte, sexuelle Mißbräuche, Freiheitsberaubungen ... an der Tagesordnung gewesen sein.

07. April 2005
Der Wahlausschuß läßt für Krefeld auch je zwei Landtagskandidaten der NPD und der "Republikaner" zu. Die rechte "Offensive D" hatte zu wenig Unterschriften vorgelegt.

09. April 2005
Die Krefelder Staatsanwaltschafts informiert, daß sie die gegen die "Republikaner" wegen Wahlfälschung  ermittelt. Die erforderlichen Unterstützungsunterschriften sollen von ahnungslosen Bürgern erschlichen worden worden. Ein Krefelder Ehepaar hatte sich gemeldet, dem man vorgemacht hatte, sie unterschrieben für eine Verschärfung des Sexualstrafrechts.

15. April 2005
Sechs PKWs werden in der Nacht in der Tiefgarage des Krefelder Rathauses mit Hakenkreuzen und rechten Parolen beschmiert. In der gleichen Nacht wird die Scheibe eines Geschäftes auf der Geldernschen Strasse mit rechten Sprüchen und Symbolen verunstaltet, sowie eine Gartenlaube im Gelände Inrather Strasse, bei der auch versucht wird, sie in Brand zu setzen.

22. April 2005
Der Landeswahlausschuß läßt die Liste der "Republikaner" zur Landtagswahl zu, obwohl nach Meinung der Staatsanwaltschaft 128 von 230 Unterschriften in Krefeld nicht ordnungsgemäß zustande gekommen sind. Die Unterschreibenden hatten nicht für die REP-Wahlzulassung unterschrieben, sondern geglaubt, sie unterschrieben für eine Verschärfung des Sexualstrafrechts. Bei 4 Wahlunterschriften geht der Oberstaatsanwalt sogar davon aus, daß sie total gefälscht sind. Und obwohl es in 16 anderen NRW-Wahlkreises es ähnliche Hinweise gibt, wurde die REP-Liste trotzdem vom Landeswahlausschuß zugelassen.

06. Mai 2005
In der Nähe des Gutenbergplatzes in Krefeld werden mindestens 9 PKWs durch in den Lack gekratzte Hakenkreuze verunziert. Insgesamt sollen bei der Polizei sogar 12 Strafanzeigen eingegangen sein.

12. Mai 2005
Die "Republikaner" hängen in Krefeld Plakate aus mit der Losung "Krefeld darf nicht Istanbul werden".

14. Mai 2005
Die "Republikaner" und die "Offensive D" hängen ihre Wahlplakate in  Kempen (Kreis Viersen) aus.

20. Mai 2005
Eine ca. 20 köpfige Nazigruppe, zusammen mit dem NPD-Parteivorsitzenden Voigt, kommen mit einem olivegrünen VW-Bus mit Lautsprecheranlage nach Viersen. Im Zeitraum zwischen 16 und 17.30 Uhr waren sie am Remigiusbrunnen in der Viersener Fußgängerzone.

21. Mai 2005
Auf der Hülserstrasse in Krefeld zwischen Ring und Morizplatz werden massiv NPD-Aufkleber verklebt.

21. Mai 2005
Konzert mit rechten Musikgruppen in Bergheim-Pfaffendorf. Mit dabei war eine Band "Linientroi" aus Viersen.

22. Mai 2005
Bei den NRW-Landtagswahlen erhielt die NPD in den Krefelder Wahlkreisen 934 Stimmen und die REPs 755 Stimmen. Im Kreis Viersen erhielt die NPD 1291 Stimmen und die REPs 908 Stimmen.

16. August 2005
Zu den Bundestagswahlen wird im Wahlkreis 115 (Krefeld II/Wesel II) auch der Krefelder Bernd Schiller als NPD-Kandidat zugelassen.

27. August 2005
In der Krefelder Fußgängerzone ist ein NPD-Infostand angemeldet, wird jedoch nicht durchgeführt.

29. August 2005
Die NPD hängt an verschiedenen Stellen in Krefeld Plakate auf. Provokativer weise auch gegenüber dem DGB-Büro.

31. August 2005
Wegen Volksverhetzung verurteilt das Amtsgericht Krefeld einen 68-jährigen Rentner zu 1800 Euro Geldstrafe. Er hatte auf dem Anrufbeantworter der jüdischen Gemeinde antisemitische Beleidigungen gesprochen, die rückverfolgt werden konnten. Er verteidigte sich damit, daß er als Ostpreuße wütend gewesen sei, weil das "Leid der Vertriebenen" in den Medien so wenig Beachtung finde.

03. September 2005
In der Krefelder Fußgängerzone war wieder ein NPD-Infostand angemeldet, wird jedoch auch diesmal nicht durchgeführt.

04. September 2005
Die "Vertriebenen" führen wieder mal ihren "Tag der Heimat" mit einer Veranstaltung im "Bröckske" durch. Auch Krefelder Politiker beteiligten sich wieder daran, so CDU-Bürgermeisterin und Bundestagskandidatin Karin Meincke, CDU-Landtagsabgeordneter Peter Kaiser, sowie Eva Staudacher (SPD) und Joacim Heitmann (FDP). Die Festrede hielt Roswitha Möller von BdV-Landesvorstand. So war inhaltlich wohl so, daß selbst die WZ-Lokalausgabe meinte, sie habe nicht die Zustimmung aller Zuhörer gefunden. WZ: "Sie fügte Zitate aneinander, die mit seriöser Geschichtsforschung wenig, mit Revisionismus sehr viel zu tun hatten." Das ist nicht weiter verwunderlich. So war Frau Möller bereits durch Beiträge in der "Deutschen Umschau" gegen die Wehrmachtsausstellung aufgefallen, die sich in die Kampagne der NPD einfügten.

