DKP Krefeld/Viersen - Der Fall Fabel


Politischer Filz: Der Fall Fabel

Seit Wochen informiert und diskutiert die Krefelder Lokalpresse den Fall Fabel. Es geht um die Geschäfte und Verstrickungen des Krefelder CDU-Fraktionsvorsitzenden Winfried Fabel. Das sind die Tatsachen:
- Herr Borgmann (Autohaus Borgmann) siedelt den Media-Markt auf seinem Grundstück in einem leerstehenden Möbelmarkt an. Rechtsanwaltskanzlei des Autohausbesitzers ist die Kanzlei Fabel und Pick.
- Widerstand der Einzelhändler formiert sich. Die Stadt soll den Bebauungsplan ändern und die Nutzung des Geländes durch den Mediamarkt verhindern.
- Die Rechtsanwälte von Borgmann, immer noch dieselbe Kanzlei, meldet Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe für den Fall an, daß der B-Plan geändert wird.
- Der Rat entscheidet sich mehrheitlich gegen die Änderung des B-Planes. Herr Fabel erklärt sich für befangen, stimmt nicht mit ab. Befangen ist jemand, der aus einer Entscheidung persönliche oder finanzielle Vorteile erzielen würde.
- Herr Borgmann erwirbt den kurz vorher von der Stadt mit CDU-Mehrheit an die WFG (Wirtschaftsförderungsgesellschaft) übertragenen Schirrhof für sein Audi Center. Obwohl, wie Herr Fabel selbst in der letzten Ratssitzung am 11. März 1998 zugegeben hat, ein anderes Angebot vorgelegen hat, daß das Borgmann-Angebot in Verhandlungen eventuell überboten hatte. Sprecher der CDU im Aufsichtsrat der WFG ist Herr Fabel.
- Herr Borgmann möchte ein städtisches Grundstück an der Blumentalstraße zur Errichtung eines Parkhauses erhalten. Folgender Vorschlag wird vorgetragen: Die Stadt erhält einen Teil dieses Parkhauses, natürlich gegen Bezahlung, als öffentlichen Parkraum. Das 556.200 Mark teure Grundstück bekommt die Fa. Borgmann für 73.800 DM. (185.400 DM werden als Anteil der Stadt vorweg abgezogen. 270.000 DM wurde es der Stadt kosten würde sie dort selbst Parkplätze bauen. Auch diese Summe wird von Kaufpreis abgezogen.) In diesem Bereich besteht kein Bedarf für öffentlichen, sondern nur Bedarf für privaten Parkraum der Firmen Borgmann und Mediamarkt. Wird hier privater Parkraum durch die Stadt finanziert? Die Kanzlei Fabel ist übrigens immer noch Borgmanns Anwalt.
Und W. Fabel, der starke Mann der Krefelder CDU ist immer noch oben auf.


Wir haben uns in der Vergangenheit bereits öfter im "Linken Niederrhein" mit dem Herrn Fabel befaßt. Hier einige Beispiele:

Aus: Linker Niederrhein, Nr. 28, Mai 1997

Krefelder Klüngel

Die Krefelder Radioläden sind böse auf die CDU. Ein leitender Funktionär des Einzelhandelsverbandes trat sogar aus der Partei aus. Der Grund ist die von der CDU forcierte Neuansiedlung des zum Metro-Konzerns gehörenden Media-Marktes in der Innenstadt. Man wittert übles: Der Metro-Konzern wird in Krefeld vom Anwaltsbüro Fabel vertreten, dem gleichen W. Fabel, der Fraktionsvorsitzender der CDU ist.
Winfried Fabel geriet kurz danach erneut in die Schlagzeilen, als der Krefelder Fuhrpark verscherbelt wurde. Das Gelände war von der Stadt der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) überschrieben worden, die Finanzschwierigkeiten hatte. Aufsichtsratsvorsitzender der WFG ist W. Fabel. Die WFG verkaufte dann das Gelände an das Autohaus Borgmann (CDU nah). Vertreten wurde die Fa. Borgmann dabei vom Anwaltsbüro Fabel.
Theoretisch nennt man diese Verschmelzung von Staat und Kapital staatsmonopolistischer Kapitalismus. Was in der großen Politik alltäglich ist, wird hier auf kommunaler Ebene zum skrupellosen Broterwerb genutzt.


