ThyssenKrupp Nirosta: Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

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Ausverkauf der Inoxum-Kolleg/inn/en an Outokumpu

Krefeld, 06.02.2012

Das soll ein Arbeitskampf gewesen sein? Ein Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen? Der sollte doch wohl anders aussehen! Auf keinen Fall so, sich als Interessenvertretung an gehei­men Tagungsorten mit den Kapitalvertretern zu treffen und zu verhandeln. Die Kolleginnen und Kollegen auf der Straße waren wütend und voller Sorge um ihre Arbeitsplätze. Sie waren bereit zum Ausstand, für den Erhalt der Arbeitsplätze zu kämpfen.

Aber ein Warnstreik, bei dem der ganze Betrieb läuft, ist kein Druckmittel, sondern eine Lachnummer. Die Menschenkette – so toll sie auch war – hätte das Werk dicht machen müssen – über Stunden! Die Protestdemonstration in Bochum – so gut besucht sie auch war – erschöpfte sich in markigen starken Worten, was fehlte, war die Mobilisierung auf Aktionen und die Orientierung auf konkrete Ziele. Kampfbereitschaft war da, aber sie wurden ausgebremst.

 

Warum sind IG Metall und Betriebsrat viel zu spät in die Öffentlichkeit gegangen? Der drohende Verkauf war Insidern doch schon seit Mai letzten Jahres bekannt. Warum hat der Inoxum-Betriebsrat die seit Monaten angebotene Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen der anderen ThyssenKrupp-Sparten nicht angenommen? Weil man längst auf dem Rückzug war? War das alles am Ende nur ein Schauspiel? Zwischen BR und Geschäfts­führung? Mit der Belegschaft als Statisten? Das stinkt gewaltig und zwar auf ganzer Linie!

Ende der Stahlerzeugung in Krefeld

Die Stahlerzeugung samt Arbeitsplätzen in Krefeld wird vernichtet, für immer. 600 Kolleginnen und Kollegen aus Krefeld werden „sozialverträglich“ nach Duisburg versetzt, Bochum folgt. Die anderen Beschäftigten von Outokumpu haben nun erst einmal eine Verschnaufpause, Beschäftigungssicherung, bis 2015. Und mehr soll nicht drin gewesen sein? Wer soll das glauben!

Und nach 2015? Hoffen auf das Forschungszentrum und Bandgießtechnologie? Wer hofft, statt zu kämpfen, hat verloren. Unsäglich auch – nach dem Ausverkauf - das Kapital aufzufordern sich an Verträge zu halten. Und die ThyssenKrupp AG soll bitte bitte darüber wachen, so die Resolution des BR. Wie bitte? Der Hund soll auf die Wurst aufpassen? Das ist schon mehr als peinlich.

Wem es nutzt

Und da hilft es auch nicht, wenn der GBR-Vorsitzende von Inoxum die Schuldigen in China, Brasilien oder Finnland meint ausmachen zu können. Die Schuldigen sitzen hier, in Duisburg, Essen und Krefeld. Es sind die Kapitaleigner und ihre Helfershelfer.

Der Transaktionswert beläuft sich auf 2,7 Mrd. Euro und setzt sich aus einem Barpreis, Outokumpu-Aktien und der Übernahme von Inoxum-Finanzschulden in dreistelliger Millionen-Höhe zusammen. Der Barpreis wurde vom finnischen Staat – und damit von der finnischen Bevölkerung – bezahlt. Ob diese gefragt wurde, möchte ich bezweifeln. Dort wie hier, die Zeche zahlen wir. Die Kapitaleigner lehnen sich ein weiteres Mal beruhigt zurück.