16. September 2005
Die NPD hängt an einigen Stellen in Krefeld wieder Plakate auf.

18. September 2005
Bundestagswahl. Rechtsextreme Parteien erhielten im Wahlkreis Krefeld I: 916 Stimmen und im Wahlkreis Krefeld II: 654 Stimmen.

15. Oktober 2005
"36-Kilometer-Leistungsmarsch nationaler Strukturen am Niederrhein". Nannte sich so. Bei dem vor-(oder nach??)militärischem Marsch wurden schließlich die "Freien Nationalisten Neuss" Erster.

07. November 2005
Eine Veranstaltung der VHS Krefeld mit dem Titel "Moderne Nazis" wird von NPD und anderen Rechtsextremen massiv gestört. Zum Schluss wurden sogar noch NPD Flyer unter die Broschüren der VHS gemogelt.

13. November 2005
Der "Bund der Vertriebenen" und der "Verband der Heimkehrer" veranstalten eine Gedenkfeier auf dem Friedhof in Krefeld-Elfrath.

06. Dezember 2005
Eine 54 Jahre alte Türkin und ihre 30-jährige Tochter werden auf dem Krefelder Neumarkt als "ausländische Huren" beschimpft und mit "Ich bring euch alle um!" von einem unbekannten Mann bedroht.

17. Dezember 2005
Verschiedene Rechtsextreme Gruppen vom Niederrhein feiern "Wintersonnenwende 2005" irgendwo am Niederrhein. Zu Lagerfeuer und rechtem Schnickschnack wurde ein "emotionales Heimatgedicht" vorgetragen und gesungen.

04. Februar 2006
Zwei 17-Jährige überfallen in der Nacht gezielt einen 61-Jährigen um ihn zusammenzuschlagen und die Tat mit einem Handy zu filmen. Ein Taxi-Fahrer greift aber beherzt ein und kann erreichen, daß die Jugendlichen von ihrem am Boden liegenden Opfer ablassen. Die beiden Täter können kurz danach von der Polizei festgenommen werden. Sie hatten vor den Film ins Internet zu stellen.

05. Februar 2006
Die NPD verteilt im Krefelder Norden Flugblätter gegen einen türkischen EU-Beitritt.

10. Februar 2006
Ein Jürgen Löwel bietet im Internet bei eBay seine Dauerkarte von der Borussia Mönchengladbach mit dem Text an: "Mir reicht es jetzt. Nach der Verpflichtung von Rafeal hat jetzt Borussia mit diesem Bimbo 15 Ausländer im Kader. Das muss ich nicht  haben, ich will in Deutschland Fusssball mit Deutschen Spielern sehen. Wem dieser Schwachsinn nichts ausmacht, kann die restlichen 6 Heimspiele mit dieser Dauerkarte sich ja ansehen......." Artikelstandort ist der Kreis Viersen. Wir wissen nicht, ob es sich bei diesem Anbieten um den gleichen Jürgen Löwel handelt, der Geschäftsführer der UWT in Tönisvorst ist, und der zeitweise auch Landesgeschäftsführer der Schill-Partei war.

23. Februar 2006
Die Vergewaltigung einer 21jährigen Krefelderin stellt sich als erfunden heraus. Die Frau räumte gegenüber der Polizei ein, die Tat erfunden zu haben. Sie hatte zuvor behauptet in der Nähe des Bleichpfades von einem "dunkelhäutigen" Mann vergewaltigt worden zu sein. Ob sie wohl gedacht hatte, die Angabe "dunkelhäutig" erhöhe ihre Glaubhaftigkeit gegenüber der Polizei?

21. März 2006
Laut NPD erreicht ein einzelner NPD-Flugblattverteiler, der sich neben einem Juso-Infostand vor dem Krefelder Hauptbahnhof hinstellt, daß die drei Jusos ihren Infostand abbauten und "das Weite suchten" (NPD). Ob es wirklich so war, wissen wir nicht.

31. März 2006
Nach den Vorfällen in der Berliner Rütlischule macht die Krefelder WZ folgende Internetumfrage:
WZ Umfrage
Und was ist mit den gewalttätigen deutschen Schülern? Sollen die auch abgeschoben werden? Wohin?

08. April 2006
Die NPD behauptet, eine Veranstaltung der rechtsextremen "Deutschen Akademie" in Köln, an der auch "mehrere Aktivisten des Ortsverbands Krefeld" teilgenommen hätten, sei von Antifaschisten angegriffen worden.

10. April 2006
Ein türkischstämmiger Mann (18) wird in Krefeld von vier Unbekannten brutal überfallen. Er war, nachdem er seinen Wagen auf dem Südwall eingeparkt hatte, mit ausländerfeindlichen Parolen beschimpft und dann ohne Vorwarnung zusammengeschlagen. Als ein Passant zu Hilfe kam flüchteten die Täter.

24. April 2006
Die Krefelder Polizei fasst die vier Täter des Überfalls vom Südwall. Es waren zwei Krefelder (15 und 17 Jahre alt) und zwei Kempener (15 und 16 Jahre alt). Sie räumten die Schlägerei ein, stritten alles andere aber ab. Für die Polizei war es nun eine "Schlägerei unter Jugendlichen".