Aus: Linker Niederrhein, Nr. 8, August/September 1993

Stammtisch-Geflüster

Er hat wieder mal nicht an sich halten können, der Wilfried Fabel, CDU-Fraktionsvorsitzender im Krefelder Rat. Am 30. Juni schickte er an alle Ratsmitglieder einen Brief über ``Die räuberischen Roma von Köln''. Es handelte sich hierbei um einen recht hetzerischen Artikel aus der ``Welt am Sonntag''. Da kommt die rechte Stammtisch-Stimmung auf: Ja, ja, diese Roma, man hat es ja immer schon gewusst ...
Wie wär's denn mal mit einem Artikel über Wirtschaftskriminelle in deutschen Unternehmen? Da richten bereits Einzelne Millionenschäden an. Aber wir sparen uns besser das Porto, so ``Kleinigkeiten'' bringt die CDU-Seele nicht zum kochen.


Aus: Linker Niederrhein, Nr. 5, Januar 1993

Wem gehört die Stadt?

600 bis 700 Arbeitsplätze soll es bringen, das geplante Postfrachtzentrum südlich der Anrather Strasse, an der Grenze zum Forstwald. Auf den ersten Blick sagt jeder prima, aber bei genauer Betrachtung erscheint die Sache dann ziemlich faul. Die Post will zwar in dem Zentrum 600 bis 700 Arbeitsplätze konzentrieren, insgesamt sollen aber im Bereich Düsseldorf und Duisburg etwa 1400 Arbeitsplätze wegrationalisiert werden. Also: keine neuen Arbeitsplätze, sondern auf die gesamte Region gesehen, die Vernichtung von mindesten 700 Arbeitsplätzen.
Doch nicht nur das. Gebaut werden soll das Zentrum im Landschafts und Wasserschutzgebiet. Zudem gibt es Bedenken, mit dem Gebäude könnte eine wichtige Frischluftschneise blockiert werden. Und der Verkehr wird kräftig durch den Forstwald rollen. Deshalb sind die Natur- und Umweltschutzverbände gegen diesen Bauplatz.
Gibt es keine Alternative?
Doch die gibt es: Im Bereich Rheinhafen warten erschlossene Industriegrundstücke darauf bebaut zu werden. Doch die, die den Kontakt zur Post vermittelt haben, stellen sich stur. Für sie soll es das Grundstück am Forstwald sein. ``Die'': damit ist der CDU-Ratsherr Pützhofen gemeint, von ihm stammt der Vorschlag, und der SPD-Ratsherr D. Fischer. Beide gemeinsam haben es soweit gebracht, dass mit den Stimmen von CDU und SPD der Bebauungsplan 597 ins rollen gekommen ist.
Aber weshalb ausgerechnet das Grundstück am Forstwald? Es gibt das Gerücht, das Gelände würde bekannten Krefelder Politikern gehören. Ist es wirklich so, es wäre nicht das erste Mal, dass sowas in Krefeld abläuft. Anfangs der 80er Jahre hatten die CDU-Ratsherrn Peter Krings und Winfried Fabel kräftig mit für den Bebauungsplan 246 gesorgt, der Acker der ``Erbengemeinschaft Krings'' zu Bauland machte. (Die Frau von W. Fabel ist eine geborene Krings.) Damals munkelte man von mehreren Millionen Planungsgewinn.
Wir fordern die Offenlegung des gesamten Verfahrens. Wir fragen die Stadt: Wem gehört das Gelände am Forstwald auf dem das Postfrachtzentrum gebaut werden soll? Was wurde unternommen, um zu verhindern, dass Einzelne sich direkt oder indirekt an dem Bauvorhaben bereichern?


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