18. Mai 2006
Der 32jährige Krefelder Walter U. wird wegen Abspielen von Naziliedern und Waffenbesitz angeklagt. Seine Nachbarn hatten sich bei der Polizei beschwert, als er im Mai lautstark das "Horst-Wessel-Lied" abspielte. Die Polizei entdeckte in seiner Wohnung verschiedene CD's mit NS-Liedern und ein doppelläufiges Gewehr Kaliber 12/70. Er wurde zu einer Geldstrafe von 3750 Euro verurteilt.

Juni 2006
Auf dem Schinkenplatz wird eine 19-jährige Krefelderin nachts Opfer eines rassistischen Übergriffs. 6 unauffällig gekleidete Männer und eine Frau fragten das Opfer nach seiner Herkunft, hielten die junge Frau fest und stahlen ihren Ausweis. Durch den Raub fanden die Täter heraus, dass die Krefelderin zur Hälfte türkischer Herkunft ist, daraufhin bedrohten, beleidigten und demütigten die Leute die Frau.

19. Juni 2006
Auch Krefeld ist während der WM fest in der Hand von "Schwarz-rot gold". Bundespräsident Horst Köhler lobt die schwarzrotgoldene Massenbegeisterung: »Daß jetzt ein Fahnenrausch durchs Land geht, würde ich als Hinweis werten, daß sich das Land weiter normalisiert, daß man jetzt unverkrampft auf seine Nationalfahne zeigt und sich mit ihr schmückt. Das sollten wir doch gut finden.« (FAZ, 19.6.06)

06. Juli 2006
Nach dem Fußballspiel Deutschland-Italien kommt es an einigen Stellen in Krefeld zu versuchten Übergriffen gegenüber italienischen Fans. In drei Fällen mußte die Polizei eingreifen, damit es nicht zu Übergriffen von deutschen auf italienische Fußball-Fans kam. Acht Personen kamen für einige Zeit in die Gefangenen-Sammelstelle. Weil es bei Auseinandersetzungen zu Körperverletzungen kam, wurden laut Polizei vier Personen sogar vorläufig festgenommen.

12. Juli 2006
Vier angetrunkene Männer greifen in einem Park in Viersen einen 22-jährigen Schwarzafrikaner an. Vorher beschimpfen sie ihr Opfer fremdenfeindlich. Als der Afrikaner sich zu Wehr setzt, kann er unverletzt flüchten und Strafanzeige erstatten.

16. Juli 2006
Die NPD verteilt im Krefelder Nordbezirk rund 2000 Sonderzeitungen der "Deutschen Stimme".

17. Juli 2006
Auf dem Gelände der Viersener Realschule zerstören vier Männer mit einer Gehwegplatte ein Mahnmal für die Opfer des Vernichtungslagers Auschwitz. Noch am Tatort wurden zwei Viersener von der Polizei festgenommen, wenig später zwei weitere Komplizen. Dazu gehört ein Viersener (20), der schon wegen zahlreicher rechtsextremer Straftaten vorbestraft ist.

03. August 2006
5 Nazis bedrohen auf der St-Anton-Straße/Ecke Steinstraße einen Krefelder, der von der Elfenbeinküste stammt. Nur durch Flucht konnte sich der Mann einem gewalttätigen Übergriff entziehen.

30. August 2006
Die in Krefeld lebende tamilische Familie Balendrian soll abgeschoben werden. Obwohl ihre Kinder hier geboren und aufgewachsen sind und obwohl die NRW-Härtefallkommission ein Bleiberecht empfiehlt. Schließlich setzt sich der Krefelder Oberbürgermeister für die Familie ein und erreicht, daß sie hier bleiben kann.

07. September 2006
In Krefeld findet eine Demonstration gegen die Privatisierung der Krefelder Klinik statt. Aus dem Fenster eines Hauses Melanchthonstraße/Ecke Kölner Straße wird eine große NPD-Fahne gehisst.

09. September 2006
Ca. 10 aus Essen stammende Nazis treffen sich im Krefelder Stadtgarten.

10. September 2006
Der "Kreisverband der Vertriebenen" feiert im Sall der Brauerei Schmitz-Mönk in Willich-Anrath (Kreis Viersen) den "Tag der Heimat".

21. Oktober 2006
Bei einem Fußballspiel in Mönchengladbach zwischen der Spielvereinigung Odenkirchen und dem Krefelder Verein Paschaspor, bei dem meist türkischstämmige Fußballer spielen, kommt es zu einem Zwischenfall. Die Spieler von Paschaspor werden von einer Gruppe Gladbacher Fans massiv beleidigt und mit Nazi-Parolen bedacht. Nur mit Mühe und Not konnte eine Eskalation verhindert werden. Die herbei geeilte Polizei nahm zahlreiche der zumeist namentlich bekannten Gladbacher in Gewahrsam.

28. Oktober 2006
In Krefeld-Hüls werden an parkend abgestellten Fahrzeugen insgesamt 24 Reifen zerstochen, Spiegel abgetreten und ein Hakenkreuz in den Lack geritzt. Einige Monate später kann die Polizei die Täter ermittel: drei Jugendliche im Alter von 17 bis 19 Jahren.

19. November 2006
Zum "Heldengedenktag" kamen mit Fahnen und Fackeln verschiedene Rechtsextremisten am "Ehrenmal" in Mönchengladbach zusammen. Es sprachen Vertreter der
NPD-Mönchengladbach, der NPD-Krefeld und der Kameradschaft Aachen-Land.

27. November 2006
Kurz nach 20 Uhr beleidigte ein 30-jähriger wohnungsloser Mann im Bereich Sternstraße/Nordstraße einen 31-jährigen Krefelder mit ausländerfeindlichen
Beschimpfungen. Nach einem Wortwechsel trat der alkoholisierte Tatverdächtige dem verblüfften Krefelder derart heftig gegen den Körper, dass dieser durch die
Eingangsschwenktür einer Krefelder Traditionsgaststätte fiel. Der alkoholisierte Tatverdächtige skandierte nun antisemitische Parolen und zeigte den "Hitlergruß".

Mitte Januar 2007
In der Krefelder Südstadt wird (wild) plakatiert mit den „Gute Heimreise“-Plakaten der NPD.

18. Januar 2007
Die NPD verteilt eine Sonderzeitung "Jetzt reicht´s" im Krefelder Süden.

Anfang Februar 2007
3 Punks werden von 5 Neonazis angepöbelt und bedroht. Dabei wurden einem der Punks seine Buttons gegen Rechts/Nazis abgerissen.

13. Februar 2007
Die NPD will in Krefeld einen landesweiten Aufmarsch für die "Opfer des Dresdner Bombenterrors" machen. Es kommen jedoch nur 155 Teilnehmer zusammen, weit weniger als die NPD zuvor bei der Polizei angemeldet hatte.
Etwa 5000 Menschen demonstrieren gegen diese NPD-Aktion in Krefeld.

23. Februar 2007
Ein 21 jähriger Krefelder Rechtsextremist beleidigte einen (schwarzen) 29 jährigen mit rassistischen Parolen. In der Straßenbahn beschwerte der Student sich über die Beleidigungen wobei es zur Rangelei gekommen sein soll. Die 18 jährige Begleiterin entriss dem Studenten dessen Plastiktüte in der sich eine Glasflasche befand und schlug sie ihm über den Kopf. Dieser wurde mit schwerer Kopfverletzung in ein Krankenhaus eingeliefert. Der 21 jährige und die 18 jährige Täterin sollen dem Staatsschutz bekannt sein, weil sie an der NPD-Demonstration am 13. Februar in Krefeld teilgenommen haben sollen.

26. Februar 2007
Fünf türkische Taxifahrer erheben Vorwürfe gegen einen ihnen bekannten Krefelder Polizeibeamten. Dieser würde sich gezielt ausländische Taxifahrer herauspicken und ihnen bei jeder Gelegenheit Knöllchen verpassen und sie selbst nach Feierabend noch verfolgen. Mehrere Fahrer wollen von dem Polizisten geschubst und mit ausländerfeindlichen  Äußerungen beleidigt worden sein. Die Pressestelle der Polizei erklärte dazu, eine Strafanzeige gegen den Beamten sei von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden.

27. Februar 2007
An verschiedenen Stellen in Krefeld wird ein Flugblatt in die Briefkästen verteilt. Darin wird so getan, als ob der schwerverletzte Schwarzafrikaner eigentlich der Täter gewesen sei und die beiden NPD-Anhänger die unschuldigen Opfer. Das Flugblatt, das am Ende die Internetseite der NPD entfielt, wird herausgegeben von einem Herrn aus Meerbusch, der bereits wegen Volksverhetzung/Holocaustleugnung verurteilt wurde.

07. März 2007
Die Lokalausgabe der WZ Krefeld berichtet über eine Romafamilie aus Krefeld, die in den Kosovo abgeschoben werden soll. Dabei lebt die Familie bereits seit 15 Jahren in Krefeld und hätte damit ein Anrecht auf ein Bleiberecht. Die Krefelder Ausländerbehörde wertet aber zwei Aysl-Folgeanträge als Verstöße und schließt sie deshalb vom Bleiberecht aus. Die Kinder der Familie sprechen übrigens weder albanisch noch die Roma-Sprache.

27. März 2007
Der Krefelder CDU-Ratsherr Wolfgang Feld, Geschäftsführer der gleichnamigen Design-GmbH, wird vom Gericht wegen Verwendung von NS-Symbolen zu einer Geldstrafe von 3300 Euro verurteilt. Er hatte in einen Angebot an das Streitkräfteunterstützungskommando (SUK) ein Krawatte als Muster geschickt, auf dem das "Hilfskreuzer-Abzeichen" mit Hakenkreuz abgebildet war. Daraufhin hatte das SUK Anzeige erstattet.

28. März 2007
Beim "anderen Buchladen" in Krefeld wird die Fensterfront  durch einen Farbbeutelwurf verunstaltet. Hintergrund sind vermutlich Anti Nazi Plakate, die aushängen.

29. März 2007
Am Abend gegen 20 Uhr bedrängen zwei offenbar rechtsextreme Jugendliche einen jüngeren Kurden an der Ecke Neusser Str./Südwall mit "Sieg Heil" etc. Kurz danach vergrößert sich die Gruppe auf etwa 10 Personen, die den Eindruck eines organisierten Zusammenhangs erwecken. Die Polizei wird gerufen, ihr sollen die Leute bekannt sein.

12. April 2007
Ein TV-Bericht von Monitor: "Und jetzt eine spannende Geschichte, die von Chile nach Krefeld führt. Colonia Dignidad: Im Norden Chiles hatten deutsche Staatsbürger schwere Verbrechen begangen - unter dem Deckmantel einer christlichen Religionsgemeinschaft. Viele Opfer leben nach 40 Jahren Tortur mittlerweile wieder in Deutschland. Aber auch ein Führungsmitglied der Foltersekte lebt hier - unbehelligt."

17. April 2007
Gesehen in Krefeld-Oppum auf dem Fungendonk.
KR Oppum 19.4.2002

20. April 2007
Ca. 15 Nazis oder Nazi-Sympathisanten mit einer schwarz-weiß-roten Fahne fielen im Kaiserpark auf. Die mehrheitlich jugendlichen Männer feierten wahrscheinlich den Geburtstag Adolf Hitlers. Versammlungen von Rechten im Kaiserpark wurden wiederholt bemerkt.

01. Mai 2007
Eine Gruppe der NPD Krefeld fährt mit PKWs zum Naziaufmarsch nach Dortmund.

03. Mai 2007
An einem Infostand in der Krefelder Innenstadt zum Israeltag erscheinen auch einige NPDler und bedrängen den Stand so, daß die Polizei gerufen wird. Da an dem Stand ein Aufruf "Ahmadinedschad stoppen" lag, erklärte die NPD Krefeld später im Internet, habe sie umgehend die iranische Botschaft informiert.

08. Juni 2007
Bei einer Anwohnerversammlung in Krefeld-Schicksbaum wird lautstark gegen geplante Appartements für 16 Menschen mit psychischer Behinderung protestiert.

12. Juni 2007
Drei Jugendliche verprügeln zwei Jungen auf dem Parkplatz des Gymnasiums auf der Johannes-Blum-Straße in Krefeld und nehmen die Tat auf Video auf.

21. Juni 2007
Verschiedene rechtsextreme Gruppen feiern "Sommersonnenwende" am Niederrhein, "um germanische Traditionen fortzuführen".  So wären "volkstreue Gedichte" am Feuer vorgetragen worden.

22. Juni 2007
Offenbar von NPD-Mitgliedern werden mehr als 100 Aufkleber auf Ampeln, Bushaltestellen und Stromkästen in Krefeld geklebt. Damit wird zu einem neuen NPD-Aufmarsch in Krefeld am 21. Juli aufgerufen. Die Stadt Krefeld erstattete Anzeige bei der Polizei.

25. Juni 2007
Nazischmierereien in der Ostwallunterführung in Krefeld:
Nazi-Schmierereien Ostwall

05. Juli 2007
Die - von der Stadt genehmigten - Plakatständer mit den Aufrufen zur Gegendemo gegen die NPD werden in einer Nachtaktion abgerissen und gegen 5 Uhr morgens vor das Haus von Priester Koolen geworfen (er hatte die Gegendemo angemeldet). Anzeige wurde erstattet.

07. Juli 2007
NPD-Infostände in Krefeld-Uerdingen (vormittags) und in Krefeld-Hüls (nachmittags). Die Stände werden von den gleichen Personen durchgeführt.

21. Juli 2007
Die NPD versucht wieder einen landesweiten Aufmarsch in Krefeld. Zusammen kam wieder nur ein kleines Häuflein, nach Polizeiangaben 209 Individuen, die auf
einer peinlichen 1,5 km Route von Nordeingang zum Südeingang des Hauptbahnhofs zog. Einer Route, an der es kaum Wohnhäuser gibt. Trotzdem wurden sie auf der Ritterstrasse mit dem Lied der Schlümpfe beschallt und aus dem Fenster eines der wenigen Wohnhäuser mit Eiern und Mehl beworfen.
Zwischen 1500 und 2000 Menschen haben gegen diesen NPD-Aufmarsch in Krefeld demonstriert.

11. August 2007
Die NPD Krefeld führt ein Sommerfest in der Umgebung von Krefeld durch. "Bei einem Schluck Bier und leckerem Grillfleisch konnten alte und neue
Kontakte geknüpft werden", schrieb die NPD danach.

21. August 2007
Prozeß gegen eine türkische Lehrerin an einer Uerdinger Grundschule. Im September 2006 waren zwei Frauen, eine hatte einen Sohn in der von der Lehrerin betreuten Klasse, in die Schule gekommen. Sie griffen die seit 35 Jahren im Schuldienst tätig Türkin verbal an und beschimpften sie heftig. Die Lehrerin fühlte sich bedroht, verwies die Frauen des Raumes und fasste eine davon so fest am Oberarm, daß diese einige Blutergüsse davon trug. Die Lehrerin bekam eine Geldbuße von 150 Euro auferlegt.

10. September 2007
Die Krefelder NPD führt einen Infostand in Emmerich durch.

22. September 2007
Naziaufmarsch in Düren. Einer der Redner ist der Krefelder NPDler Lars Spönlein.

25. September 2007
Gründung von "Pro Nettetal" in Nettetal (Kreis Viersen), die der extrem rechten "Bürgerbewegung pro NRW" angehört. 10.000 Flugblätter sollen zur Gründung verteilt worden sein.

05. Oktober 2007
Mit einer großen Zeitungsanzeige in der WZ wirbt das Missonszentrum Krefeld an der Untergath für den "Tag der Bibel". Die Vereinigung ist für frauenfeindliche und antisemitische Positionen bekannt und zählt ehemalige Mitglieder der chilenischen "Colonia Dignidad" zu ihren Mitgliedern.

06. Oktober 2007
Die NPD beabsichtigt in Krefeld vor dem ehemaligen DGB-Haus (und dem Mahnmal für die Opfer des Faschismus) eine Mahnwache durchzuführen. Krefelder protestieren gegen dieses Vorhaben mit einer Menschenkatte an diesem Ort. Die Polizei nimmt 41 der Nazigegner kurzzeitig fest und ermöglicht der NPD, mit einer Stunde Verspätung, ihre Aktion durchzuführen. Die NPD präsentiert dort u.a. ein Spruchband "Todesstrafe für Kinderschänder".

12. Oktober 2007
Prozeß in Willich. Dabei kam heraus, daß fünf Willicher Jugendliche einen geistig leicht Behinderten 48-Jährigen in dessen Wohnung auf der Virmondstraße über mehrere Wochen gequält und misshandelt haben.

22. Oktober 2007
Ein Fußballspiel zwischen dem SC Viersen-Rahser II und dem Rheydter Spielverein II  in Viersen wurde in 88 Minute abgebrochen. Der türkische Spieler Arslanmicze von der Rheydter Seite wurde gefoult und aufs Übelste beleidigt. Er rastete aus und schlug seinem Gegenspieler mit der Faust ins Gesicht. Es kam dann Auseindersetzungen zwischen allen Spielern und den Zuschauern, so daß das Spiel abgebrochen werden mußte und vier Polizeiwagen anrückten.

27. Oktober 2007
Die NPD hat für diesen Tag in Krefeld wieder eine Mahnwache unter dem Motto "Todesstrafe für Kinderschänder" angemeldet. Die Polizei verbietet diese Aktion.

03. November 2007
Laut NPD-Homepage sollen an dem Tag Flugblätter auf der Krefelder Hochstrasse verteilt werden. Gesehen wurde an dem Tag dort aber kein NPDler.

07. November 2007
Nach Internet-Informationen will die NPD in Krefeld auf der Lindenstrasse ein Haus kaufen, um dort eine eigene Geschäftsstelle oder ein Parteibüro für den Bereich "Rheinland" einzurichten.

15. Dezember 2007
Die Krefelder NPD feiert "Julfest".

10. Januar 2008
Ein kleine Gruppe von NPD versucht in die Veranstaltung des Bündnisses für Toleranz und Demokratie Krefeld zu gelangen, wird aber von der Polizei eingekesselt.

13. Januar 2008
NPD-"Mahnwache" vor der Lindenstr. 147 in Krefeld, daß die NPD für ihre "Rheinlandzentrale" kaufen will. Knapp 30 Nazis kamen aus Krefeld, Düren und Geldern. Nach dem Ende des Nazi-Spuks machten kleinere und größere Nazi-Gruppen die Innenstadt unsicher.

25. Januar 2008
In der Diskothek Brösel in Brüggen (Kreis Viersen) sind ausländische Gäste nicht erwünscht. Viersener Gymnasiasten sollten zur Vorabiparty eine Ausländerliste vorlegen. Als sie es nicht taten, wurde drei Mitschülern der Zutritt verwehrt.

27. Januar 2008
Beim Meisterschaftsspiel der B-Junioren zwischen KFC Uerdingen B2 und dem BV Union in Krefeld kam es seitens der KFC-Zuschauergruppe zu rassistischen Äußerungen gegen einen afrikanischen Jugendspieler des BV Union. Der Schiedsrichter trug dies auch im Spielbericht ein.

16. Februar 2008
Auch diesmal beteiligt sich der Krefelder NPD-Kreisverband an der Nazi-Demo in Dresden.

20. Februar 2008
Im Bereich rund um St. Josef in Krefeld wird die NPD-Zeitung "Deutsche Zukunft - Krefeld/Kleve" in die Briefkästen gesteckt.

02. März 2008
Auf den Briefkästen von Anstoss und Emmaus in Krefeld werden NPD-Aufkleber gepappt. Ebenfalls auf dem Emmaus-LKW, der immerhin auf  dem Gelände geparkt war. Es wurde Strafanzeige gestellt.

09. März 2008
NPDler verteilen eine Zeitung in die Briefkästen des Krefelder Nordbezirks.

19. März 2008
Gründung eines NPD-Ortsverbandes im Kreis Kleve. Auf der Gründungsversammlung spricht der Krefelder NPD-Vorsitzende.

25. März 2008
Letzter Prozesstag gegen die NPD-Anhänger Sandy S. und Michael J. wegen Gewaltanwendung gegen einen jungen Afrikaner. Es erschien nicht nur der bekannte harte Kern aus ca. zehn jüngeren NPDlern, wie immer geführt vom KV-Vorsitzenden Lars Spönlein. Diesmal kam auch das alte Krefelder Nazisammelbecken „Krefelder Forum freies Deutschland“ in´s Amtsgericht Krefeld. Vier ältere Männer, geführt vom Sprecher des Forums, Hans-Ulrich Hoefs, gesellten sich zur NPD.
Ein NPDler bedrohte noch im Gerichtssaal in einer Verhandlungspause einen Antifaschisten mit der Ankündigung, ihn „vorläufig zu erschiessen“. Das Verfahren vor dem Amtsgericht Krefeld endete mit Schuldsprüchen und einer niedrigen Geldstrafe, bzw. Verwarnung für die Beleidigung des Kameruner Studenten und dessen schwere Körperverletzung durch die NPDler.

28. März 2008
Der NPD-Kreisverband Krefeld/Kleve bestätigt auf seiner Jahreshauptversammlung den Krefelder Vorsitzenden Lars Spönlein im Amt. Der alte und neue Führer kündigte an: „Die NPD wird in Krefeld, in den nächsten Wochen und Monaten, auch mit Großveranstaltungen wieder in die Öffentlichkeit gehen.“

02. April 2008
JHV der NPD Krefeld/Kleve. In einer Erklärung kündigt die NPD den Einzug in die Rathäuser "in Fraktionsstärke" an.

04. April 2008
Bei der Veranstaltung im Krefeld-Linner Gewerbegebiet gedachten rund 1500 Gäste dem Sieg der osmanischen Truppen 1915 gegen die Westalliierten. An der Veranstaltung waren auch die rechtsextremen türkischen "Grauen Wölfe" beteiligt. Auf einem Büchertisch gab es Bildbände des Gründers der Grauen Wölfe zu
kaufen. Gäste formten den Gruß der nationalistischen Bewegung: ausgestreckter Arm, mit der Hand angedeuteter Wolfskopf.

05. April 2008
An einem rechtsextremen Aufmarsch in Stolberg nehmen auch NPDler aus Krefeld teil.

10. April 2009
Die selbstmordgefährdete Türkin Ebru Y. soll in ihr Heimatland abgeschoben werden. Das Krefelder Ausländeramt schickte sie trotz der Diagnose zur Abschiebung an den Düsseldorfs Flughafen. Erst ein Arzt verweigerte den Flug.

10. April 2008
Zu einer rechtsextremen "Trauerkundgebung" in Stolberg rufen auch die "Freien Nationalisten Krefeld" auf.

19. April 2008
NPD-Mahnwache in der Viersener Fußgängerzone.

21. April 2008
Eine junge Mutter mit ihrer sechsjährigen Tochter wurde in Viersen am Marienplatz von insgesamt vier jungen Leuten auf das Übelste beschimpft und beleidigt. Dabei
bewarfen die Tatverdächtigen die 33-Jährige mit Äpfeln. Die aus dem Kongo stammende Viersenerin war mit ihrem Kind auf dem Nachhauseweg, als sie auf dem Marienplatz von den jungen Leuten massiv angegangen wurde. Sie gehörten offensichtlich zum Kreis der Zirkusbeschäftigten, die dort mit Abbauarbeiten beschäftigt waren. Die Frau flüchtete ihr Kind schützend und völlig verängstigt in ein Haus am Marienplatz. Von dort informierte sie die Polizei. Die Viersener Polizei konnte innerhalb kürzester Zeit alle vier Tatverdächtigen ermitteln. Es handelte sich um zwei jungeMänner im Alter von 22 und 16 Jahren. Der Jugendliche wohnt in Viersen. Der Ältere hat seinen Wohnsitz, wie eine 18-jährige Mittäterin in Dortmund. Diese hatte zusammen mit einem 12-jährigen Mädchen aus Mönchengladbach-Rheydt die beiden männlichen Tatverdächtigen fortwährend angestachelt. Die Dortmunderin beleidigte die Geschädigte noch im Beisein der Polizeibeamten weiter auf äußerst unflätige Art und Weise.

29. April 2008
Die Wirtin der Gaststätte "Yol" in Krefeld beklagt sich in der Lokalausgabe der WZ über rechts Umtriebe. Anfangs wurden die Hauswände mit Aufklebern "Gute Heimreise" beklebt. Dann erschien ein Vierer-Trupp grinsend in der Gaststätte, um NPD-Flugblätter dort zu verteilen. Dem Haus verwiesen, wurden die Pamphlete in den Hausflur geworfen mit einem Zettel "Wir wünschen Ihnen Verstand und gute Besserung." Auch in zwei anderen Cafes in der Nähe haben die Neo-Nazis "mausig" gemacht.

02. Mai 2008
Der Krefelder NPDler Michael Janssen verbreitet in seiner Nachbarschaft ein Flugblatt, in dem er sich darüber beschwert, daß angeblich in einem Antifainfo vor ihm gewarnt worden wäre. Die unbekannten Antifas bezeichnet er in seinem Blatt als "Sympathisanten der größten Verbrecher der Menschengeschichte".

04. Mai 2008
In Nettetal-Lobberich (Kreis Viersen) findet ein Veranstaltung der rechten "Bürgerbewegung Pro NRW" statt, an der lt. Pro NRW "über 40 patriotisch gesinnte Bürgerinnen und Bürger teilnahmen". Es wird die Gründung eines Kreisverbandes Viersen beschlossen.

06. Juni 2008
Konspirative "Großveranstaltung" der Krefelder NPD mit dem letzte Krankenpfleger des Hitler-Stellvertreters R. Hess.

15. Juni 2008
Der Krefelder NPD-Vorsitzende redet bei einer NPD-Mahnwache in Kleve.

08. August 2008
Die NPD gründet in Krefeld eine Gruppe ihres Jugendverbandes JN.

30. August 2008
Fußballturnier des NPD-Landesverbandes NRW auf der Sportanlage am Elfrathersee in Krefeld. Nach NPD-Angaben kamen 12 Mannschaften und insgesamt 200 rechtsextreme Balltreter samt Anhang. Sie sollen aus dem Rheinland, vom Niederrhein und aus dem Ruhrgebiet angereist sein – letztgenannte mit einem Reisebus.

31. August 2008
Rund um die Rheinische Landesausstellung auf dem Sprödentalplatz in Krefeld werden massiv rechtsextreme Aufkleber geklebt.

20. September 2008
Im Rahmen ihrer ausländerfeindlichen Kampagne „Ausländerstopp NRW“ führt die NPD auf dem Markt in Niederkrüchten (Kreis Viersen) eine Kundgebung durch.

24. September 2008
Die NPD verteilt in Krefeld Flugblätter mit der Titelschlagzeile "Kriminelle Ausländer raus!" in Briefkästen.

16. November 2008
"Heldengedenken" der NPD am Niederrhein vor einem Friedhofskreuz in Mönchengladbach. Auch die Krefelder NPD war dabei. Mit Fackeln, Fahnen und allem Brimborium. Motto: "Ewig lebt der Toten Tatenruhm".

20. November 2008
NPD und andere Rechtsextreme versuchen eine Veranstaltung der Krefelder VHS zum Rechtsextremismus zu stören. Nachdem sie des Saales verwiesen wurden, demonstrierten sie mit einer NPD-Fahne vor dem Gebäude.

20. Dezember 2008
NPD-"Sonnwendfeier" in Krefeld. Mit Fackeln um ein Feuer herum wurden Reden abgesondert und gesungen.

29. Dezember 2008
In St. Tönis werden an einem Wohnhaus Fenster eingeschlagen. Zuvor war in der Straße ein rechtsextremes Flugblatt verteilt worden mit der Überschrift "Linksextremer Aktivist in ihrer Nachbarschaft". Der Übergriff galt dem Sprecher der Krefelder Jugendorganisation "solid" der Partei "die Linke". Dabei trafen die Neonazis völlig Unbeteiligte, da sie sich das Wohnhaus einer Familie ausgesucht hatten, die lediglich den gleichen Familiennamen wie der sechszehnjährige solid-Sprecher hat.

30. Dezember 2008
Drei Jugendliche werden auf dem Krefelder Dionysiusplatz von der Polizei festgenommen, da sie dabei erwischt wurden, wie sie die Stelen mit Hakenkreuzen beschmiert hatten.

07. Januar 2009
Mit Graffiti und kleinen Hakenkreuzen wurde ein von den Pfadfindern gestaltetes Wandbild an der Rückwand des Hülser Bahnhofes in Krefeld verunstaltet.

15. Februar 2009
Neonazis-Aufmarsch in Dresden. An der Raststätte Rabensteiner Wald der A 4 bei Chemnitz greift eine Gruppe von 13 Männern und zwei Frauen aus dem Raum Krefeld sieben Mitglieder desWeimarer Bürgerbündnisses an, die auf demWeg nach Dresden sind. Die Opfer sprechen von Flaschenwürfen und Tritten ins Gesicht. Die Polizei nimmt die Verdächtigen in Gewahrsam. Es handelt sich bei den Tätern um Mitfahrer eines NPD-Busses aus der Region Krefeld.

18. Februar 2009
Einer ältere Mitarbeiterin des Krefelder Bündnis für Demokratie und Toleranz wird von zwei Rechtsxtremisten (NPD) vor ihrer Haustür grundlos angegriffen aufs übelste beschimpft und bedroht. Der Staatsschutz wurde informiert.

07. März 2009
Im Heinsberger Ortsteil Randerath werden 63 Teilnehmer einer NPD-„Mahnwache“ unter demMotto „Todesstrafe für Kinderschänder“ zeitweise festgesetzt. Nach der rund zweistündigen, von der NPD durchgeführten Versammlung auf dem Randerather Marktplatz hatten gegen 16 Uhr rund drei Viertel der Teilnehmer versucht, einen nicht genehmigten Demonstrationszug durch den Ort abzuhalten. Initiatoren der regulären Versammlung waren die Vorsitzenden der NPD-Kreisverbände Mönchengladbach/Heinsberg, Helmut Gudat, und Krefeld, Lars Spönlein.

21. März 2009
JN-Mahnwache auf der Hochstrasse in Krefeld vor C&A.

21. März 2009
"Spontandemo" mit NPD- und JN-Fahnen in Kempen (Kreis Viersen). Es werden rechte Parolen skandiert, wie: "Ausländer raus" und "Therapie dauert zu lang, Kinderschänder an den Strang".

18. April 2009
Der PKW eines Geschäftsmanns aus Krefeld-Gartenstadt wird auf der Motorhaube mit Hakenkreuzen verschandelt. Es besteht wahrscheinlich ein Zusammenhang damit, dass dieser Geschäftmann ein "Pfingstjugendtreffen-Training" unterstützt hatte, an dem auch die MLPD beteiligt war.

28. April 2009
Die Krefelder NPD schreib einen Brief an verschiedene Betriebsräte und versucht sich dort einzuschmeicheln.

07. Mai 2009
Einer ältere Mitarbeiterin des Krefelder Bündnis für Demokratie und Toleranz wird von dem NPDler Michael G. angepöbelt und dieser dieser beschädigt ihr Fahrrad durch einen heftigen Fußtritt stark. Es wurde Strafanzeige erstattet.

08. Mai 2009
Veranstaltung von "Pro NRW" in Nettetal-Lobberich (Kreis Viersen). Es wird ein "Pro NRW"-Kreisverband Mönchengladbach / Viersen gegründet.

09. Mai 2009
JN-Mahnwache auf dem Marienplatz in  Krefeld-Fischeln. Haupttransparent: "Kriminelle Ausländer raus!" Es wird nach einiger Zeit von der Polizei eingezogen.

16. Mai 2009
NPD-Mahnwache auf dem Hans-Böckler-Platz in Krefeld-Oppum.

26. Juni 2009
NPD-Wahlkampftagung mit NPDlern aus Mönchengladbach, Krefeld, Viersen, Heinsberg, Moers, Kleve und Neuss in einer Krefelder Gaststätte.

10. August 2009
Plakate der Krefelder Bürger-Politik in Krefeld-Bockum werden mit Naziplakaten überklebt.
 

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Leider haben wir keinen, der diese Liste derzeit weiter fortschreibt.

Bewerbungen für diesen Job nehmen wir aber gerne entgegen...